(openPR) Auf den ersten Blick steht die Buchbranche prächtig da: Noch nie hat es so zahlreiche Novitäten, noch nie so viele alte Bücher lieferbar gegeben. Zu keiner früheren Zeit war gedrucktes Wort so preiswert, ja mitunter so spottbillig wie heute.
Dennoch ist vielen Teilnehmern in der Branche bange vor der Zukunft. Erst entstanden durch Konzentration im Verlagsbereich wahre Kommunikationsriesen. Sollte ihr Hauptmotiv Gestaltungskraft gewesen sein, so hat die aktuelle Entwicklung eines Besseren belehrt. Der Handel hat nachgezogen und sich zu gigantischen Unternehmen zusammengeschlossen, die mit riesigen Umsätzen selbst Verlagsgiganten in den Schattenstellen – und weit gehend entmachten. Es ist nämlich der Handel, der heute die prägenden Entscheidungen fällt: Vieles stellt sich als Nivellierung dar, die sich auf (anscheinend) im Voraus erkennbar gängige Titel konzentriert. Massentaulichkeit und Warenumsatzgeschwindigkeit entscheiden heute darüber, ob ein Autorin, ein Autor überhaupt gedruckt wird oder nicht! Die Titel in den großen Buchketten werden immer ähnlicher ausgestattet und präsentiert. Und selbst die im Grunde unabhängigen, kleineren Buchhandlungen schielen mehr und mehr nach den Bestsellern der Großen. Kurz: Was Millionen Deutsche durch die Konzentration auf dem Energiesektor erleben mussten, spielt sich vor ihren Augen jetzt auch in der Buchhandlung ab. Gedruckt wird nicht mehr, was der individuelle Leser vermutlich gerne lesen würde. Das Angebot reflektiert nicht mehr die fantastischen Interessen der Kernleserschaft. Das ist nicht nur einer Kulturnation unwürdig – es ist auch eine Gefahr für das Buch generell. „Bestseller werden erst gekauft, und dann gelesen“ – das erklärt, warum so viele schlechte Bücher kommerziell so erfolgreich sind.
„Doch es tut sich was, und die Bewegung kommt von den Rändern“, schrieben kürzlich die Branchenkenner Gerhard Beckmann und Volker Hasenclever im „BUCHMARKT Oktober 2006“. Der Kleinverleger Joachim Unseld hat einen Deutschen Buchpreis eingerichtet; eine Gruppe kleiner literarischer Verlage winkt mit dem Kurt-Wolff-Preis. Im Schweizerischen Olten wurde die erste Publikumsmesse mit den Werken aus Kleinverlagen abgehalten. In Österreich gibt es ähnliche Überlegungen.
In Deutschland ist es LuuBooks gelungen, das erste Jahr seit der Gründung erfolgreich abzuschließen: Die erste überregionale Plattform für Kleinverlage im Internet. Mögen Sie Perlen in Buchform? Dann schauen Sie dort hinein:
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