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Bauen in bester Tradition

26.05.202010:22 UhrIndustrie, Bau & Immobilien
Bild: Bauen in bester Tradition
Kindertagesstätte
Kindertagesstätte "Entdeckerland" in ALHO Modulbauweise

(openPR) Kita-Plätze sind vielerorts immer noch Mangelware, auch im Rhein-Neckar-Gebiet. Um dem dringenden Bedarf in Sachen Kinderbetreuung entgegenzukommen, hat die Stadt Viernheim auf einem Grundstück in der Walter-Gropius-Allee eine fünfgruppige Kindertagesstätte in ALHO Modulbauweise realisiert. Nomen est Omen? Walter Gropius, Gründer der weltbekannten Kunstschule Bauhaus, setzte sich bereits vor über 100 Jahren dafür ein, das serielle Bauen zu etablieren. Qualitätsvolles, wirtschaftliches Bauen in möglichst kurzer Zeit – mit diesen damals bahnbrechenden Attributen charakterisiert sich die moderne Modulbauweise auch heute noch. Auch beim Bau der neuen Kita in Viernheim kam es auf Schnelligkeit und Qualität an.


Mit der Entscheidung zur Modulbauweise hat sich die Stadt Viernheim beim Bau der neuen Kita „Entdeckerland“ für ein Bauwerk entschieden, das für Qualität, Funktionalität und Sachlichkeit steht. Ein Wertekanon der beim modularen Bauen, heute wie vor hundert Jahren, im Vordergrund steht. Mit Modulbauweise kann Architektur industrialisierter, effizienter und – dank der präzisen Vorfertigung im Werk – auch qualitätsvoller realisiert werden. Die hohe, qualitätsgeprüfte Qualität der ALHO-Modulbauweise spart dabei bis zu 70% der Bauzeit und den Kommunen bares Geld. Und doch sind Modulgebäude individuell entworfene und auf die jeweilige Aufgabe zugeschnittene Bauten, bei denen jedoch auf Systemgutachten, Typenstatiken und bewährte Standard-Details zurückgegriffen werden kann. Dies vereinfacht und beschleunigt den weiteren Planungs- und Genehmigungsprozess deutlich und sichert ihn qualitativ ab.

Schnelle Lösungen für kommunale Bauherren
Kommunale Bauherren wie die Stadt Viernheim stehen gerade im Bildungs- und Betreuungsbereich inzwischen unter enormen Druck und müssen neue Schulen und Kitas in sehr kurzer Zeit errichten. Politik und Auftraggeber erkennen immer häufiger, dass das modulare Bauen eine zukunftsweisende Alternative zur konventionellen Bauweise ist.
„Wir hatten zuvor noch keine Erfahrung mit der Modulbauweise. Insofern starteten wir das Bauvorhaben mit einer gewissen Spannung“, erinnert sich Yvonne Meyer-Blankenburg, Architektin bei der Stadt Viernheim und von Bauherrenseite aus verantwortlich für das Projekt. „Für die Realisierung kam nur ein begrenzter Kreis von Modulbau-Anbietern in Frage. ALHO war schließlich das einzige Unternehmen, das alle Anforderungen der Ausschreibung erfüllen konnte.“
Und zwar lieferte das Unternehmen nicht nur die 22 präzise im Werk vorgefertigten Module für den eingeschossigen rund 1.000 qm umfassenden Neubau, sondern auch die technische Planung und Ausarbeitung des Entwurfs, der als Systemgrundriss von Yvonne Meyer-Blankenburg erarbeitet wurde und Bestandteil des Leistungsprogramms war.
Lediglich drei Tage dauerte die Montage der Raummodule vor Ort, dann konnte sofort mit dem Ausbau der Kindertagesstätte begonnen werden. „Die reibungslose Zusammenarbeit mit ALHO war geprägt von fortlaufender Kommunikation, großem Entgegenkommen bei der Umsetzung unserer Wünsche und einer termingerechten Fertigstellung des Gebäudes. Und das war uns besonders wichtig“, berichtet die Architektin. Im Oktober 2018 konnten die 115 Kinder und 18 Erzieher das Gebäude fristgerecht beziehen.
Kompakt und übersichtlich
In Viernheim reihen sich auf einer kompakten Grundfläche von etwa 26 m auf 36 m die Stationen des vielseitigen Raumprogramms gut durchdacht aneinander. Dieses wurde von einer Gruppe aus Erziehern, Sozialarbeitern und Mitarbeitern des Jugendamtes im Vorfeld erarbeitet, mit der Zielsetzung, optimale Verhältnisse für die Kinder und Erzieher zu schaffen.
Zur Eingangsseite präsentiert sich das Gebäude als schlanker, langer Riegel und wird durch das mittig angelegte Foyer geteilt. Zur Gartenseite zeichnen sich vier der insgesamt fünf Gruppeneinheiten wie Einzelhäuschen ab. Diese gestalterische Kleinteiligkeit ist kindgerecht und erleichtert den kleinen Nutzern zwischen 0 und 6 Jahren die Orientierung. Zwischen den Gruppeneinheiten mit jeweils einem rund 50 qm großen Aufenthaltsraum und 20 qm Nebenraumzone sind eingerückt die Sanitärzonen platziert. Der Grundriss wird in beiden Richtungen von einem Flur zoniert, der mit verglasten Eingangspforten in alle Himmelsrichtungen stets einen Blick ins Freie ermöglicht. Auf der Haupteingangsseite sind neben einem großen Krippenraum mit Schlafbereich die Büros für die Einrichtungsleitung, die Personal- und ein Elternsprechzimmer angelegt.
In einer geräumigen Küche wird das Mittagessen für die Kinder aufbereitet und im angrenzenden Bistro ausgegeben. Die 40 qm große Fläche kann über faltbare Trennwände dem zentralen Flur bei Bedarf zugeschaltet oder als separater, geschützter Bereich abgekoppelt werden. „Der große Flurbereich lässt einen regen Austausch der Kinder zwischen den Gruppen sowie zahlreiche soziale Interaktionen zu. Gleichzeitig sollte die Kita aber funktional so ausgelegt sein, dass für die Erzieherinnen und Erzieher sowie die Mitarbeiter in der Küche die Wege möglichst kurz gehalten werden – beides ist sehr gut gelungen“, sagt Yvonne Meyer-Blankenburg.
Multifunktion hat auch der große Bewegungsraum, in dem bei schlechtem Wetter getobt und geturnt werden kann, der aber auch für Feste und Veranstaltungen dient. Jede Gruppeneinheit hat direkten Zugang zum Garten, bodentiefe Fenstertüren und Lichtkuppeln im Flachdach bringen viel Tageslicht ins Haus.
Der große Garten erweitert das Spiel- und Lernangebot nach draußen in die Natur. Mit seiner hochwertigen Fassade aus HPL-Platten (High Pressure Laminate) in edlem Creme und dunklem Blau – übrigens die Trendfarbe des Jahres 2020 – ist das neue Gebäude der Hingucker im Stadtteil Bannholzgraben.

