(openPR) Karl S., Geschäftsführer eines Mehrgenerationenbetriebes, blickt gedankenverloren aus dem Fenster des modernen Bürogebäudes. Erst vor ein paar Jahren ist der Anbau fertiggestellt worden und symbolisiert mit der dritten Bauphase zugleich Wachstum und Fortschritt des Eifler Familienunternehmens. Gerade steht aber alles still, der Sturm zwingt die Monteure zur Ruhe, die Zulieferer haben eh seit Tagen Verspätung. Auf die Frage, was die Firma mit dem Zeitausfall anfange, sagt er „wir räumen auf, bauen Überstunden ab, irgendwas ist immer zu tun“.
Dann schwärmt er von der Zusammenarbeit der Feuerwehr, der lückenlosen Kommunikation der Warndienste, den klaren Ansagen der regionalen Wetterdienste: „hier arbeiten alle zusammen, jeder wusste sofort, wo Hand anlegen, darum ist auch nichts passiert!“
Sorgen macht sich der 58jährige hingegen hinsichtlich der eigenen Betriebszukunft. Zwar kann er sich vor dem Ansturm an Nachfragen kaum retten, bedienen kann er sie mangels Mitarbeitern jedoch nicht. Darum ist die Warteliste für Kunden lang, einige beziehen schon längst von anderen oder suchen im Ausland nach Lösungen. Auch seine eigene Nachfolge hat Karl S. bislang nicht geregelt: keines der eigenen Kinder interessiert sich für den Betrieb, ein Käufer hat sich noch nicht gefunden.
So wie Karl S. geht es inzwischen 230.000 Betrieben in Deutschland, die bis 2022 schließen werden, weiß Dr. Johanna Dahm, Expertin für Unternehmenserfolg, Personalentwicklung und Nachfolgeplanung. Die promovierte Organistionsentwicklerin unterstützt KMU und Hidden Champions bei der Führungskräfteentwicklung und dem Transfer von Organisationen in die nächste Generation. „Unternehmen verpassen den Weckruf“ so Dahm „und positionieren sich nicht ausreichend. Qualität und Kunden stehen im Vordergrund, dass Mitarbeiter in Sachen Innovation und Know How auf dem neuesten Stand sein müssen, gerät da schnell aus dem Blick“. Die Risiken des Fachkräftemangels und der demographischen Entwicklung waren seit den 90er Jahren angemahnt worden. „Völlig falsche Kommunikation“, meint Dahm. Sie selbst diskutiert diese Themen mit Wissenschaftsrat, Bundesverband mittelständischer Wirtschaft und weiteren Gremien. „Von jeher habe ich mich dafür eingesetzt, klare Handlungsanweisungen für Unternehmer zu kommunizieren. Was statt dessen passiert ist, war eine akademische Diskussion an den Entscheidern vorbei. Jetzt werden deutsche Firmen systematisch weggeweht“. Um weiteren Betriebssterben vorzubeugen, spricht Dahm regelmäßig in TV und Radio und publiziert zum Thema Unternehmenserfolg und Fachkräftemangel. Ihr jüngster Titel „Sucher suchen. Finder finden“ liegt bereits in 2. Auflage vor.











