(openPR) Herr Gro. In Ihrem vor Corona erschienen Roman ULTIMATUM E https://www.amazon.de/dp/B081TQ8BZ7 sagt die Bundeskanzlerin auf einer Pressekonferenz auf die Frage eines Journalisten: »In Bayern gibt es besonders viele Arbeitsplätze in der Autoindustrie und bei Zulieferern. Wenn die aktuellen Bestellungen abgearbeitet sind, fehlen die Anschlussaufträge. Es kursieren Gerüchte, dass Massenentlassungen anstehen. Welche Botschaft haben Sie für die betroffenen Arbeiter und Angestellten?«
»...Ich kann jetzt schon garantieren, dass wir alles tun, um den Menschen zu helfen. Firmen, die durch diese Entwicklung in Schwierigkeiten geraten, werden wir mit Krediten durch die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau unterstützen. Wir denken obendrein über Kaufprämien für Autos mit Verbrennungsmotor nach. Umweltschutz hin oder her. Der Mensch steht im Mittelpunkt. Notfalls müssen wir für eine Übergangszeit die harten Grenzwerte außer Kraft setzen...« Können Sie hellsehen? Wie kommt es dass genau dieses Szenario, das jetzt sechs Monate später diskutiert wird, von Ihnen vorhergesagt wurde?
Gro: Ich konnte dieses Szenario natürlich nicht vorhersehen. Außerdem bezieht sich die Kaufprämie auf Autos mit Verbrennungsmotor in meiner Geschichte ja auch nicht auf ein pandemisches Ereignis, sondern auf einer fiktive Schließung des chinesischen Marktes für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Doch wer sich mit der Bedeutung des Autobaus für unsere Volkswirtschaft beschäftigt merkt schnell, dass die Fahrzeugindustrie hierzulande systemrelevant ist. Und wenn man das anerkennt, dann sollte man alles tun, um diese Industrie zu erhalten.
Erhalten ja, aber warum eine Kaufprämie auch für Verbrenner?
Gro: Aus Umweltgründen macht das augenscheinlich nur wenig Sinn. Vor allem wenn man schneller auf Elektromobilität umsteigen will. Wenn man allerdings weiß, dass eine erhöhte Nachfrage nach Elektroautos aktuell von deutschen Herstellern gar nicht bedient werden könnte, dann wird schnell klar, warum auch Autos mit moderner Abgastechnologie gefördert werden sollen.
Ist das nicht höchst problematisch?
Gro: Ja klar, ist es das. Doch problematisch ist nicht die Förderung. Das eigentliche Problem ist, dass hierzulande die Innovation im Bereich E-Auto nicht mit dem nötigen Nachdruck angegangen wurde. Darin liegt die eigentliche Gefahr für den Autostandort Deutschland. Wenn chinesische Hersteller uns technologisch beim E-Antrieb und der Batterietechnologie überholen, dann ist das was wir gerade erleben nur ein leichter Vorgeschmack einer fundamentalen Krise. Dann verschwinden die Arbeitsplätze und die Nachfrage für immer.
Können Sie das noch etwas erläutern?
Gro: Jeder weiß, was mit der Produktion von Unterhaltunselektronik in den letzten Jahren passiert ist. Asiatische Hersteller dominieren weltweit den Markt. Wenn man weiß, dass ein Auto zukünftig ein Smartphone auf Rädern ist, dann müssen wir alles dransetzen, dass die Autoproduktion im Land bleibt. Wenn uns das nicht gelingt, ist der industrielle Kern Deutschlands für immer weg. Und mit ihm die Arbeitsplätze.










