(openPR) Travagliato (Brescia), 08.11.2019 – Die Systeme für hyperspektrale Analysen stellen eine Technik mit unendlichem Potential dar, und das gilt nicht zuletzt auch für den Lebensmittel- und Umweltsektor. Aus diesem Grund hat Antares Vision, ein italienischer multinationaler Weltmarktführer für visuelle Inspektionssysteme, Rückverfolgungslösungen und intelligentes Datenmanagement, zusammen mit dem bekannten Weinbauunternehmen Berlucchi aus Brescia ein innovatives Versuchsprogramm zur Anwendung der hyperspektralen Technologie auf Weintrauben gestartet, das weltweit eines der wenigen in diesem Sektor ist.
Die Forschungstätigkeiten werden in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung für Informatik-Ingenieurwesen der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität Brescia sowie unter Verwendung von wissenschaftlich erfahrenen Agronomen erstellten Protokollen durchgeführt. Die Hauptzielsetzung sieht vor, durch regelmäßige Probenahmen, die bereits im Juli begonnen haben, die Qualität der Weintrauben ausgehend von ihren organoleptischen Eigenschaften bis hin zur Entwicklung der chemischen Zusammensetzung während der Reifephase oder hinsichtlich des möglichen Vorhandenseins von Botrytis oder anderen Schimmelpilzen zu überwachen. Dank der hyperspektralen Kamera, mit der sozusagen eine um das vielfache bessere Röntgenaufnahme erzeugt wird, die bis in die tiefste Struktur der Materie dringt und sie erfasst, ist es möglich, die chemischen Eigenschaften der analysierten Objekte zu erkennen. Der zweite Teil des Projekts Antares Vision–Berlucchi ist dann der Optimierung der gesammelten Daten gewidmet. Durch das maschinelle Lernen wird nach Indikatoren, Einschränkungen und Zusammenhängen gesucht, die für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar sind, um wertvolle Analysen und Statistiken zu erhalten, durch die die Prozesse und die Qualität des Endprodukts weiter verbessert werden können.
„Mit Berlucchi haben wir den idealen Partner gefunden, um ein innovatives Projekt für die Analyse der Qualität von Weintrauben zu entwickeln“, sagt Massimo Bonardi, der technische Leiter und Geschäftsführer von Antares Vision. „Es handelt sich um ein Unternehmen, das uns in jeder Hinsicht sehr nahe steht, weil es im Gebiet verwurzelt ist und gleichzeitig als weltweit anerkannter Vertreter für den Schutz des Made in Italy und unseres önogastronomischen Kulturguts gilt. Antares Vision dehnt seine zwanzigjährige Erfahrung zunehmend auch auf andere Branchen aus, wie beispielsweise Food & Beverage. Zu unserer Mission gehören die Überprüfung der Qualität sowie die Gewährleistung der Rückverfolgbarkeit und Originalität der Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg. Der beste Weg, um dies zu erzielen, ist durch das Zusammenarbeiten mit mehreren prestigeträchtigen Einrichtungen mit ebenso zahlreichen Führungspersönlichkeiten, bei denen Forschung und Innovation als Schlüssel für den Erfolg betrachtet werden, um entlang der gesamten Lieferkette stets exzellente und noch strenger kontrollierte Produkte anzubieten und zu gewährleisten. Mit Berlucchi haben wir uns von Anfang an gut verstanden, und wir sind sicher, dass dieses Projekt sehr interessante und wahrscheinlich auch wegweisende Ergebnisse für die Vinifikation hervorbringen wird."
Die hyperspektrale Kamera nutzt einen lichtempfindlichen Sensor, dessen Sensitivität jedoch nicht auf die Wellenlängen im sichtbaren Teil des Spektrums beschränkt ist, sondern auch den Bereich des Spektrums erfasst, der über das Sichtbare (in der Nähe des Infrarots) hinausgeht, wo das menschliche Auge nicht mehr ausreicht. Die Analyse kann auch auf spezifische Intervalle konzentriert werden, um möglicherweise vorhandene spezifische Informationen zur Wechselwirkung Licht-Materie zu ermitteln. Diese Kamera schießt dann hunderte von durch sehr geringe Wellenlängenintervalle, die auch Bänder genannt werden und ungefähr 4 Millionstel Millimeter breit sind, voneinander getrennte Aufnahmen: Im spezifischen Fall werden mehr als 220 Bilder gleichzeitig aufgenommen, um das empfindliche Arbeitsintervall von 900 bis 1700 Nanometer abzudecken. Das Objekt kann daher aufgrund von 220 verschiedenen, aus demselben Blickwinkel aufgenommenen Bildern analysiert werden: Jede Aufnahme ist dann wegen der chemischen Zusammensetzung des Objekts anders als die anderen (oder auch nicht). Bestimmte chemische Elemente oder Verbindungen absorbieren nämlich die Strahlung (infrarot in diesem Fall) anders und ändern dadurch das Spektrum auf eine typische Art und Weise. Die Leistungsfähigkeit der hyperspektralen Technologie ist nicht vom Wellenlängenintervall abhängig, das heißt, unterschiedliche Kameras und unterschiedliche interne Sensoren können unterschiedliche Strahlungen erfassen. Aus diesem Grund kann diese innovative Technologie in verschiedenen Bereichen angewendet werden, von der Geologie bis hin zum biomedizinischen Sektor, als auch für forensische Untersuchungen.








