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Rezension: "Der Angstmann" – Frank Goldammer

25.03.202009:32 UhrKunst & Kultur
Bild: Rezension: "Der Angstmann" – Frank Goldammer
dtv Verlag
dtv Verlag

(openPR) Inhalt :

Fesselnder Kriminalroman aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs
Dresden, November 1944: Die Bevölkerung leidet unter den anhaltenden Kriegszuständen und den täglichen Entbehrungen. Flüchtlingsströme drängen in die Stadt. Bombenalarme gehören zum Alltag. Da wird Kriminalinspektor Max Heller zu einer grausam zugerichteten Frauenleiche geholt. Schnell geht das Gerücht um: Das war der Angstmann, der nachts durch die Gassen schleicht. Heller gibt nichts auf das Gerede. Inmitten der Wirren des letzten Kriegswinters macht er sich auf die Suche nach einem brutalen Frauenmörder. Nicht nur sein linientreuer Vorgesetzter Rudolf Klepp legt Heller dabei Hindernisse in den Weg. Als im Februar 1945 die Stadt in einem beispiellosen Bombenhagel dem Erdboden gleich gemacht wird, hält man auch den Mörder für tot. Doch der Angstmann kehrt zurück.



Rezension :

Man stelle sich einfach mal vor, es ist 1944 in Dresden. Die Ostfront und Westfront sind am bröckeln oder schon zusammengebrochen. Die Amerikaner und Engländer bombardieren zunehmend auch Dresden. Die Polizei wird immer weniger, da die Männer an der Front gebraucht werden, weil die Russen ständig näher kommen. Das alleine ist ja bereits eine Geschichte wert, aber dies gibt es ja schon etliche Male. Hier liefert die Historie einen bewegenden Hintergrund für den Kriminalinspektor Max Heller. Ein Mann, der schon 1915 einen Krieg miterlebt hat und dort in einem Schützengraben lag. Der dabei eine Kriegsverletzung erlitten hat und deswegen nun nicht eingezogen wird, der aber auch immer wieder an den Schützengraben denkt und an das Gas, welches über den Schützengraben hinwegwehte und auch eindrang. Dies passiert aber immer wieder in kleinen Dosen. Es ist also nicht gerade so, dass man sagt: Oh Gott, schon wieder ein Kriminalinspektor, der einen Schaden hat.
Max Heller ist eher ein Kriminalinspektor mit einem übersteigerten Gerechtigkeitsempfinden, der nicht in die NSDAP, SS oder SA eingetreten ist, sondern der versucht sich so im nationalsozialistischen Deutschland durchzuschlagen.
Ihm gegenüber steht sein Vorgesetzter Rudolf Klepp. Einer, der noch immer an den „Endsieg“ glaubt, und dann doch in der Bombennacht am 13. Februar 1945 verschwindet.
Genau während dieser Zeit macht der Angstmann die Straßen Dresdens unsicher. Als wäre der Krieg nicht schon schlimm genug! Dieser Angstmann gibt komische Laute von sich und er häutet die Frauen so, dass sie dabei noch am Leben sind. So etwas spricht sich natürlich sehr schnell in der Stadt rum und verbreitet zusätzlich zu den ständigen Bombenangriffen noch mehr Angst.
Nach der Bombennacht vom 13. Februar 1945 ist erstmal Ruhe und man hat das Gefühl derjenige, der diese Morde begangen hat, ist in dieser Nacht von den Bomben erwischt worden. Aber zum Kriegsende hin fängt es wieder an und es kommen weitere Morde hinzu.
Es ist ein Krimi, der einen mitreißt, man bekommt unweigerlich ein Gefühl für das Leben in Dresden in der Zeit von Dezember 1944 – Mai 1945. Man riecht teilweise die Bomben, das Feuer und spürt die Angst und die Probleme, welche es in Dresden zu dieser Zeit gegeben hat. Dies ist wesentlich eindringender, als wenn man sich eine Dokumentation im Fernsehe ansieht. Das was Herr Goldammer in diesem Buch in mir hervorgerufen hat, ist eigentlich nicht fassbar. Er schafft es, dass die Angst vor den Bomben greifbar ist, es ist auch so, dass man versteht warum der Angstmann Dresden in Atem hält, auch wenn man eigentlich andere Sorgen hat.
Es ist aber auch eine Geschichte um einen Polizisten, der sich in meinen Augen nicht verbiegen lässt - weder von den Nazis noch von den Russen. Er bleibt seinem Empfinden und seiner Richtung treu. Er versucht aus dem Mangel, der auch bei der Polizei herrschte, das Beste zu machen, pflegt seine Freundschaften und passt auf die Menschen auf, die ihm umgeben, soweit er es kann. Sicher er ist nicht perfekt. Wer ist das schon? Er hat seine Ängste und die kommen immer wieder zu Tage, genauso wie er lieber einmal wegsieht, da er weiß, dass es ansonsten für ihn zu gefährlich wird.
Aber gerade dies macht diesen Krimi so lesenswert, da man immer wieder das Gefühl hat, das ist so ein normaler Mensch - kein Supermann, aber auch keiner, der sich verbiegen lässt. Die einzige Frage, welche ich mir nun schon seit Stunden stelle, ist: Wie will der Autor diese Figur weiter auf Verbrecherjagd gehen lassen. Wie will der Autor die Latte, welche er da gesetzt hat noch mal mit dem gleichen Kriminalinspektor überspringen? Ich bin gespannt, darf aber jedem, der Geschichte und einen Menschen mit Ecken und Kanten mag, diesen Kriminalinspektor ans Herz legen. Ich hoffe und denke, dass es noch einige Krimis mit Max Heller geben wird, aber ich weiß nicht, wie Frank Goldammer dies noch mal Toppen will.

Verlag: dtv - Verlag
ISBN: 978-3-423-26120-3

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