(openPR) Nachdem in Europa bereits im Januar rund 17 Prozent mehr Transportkapazität kurzfristig verfügbar war als zum Jahresende 2019, hat sich das Angebot an freiem Frachtraum im Februar um weitere 30 Prozent erhöht. Angesichts des großen Kapazitätszuwachses sind die Transportpreise im Vergleich zum Vormonat um 8,6 Prozent gesunken. Auffällig ist: Auf vielen Transportrouten aus europäischen Ländern nach Italien war die verfügbare Transportkapazität in diesem Jahr im Vergleich zu Februar 2019 deutlich geringer. Das geht aus aktuellen Auswertungen des Transport Market Monitors (TMM) hervor. Der Online-Service wird von Tim Consult auf Basis der Transportdaten von monatlich bis zu 150.000 realen Spotmarkt-Transporten bereitgestellt, die über die in Europa führende Transporeon-Plattform abgewickelt werden.
Die zentralen Entwicklungen im Februar 2020 im Überblick:
• Der Kapazitätsindex ist gegenüber Januar (Index 122,5) um 30,1 Prozent auf 159,4 Indexpunkte gestiegen. Das ist der höchste Wert seit 2008.
• Der Transportpreisindex ist auf 94,8 Indexpunkte gesunken, was einem Preisrückgang um 8,6 Prozent verglichen mit dem Vormonat (Index 103,7) entspricht.
• Der Dieselpreisindex ist gegenüber Januar um 3,1 Prozent gesunken. Er liegt leicht über dem Wert im Februar 2019 (+1,1%).
Der starke Anstieg der verfügbaren Transportkapazität hat sich im Februar auch in der Chemie- und Pharmaindustrie (+25,6%), der Baustoffbranche (+29,5%) oder im Automobilsektor (+21,3%) fortgesetzt. „Wir beobachten seit Monaten tendenziell zunehmende Kapazitäten und sinkende Preise. In den Indikatorindustrien fiel der Rückgang der Transportpreise im Februar jedoch besonders deutlich aus. In der Chemie- und Pharmaindustrie beispielsweise betrug der Preisverfall 14,2 Prozent“, sagt Oliver Kahrs, Geschäftsführer von Tim Consult, einem Tochterunternehmen von Transporeon.
Deutlich weniger Transportkapazitäten auf Routen nach Italien als im Februar 2019
Obwohl letzten Monat europaweit zudem mehr Transportkapazität am Spotmarkt verfügbar war als im Februar 2019, wurde auf Transportrouten aus vielen europäischen Ländern nach Italien deutlich weniger Frachtraum kurzfristig angeboten als ein Jahr zuvor. „Das könnte mit der Ausbreitung des Coronavirus in Italien ab Mitte Februar zusammenhängen. Vieles deutet darauf hin, dass in der aktuellen Situation weniger Transportdienstleister bereit sind, den italienischen Markt zu bedienen“, meint Kahrs.
Bei Transporten innerhalb Italiens zeigte sich im Februar ein anderes Bild. Im nationalen Geschäft waren die verfügbaren Kapazitäten dieses Jahr um 12,5 Prozent höher als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Dennoch sind auch die Preise um 15,3 Prozent gestiegen. „Die Spediteure innerhalb Italiens bieten den vorhandenen Frachtraum umfassend an, scheinen aber Aufschläge für ihre Dienstleistung zu verlangen. Die Verlader wiederum akzeptieren teurere Preise, obwohl sie eigentlich mehr Angebote bekommen haben als im Februar 2019“, erklärt Kahrs.
Auch in Gesamteuropa rechnet Kahrs mit Auswirkungen durch das Coronavirus: Während sich das Angebot an freiem Frachtraum bislang ab März saisonal bedingt stets wieder reduziert hat, könnte die Entwicklung in diesem Jahr anders verlaufen. Laut Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) seien die Folgen des Coronavirus in der globalen Wirtschaft und der exportorientierten deutschen Industrie deutlich zu registrieren. „Eine wirtschaftliche Eintrübung würde das Kapazitätsangebot in den kommenden Monaten entgegen der bekannten Muster weiter steigen lassen“, sagt Kahrs. „Die Auswertungen des Transport Market Monitors werden die tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung also besonders frühzeitig wiederspiegeln“, so Kahrs weiter.
Webinar zur aktuellen Entwicklung der Preise und Kapazitäten am Transportmarkt
Oliver Kahrs, Geschäftsführer von Tim Consult, informiert Marktteilnehmer monatlich in einem 15-minütigen englischsprachigen Webinar ausführlich über die aktuelle Entwicklung der Transportmarktpreise und -kapazitäten. Interessierte Markteilnehmer können sich kostenlos zur Teilnahme registrieren. Das nächste Webinar findet am 19. März statt.
Transport Market Monitor (TMM)
Der Transport Market Monitor ist ein leistungsfähiger Online-Service zur Preis- und Kapazitätsentwicklung im europäischen Straßengüterverkehr. Logistikverantwortliche in verladenden Industrie- und Handelsunternehmen, Spediteure und Transportdienstleister profitieren als Abonnenten von monatlichen Auswertungen, die online in zahlreichen Charts ausgespielt werden – für einzelne Länder in und ganz Europa sowie für Russland, 80 Land-Land-Kombinationen und mehr als zehn verschiedene Branchen.
Der TMM basiert auf den Spotmarkt-Daten der Transporeon-Plattformen mit über 20 Milliarden Euro Frachtumschlag pro Jahr. Seine Auswertungen werden aus mehr als 1,8 Millionen Frachtaufträgen generiert, die jährlich über den Spotmarkt von Transporeon abgewickelt und anschließend von Tim Consult analysiert werden. Damit liefert der Transport Market Monitor besonders valide, höchst präzise und transparente Informationen.
Weitere Informationen unter www.transportmarketmonitor.com.












