(openPR) Nestwärme veranstaltet am Montag anlässlich des Gedenktages der Kinderhospizarbeit eine Protestaktion in Trier gegen die folgen-schweren Missstände in der häuslichen Versorgung von pflegebe-dürftigen Kindern
Am 28. Februar ruft nestwärme e.V. zu einer Demonstration auf, um auf die verzweifelte Situation vieler Familien aufmerksam zu machen, die ein chronisch oder schwerst erkranktes Kind zuhause pflegen. Um 16 h 30 beginnt der einstündige Marsch „Stärkt die Kinderhospizarbeit!“ durch die Innenstadt an der Porta Nigra. Hier liegt an Infoständen auch eine Petition zum Unterschreiben aus und findet gegen 18 h 30 eine Abschlusskundgebung mit allen Forderungen statt.
Nestwärme Mitarbeiter aus der Ambulanten Kinderkrankenpflege und dem Kinderhospizdienst haben zusammen mit Kolleginnen der Integrativen Kinder-tagesstätte, vielen Eltern und Unterstützern eine engagierte Aktionsgruppe gebildet, die möglichst viele Menschen motivieren möchten, für die Versor-gung kranker Kinder auf die Straße zu geben. Nestwärme Geschäftsführerin Elisabeth Schuh weiß: „Die Lobby der oft lebensverkürzt erkrankten Kinder und ihrer Familien ist immer noch viel zu klein. Jeder, der am Montag mitgeht und damit an der Seite betroffener Familien steht, verhilft uns zu mehr Ge-hör.“
„Stell dir vor, dein Kind ist krank und du bekommst keine Hilfe“
Diese Situation erlebt Pflegedienstleiterin Sonja Groeger im ambulanten Kin-derkrankenpflegedienst der Trierer nestwärme gGmbH mittlerweile jede Wo-che. Sie und ihre 60 Kolleginnen dürfen Familien mit ihrem schwerstkranken Kind zuhause nicht die notwendige Hilfe geben, weil Krankenversicherungen, Pflegekassen und Gesetzgeber weder das Geld dazu bereitstellen noch die bürokratischen Hürden abbauen. „In Kliniken werden Kinderstationen ge-schlossen, weil Pflegekräfte fehlen, bei uns dürfen wir die Kinderkrankenpfle-gerinnen nicht zu den Kindern nach Hause lassen, weil die Finanzierung nicht freigegeben wird.“ Für die betroffenen Familien ist der Kampf um notwendi-ge Hilfe entwürdigend und zermürbt Ressourcen, die sie viel dringender für ihre Kinder brauchen.
Häusliche Kinderkrankenpflege muss endlich gesetzlich verankert und be-darfsgerecht geregelt werden
„Politik und Gesellschaft dürfen schwerstkranke Kinder und ihre Familien nicht länger allein lassen!“ So lautet der Appell, mit dem nestwärme um Soli-darität wirbt. „Eine gesunde Kindheit ist keine Garantie; ein Unfall oder eine Erkrankung können jederzeit für eigene Betroffenheit sorgen“, weiß die Vor-sitzende Petra Moske aus jahrelanger Erfahrung. „Inklusion als Haltung und das Kümmern um die Schwächsten der Gesellschaft sind Grundwerte unserer So-lidargemeinschaft.
Jedes Kind hat ein Recht, bestmöglich aufzuwachsen und die Unterstützung zu bekommen, die es dazu braucht. Unsere vielen Auszeichnungen für soziale Innovationen sind politische Lippenbekenntnisse, wenn keine eigene gesetzli-che Verankerung der außerklinischen Kinderkrankenpflege folgt.“
Die Trierer Stadtwerke haben zugesagt, die Porta Nigra aus diesem Anlass grün zu beleuchten. Grün ist die Symbolfarbe für die Kinderhospiz-Initiative und steht am 10. Februar in Trier auch für die Solidarität der Menschen mit er-krankten Kindern, Jugendlichen und deren Familien. Über 200 Menschen ha-ben bereits ihre Teilnahme an der Demonstration zugesagt. Viele Sportverei-ne kommen mit ihren Jugendabteilungen, so auch die Eintracht Trier. Trierer Musiker wie Steff Becker, Marco Dühr, Thomas Kiessling, Shirley Winter und Daniel Bukowski unterstützen die Aktion mit dem Song „You‘ve got a friend“.
Viele Teilnehmer werden Transparente mitbringen, um mit ihren Botschaften den Kindern und ihren Familien eine deutliche Stimme zu geben und den Pflegenotstand anzuprangern. Eltern und Organisatoren sind sich einig: Jeder Teilnehmer hilft, jede Stimme zählt!
Protest-Aktion „Stärkt die Kinderhospizarbeit“
28. Februar 2020 in Trier
16:30 Uhr: Offizielle Begrüßung an der Porta Nigra
17:00 Uhr: Start Marsch durch die Stadt
18:00 Uhr: Abschlusskundgebung an der Porta Nigra











