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Die großen Tranfers der World Tour 2020

11.12.201917:59 UhrSport
Bild: Die großen Tranfers der World Tour 2020

(openPR) Diesen Herbst hat das Wechselkarussell sich besonders schnell gedreht. Viele Mannschaften haben sich mit neuen Sponsoren verstärkt. Dazu hatten einige Teams den Anspruch in die World aufzusteigen oder in ihr zu bleiben. Auch gab es Fusionen. Die Radsportlandschaft des Jahres 2020 wird komplett anders aussehen als 2019. Mit der Israel Cycling Academy erscheint ein neues Team am Sternenhimmel der World Tour. Man hat wie ein Jahr zuvor CCC ein anderes Team aus der World Tour aufgekauft. Ein anderen Weg ist Cofidis gegangen. Die nutzten die Chance auf eine einmalige kurzfristige Vergrößerung der World Tour. Eigentlich sollten es 2020 zwanzig Teams sein. Doch nur 19 erfüllten die Kriterien der UCI.


Da diese Situation aber nicht lange Bestand haben wird, werden sich die Teams im nächsten Jahr um Plätze an der Sonne ordentlich streiten. Im Grunde geht es nur um die Teilnahmenberechtigung an der Tour de France. Zwar können oder müssen alle World Tour Rennen von den Teams bestritten werden, doch nur die Tour de France erregt diese einzigartige Aufmerksamkeit in der Weltöffentlichkeit.
Richard Carapaz hat für Movistar letztes Jahr den Giro d’Ìtalia gewonnen. Da lag es für Ineos nahe, sich diesen Mann zu kaufen. Zwar hat man in den eigenen Reihen genügend Anwärter für die Top Plätze bei den großen Rundfahrten. Doch ein Topfahrer in den eigen Reihen ist halt kein Konkurrent mehr. So werden sich Froome, Thomas, Bernal und eben Carapaz in einem Team um die Positionen bei den Großen Rundfahrten streiten. Eine Luxussituation, die bisher bei Ineos sehr gut gehändelt werden konnte, aber schwierig werden kann.

Movistar sind diesen Herbst einige der Großen abhanden gekommen. Enric Mas vom Team Deceuninck Quickstep soll diese ersetzen. Mas hat bei Deceunnck im letzten Jahr nicht all zu viel gerissen. Immerhin hat er die Tour of Guangxi gewonnen und sich in einigen Rennen auf dem Podest gezeigt. Jetzt soll der 23 jährige in der Heimat zeigen wozu er fähig ist. Er soll neben dem gealterten Valverde die Hoffnung für die Rundfahrten werden. Juri Hollmann ist auch ein Neuzugang bei Movistar, Der junge Deutsche vom Team Heizomat hatte sich schon der Deutschland Tour im Team von Katusha Alpecin gezeigt. Doch zählt er sicher nicht zu den spektakulären Favoriten für Rennen. Er wird zunächst einmal in die Lehre gehen und die schwere Luft der großen Weltcup Rennen schnuppern dürfen.
Wout Poels ist ein Neuzugang bei Bahrain McLaren. Ja das Team hat den Namen gewechselt und hat nun einen Motorsport Rennstall als Sponsor. Ich habe ja den sportlichen Leiter von Ineos beim Prolog des Giro d’Italia die Fahrer mit einem McLaren Rennwagen und zwei Fahrrädern auf dem Dach begleiten gesehen. Damals dachte ich, das wäre ein typisch britischer Scherz auf die Kommentare, das neue Team Ineos nun mit Ferraris ausgestattet werde. Aber vielleicht zeigte es schon damals die Interessen von McLaren auf sich am Radsport zu beteiligen. Vielleicht gab es ja schon vorher Verhandlungen mit SKY und Ineos hat das Rennen gewonnen. Wer weiß das schon. Bahrain McLaren braucht natürlich nach dem Abgang von Nibali einen starken Fahrer für die Rundfahrten. Man hat mit Cavendish, Haussler und Bauhaus natürlich eine starke Sprinterfraktion. Dies langt allerdings nur für Etappensiege und nicht für eine Rundfahrtwertung am Ende einer der großen Touren. Für die Rundfahrten könnten sich Matej Mohoric, Mikel Landa und Wout Poels ergänzen. Man wird es sehen.

Ein dicker Transfer ist auch der Wechsel von Tom Dumoulin nach Visma Jumbo. Dumoulin spielt nun die holländische Karte, obwohl sein bisheriges Team Sunweb auch eher dieser Region zugeordnet werden konnten. Dumoulin, der schon den Giro d’Italia gewonnen hatte und im letzten Jahr dort nach einem Sturz bei der Zielankunft in Frascati die Rundfahrt aufgeben musste, erwartet sich von Jumbo Visma sicher eine bessere Unterstützung als er sie zuletzt bei Sunweb hatte. Er hat dafür starke Mitstreiter, aber starke Konkurrenten, wie Primoz Roglic und Steven Kruijswijk. Auch Wout Van Aert dürfte zu beachten sein. Wenn das Team jedoch gut zusammenspielt und Tony Martin weiterhin in seiner Rolle als Mannschaftshelfer aufgeht, dann dürften wir einiges von dem Team zu erwarten haben. Zudem sie mit Dylan Groenwegen den zur Zeit besten Sprinter der Welt in ihren Reihen haben.

Reden wir am Ende noch von Bora hansgrohe. Natürlich. Die deutsche Mannschaft, die vor 5 Jahren noch in der dritten Liga und um die Teilnahme bei der Tour de France betteln musste, die deutsch fanzösische Freundschaft dürfte da eine gewisse Rolle bei der Teilnahme gespielt haben, will an die Spitze der World Tour. Ganz aussichtslos erscheint das nicht. Seitdem man sich mit hansgrohe Peter Sagan gekauft hat, findet man den Teamnamen in der oberen Reihe der Rankings. Letztes Jahr war es Rang 2 und warum sollte man nicht Deceuninck Quickstep überrunden können. Dazu hat man sich verstärkt. Allerdings gehören die Namen Kämna, Schelling, Fabro, Laas und Gamper nicht gerade zu den ganz großen Namen im Radsport. Die Abgänge wiegen schwerer. Vor allen Sam Bennet. Der ist den Bayern davon gelaufen, nachdem er seine Wunschrundfahrten nicht bestreiten durfte. Und seine Anfahrer Shane Archbold hat er gleich mit genommen. Archbold war erst in der letzten Saison wieder zum Team Bora hansgrohe gestoßen, nachdem er einige Zeit in Neuseeland am Versauern war. Bei den Siegen von Bennet bei der Vuelta sah man immer einen strahlenden Archbold, der am Ende die Kohlen für Bennet aus dem Feuer holte. Nun hat Bennet seinen Edelhelfer mitgenommen. Das heiß also, Buchmann, Sagan und Ackermann sollen es richten. Mit dem Abgang von Bennet hat Bora hansgrohe 1480 UCI Punkte verloren. Soviel hat Bennet dieses Jahr eingefahren. Das sind im Prinzip 10 Prozent aller Punkte. Zwar haben Ackermann, Sagan, Buchmann und Schachmann noch mehr Punkte rausgeholt. Das dürft aber auch am eingeschränkten Terminkalender von Bennet gelegen haben. Zudem haben die Neuzugänge bei Bora hansgrohe in der Saison 2019 zusammen nur 617 UCI Punkte herausgeholt. Das ist nicht mal die Hälfte des Wertes von Sam Bennet. Die Wünsche von Bora hansgrohe sind groß. Man wird sehen, ob sie erfüllt werden.

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