(openPR) Bachs Matthäus-Passion in der Fassung von Felix Mendelssohn Bartholdy schrieb in ihrer Uraufführung in Berlin Musikgeschichte. Am 11. März 2020, genau 191 Jahre später, wird der Berliner Oratorien-Chor im Berliner Konzerthaus dieses legendäre Musikereignis rekonstruieren.
Berlin. Am 11. März 1829 leitete Felix Mendelssohn Bartholdy mit der Wiederentdeckung der Matthäus-Passion die sogenannte Bach-Renaissance ein.
Bachs Bedeutung als Komponist war nach seinem Tod im 18. Jahrhundert kaum anerkannt. Nur ein kleiner Teil seiner Werke wurde aufgeführt. Ein besonderes Konzert löste jedoch eine neue Welle der Wertschätzung seines Werkes aus: Auf eigene Initiative hin führte Felix Mendelssohn Bartholdy die von ihm selbst bearbeitete Fassung der Matthäus-Passion in Berlin auf. Dabei musste er für die Miete des Konzertsaals im Haus der Singakademie (das heutige Maxim-Gorki-Theater) selbst aufkommen und konnte nur einen Teil der Chorsänger der Berliner Singakademie für dieses Konzert gewinnen. Doch weckte die Aufführung neues Interesse an Bachs Schaffen. Die Nachwelt wurde sich über dessen Rolle als Ausnahmekünstler bewusst. Mit rund drei Stunden Spielzeit war das monumentale Oratorium derzeit kaum aufführbar. Mendelssohn kürzte das Stück daher maßgeblich. Er strich Wiederholungen sowie ganze Arien, die aufgrund der Texte nicht als zeitgemäß galten, und legte Wert auf eine beständige Dramaturgie (Spieldauer nun etwa zwei Stunden).
Dirigent Thomas Hennig hatte bereits als Kapellmeister am Brandenburger Theater den Großteil der Chorwerke Mendelssohns, darunter die gesamte a-cappella Chormusik, zur Aufführung gebracht. Als Chorleiter des Berliner Oratorien-Chors hat Thomas Hennig sich schon mehrfach intensiv mit dem Werk von Mendelssohn und Bach beschäftigt. 2015 wurde mit der deutschsprachigen Bearbeitung (Mendelssohn Bartholdy) von Händels Israel in Ägypten ein Konzert aus dem Jahre 1844 wiederaufgeführt. Das Konzert im März ist nun Fortsetzung jenes Projekts. Begleitet wird der Chor von den Berliner Symphonikern. Die Solopartien werden von Nathalie de Montmollin (Sopran), Gundula Hintz (Alt), Edward Mout (Tenor, Evangelist), Ralf Lukas (Bariton, Jesus) und Till Schulze (Bass) bestritten.









