(openPR) Entgegen der generellen Tendenz unter den Museen in Brandenburg, die als erste wieder öffnen durften, blickt das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst auf ein belebtes Wiederöffnungswochenende zurück. Direktorin Ulrike Kremeier zeigt sich überaus zufrieden: „Die positive Resonanz unseres Publikums auf die Wiederöffnung des BLMK seit dem 1. Mai hat zum einen verdeutlicht, dass Kunst und ihre Institutionen ein wesentlicher Bestandteil eines zivilgesellschaftlichen Lebens und seiner Kultur ist. Zum anderen wurde klar, dass auch unsere Besucher*innen den Denk- und Freiraum, den wir über Kunst anbieten, als ästhetische Alltagsreflexion begreifen, schätzen und nutzen. Abgesehen davon haben uns Reaktionen und Zuspruch gezeigt, dass die interessierte Öffentlichkeit uns das Vertrauen entgegenbringt in einer so sensiblen Situation wie der aktuellen Krise verantwortungsvoll vorzugehen.“
Viele der Besucher*innen, deren Anzahl nahezu jene in Zeiten vor Corona erreichte, nahmen das neue Besuchsangebot EINMETERFÜNFZIG – DISTANZ/LOS als Anregung, Distanz und Nähe untereinander sowie zur Kunst in den Ausstellungshäusern in Cottbus und Frankfurt (Oder) auszuloten.
Das BLMK führte das künstlerisch untersetzte Projekt mit Instrumentarien zur Raumerfahrung wie Distanzstangen, farbigen Einmeterfünfzig-Markierungen und -Bändern ein, um neben dem pragmatischen Aspekt vor allem Denkimpulse zur Wahrnehmung von Kunst und den aktuellen gesellschaftlichen Fragen zu setzen.
In einem Video im Foyer spricht Ulrike Kremeier über die physische Isolation zum Selbst- und Systemerhalt als eines dieser Themen, mit dem sich Künstler seit Jahrhunderten auseinandersetzen. Als weiteres Element dieser medialen Erweiterung sind Videos mit Einführungen der Kuratoren vor den Ausstellungen installiert. Eine ganz persönliche Sicht auf das Jahr 1990 und die Ausstellung „1990. Fotografische Positionen aus einem Jahr, über ein Jahr“ wirft hingegen Regisseur Donald Saischowa in dem elfminütigen Kurzfilm 1990 GESEHEN VON DONALD SAISCHOWA. Sein Videotriptychon „Geldglücklegende“ ist ebenfalls in der Ausstellung zu sehen.
In den nächsten Wochen präsentiert sich das BLMK mit einem Programm, das zusätzlich zu den laufenden Ausstellungen seine Besucher*innen erwartet. Ab 9.5. können an einer MAIL- UND TAPE-ART-MITMACHSTATION im Foyer des Dieselkraftwerks Postkarten und eigene Tape-Art-Kunstwerke gestaltet werden. Ebenfalls im Foyer stellt das BLMK ab 14.6. die eingesendeten Werke der MitmachMittwoch-Kinderwettbewerbe aus. Diese waren im Rahmen des Digitalprogramms „BLMK extended“ in den letzten Wochen zu einem beliebten museumspädagogischen Format geworden. QUIZFRAGEBÖGEN für Kinder und Erwachsene eröffnen zudem neue Perspektiven auf die Kunstwerke in den Ausstellungen „1990. Fotografische Positionen aus einem Jahr, über ein Jahr“ und „Kollektive Signaturen. Komplizenschaft und kooperative Produktion im Plakat“. Kinder bis 12 Jahre mögen bitte in Begleitung eines Erwachsenen kommen.
Weiterhin lockt die Möglichkeit zu INDIVIDUELLE KURZFÜHRUNGEN für maximal zwei Besucher*innen auf Abruf. AUF ABSTAND GANZ NAH: Mit einem Anruf unter 0355 494940 40 in Cottbus bzw. 0335 283959 14 in Frankfurt (Oder) kann bis zu 24 Stunden im Voraus die kurze Wunscheinführung in einem 15-minütigen Zeitfenster nach Wahl durch die gewünschte Ausstellung zur einer Gebühr von 2 Euro gebucht werden, dienstags bis freitags 11 bis 17 Uhr an beiden Standorten, in Cottbus auch samstags.
Sowohl in Cottbus als auch in Frankfurt (Oder) werden ab Mitte Mai drei Monate lang drei ergänzende Präsentationen zu entdecken sein, welche die Nähe/Distanz-Themen HÄNDESCHÜTTELN, HANDSCHUHE UND MASKE in Werken aus der Sammlung des BLMK aufgreifen. Die Schauen werden von einem facettenreichen Vermittlungsangebot begleitet.
Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst beherbergt mit über 42.000 Werken die weltweit umfangreichste und vielfältigste Sammlung an Kunst aus der DDR. Als wichtige Referenzepoche ist das frühe 20. Jahrhundert mit Werken der Neuen Sachlichkeit und des Spätexpressionismus in der Kollektion vertreten. Ebenso Sammlungswerke, die im internationalen Kunstkontext nach 1990 verortet sind und sich vielschichtigen Traditionslinien der Kunst aus der DDR zuordnen lassen. Als eines der ersten Museen in Deutschland öffnete das BLMK am 1. Mai wieder seine drei Ausstellungshäuser in Cottbus und Frankfurt (Oder).
Öffnungszeiten
Dieselkraftwerk Cottbus | dienstags-sonntags 10-18 Uhr
Rathaushalle und Packhof Frankfurt (Oder) | dienstags-sonntags 11-17 Uhr
Näheres zum Programm:
https://www.facebook.com/blmk.cb.ff/videos/264626641245741/
Aktuelle Ausstellungslaufzeiten und weitere Informationen auf blmk.de