Emissionsfreie Materialien, effizienter Betrieb
„Beim Innenausbau waren uns natürliche, emissionsfreie und haptisch angenehme Materialien wichtig, die dem Kindergartenalltag standhalten“, erklärt die Architektin. Außerdem wurde besonderer Wert darauf gelegt, dass der Neubau hohen Energieeffizienzstandards entspricht und die Kindertagesstätte Entdeckerland mit ihrem Strom- und Wärmeverbrauch nicht zum Klimawandel beiträgt.
Energetisch kommen beim Modulbau zunächst die positiven Eigenschaften der eingesetzten Leichtbaukonstruktionen zum Tragen, die bei schlanken Bauteilquerschnitten hoch wärmedämmende Konstruktionen ermöglichen.
Auf dem Dach des „Entdeckerlandes“ befindet sich eine Photovoltaikanlage, die jährlich rund 70.000kWh regenerativen Strom erzeugt. Diese Energie reicht aus, um bilanziell den gesamten Strom- und Wärmebedarf der Kita zu decken. Ein Pellet-Brennwertkessel versorgt die Fußbodenheizung und die Lüftungsanlage nahezu klimaneutral mit Wärme. Außerhalb der Heizperiode wird keine Energie für eine aktive Klimatisierung eingesetzt. Eine smart gesteuerte Lüftungsanlage misst die Innentemperaturen im Haus und regelt die Nachtauskühlung im Sommer automatisch. Ziel ist es, ein gutes sommerliches Raumklima durch optimierte Fensterflächen in Verbindung mit einem außenliegenden Sonnenschutz und einer passiven Nachtauskühlung herzustellen.
Nach dem ersten Betriebsjahr hat sich das Energiekonzept bestätigt. Die sehr gute Wärmedämmung der Gebäudehülle, mit U-Werten unter 0,15W/(m²K) hat in der Verbindung mit der Wärmerückgewinnung der Lüftungsanlage die Grundlage für ein klimaneutrales Gebäude geschaffen.
So trägt die neue Kita der Stadt Viernheim vorbildlich zum Klimaschutz bei. Mit einem Primärenergiebedarf von nur 39,6 kWh(m²a) gemäß Energieausweis liegt das Gebäude weit unter den Anforderungen an einen Neubau.

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