(openPR) Am 18. Juli 2019 konnte vom Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade Baden-Württemberg das neue Branchenzentrum Ausbau und Fassade eingeweiht werden. Unter einem Dach wurden in Rutesheim die bisher dezentralen Standorte des Fachverbandes und seines Kompetenzzentrums Ausbau und Fassade zusammen geführt. Neben großzügigen Konferenz- und Tagungsräumen erwarten die Seminarteilnehmer nun auch funktionale und preisgünstige Übernachtungsmöglichkeiten.
Beim Betreten des neuen Branchenzentrums für Ausbau und Fassade in Rutesheim fällt der Blick der Besucher unweigerlich auf eine handwerkliche Meisterleistung: Hell leuchtend hebt sich im Atrium eine skulpturale Wendeltreppe vor einer dunkleren Wand ab. Diese Wendeltreppe verbindet über 26 mit Eichenholz belegten Stufen das Erd- mit dem ersten Obergeschoss. Als Grundkonstruktion wurde eine freitragende Stahlwangentreppe mit beidseitig brüstungshohen Flachstahlwangen als Absturzsicherung gewählt.
Um der Wendeltreppe diesen skulpturalen, fast transluzenten und schwenden Charakter zu verleihen, wurde die Grundkonstruktion aus Stahl mit Hilfe von vor Ort gebogenem Rundstahl und Rabitzdraht in die finale Form gebracht. Die beiden Handläufe wurden direkt auf den Treppenwangen in Stuck gezogen und durch ein im Handlauf eingelegtes LED-Band in Szene gesetzt.
Nach der Montage der Stahlgrundkonstruktion starteten Mitte vergangenen Jahres angehende Ausbau-Manager und Azubis unter Anleitung des Experten Uwe Marko und Ausbildungsmeister Gerhard Fischer mit den Arbeiten an der Wendeltreppe. Da wurde nun tatkräftig geschweißt, Stahl gebogen, Schablonen gebaut und Einiges an konzeptioneller Arbeit geleistet. Durch die große Erfahrung und Umsicht von Stuckateurmeister Uwe Marko mit solchen Projekten und der hohen Motivation seitens Ausbilder Fischer und seinen Nachwuchskräften konnte man schon nach wenigen Tagen einen beachtlichen ersten Arbeitsfortschritt erkennen.
Nachdem die Unterkonstruktion den gestalterischen Ansprüchen genügte, wurde die komplette Wendeltreppe verputzt und mit einer Oberfläche versehen, die als „Kunst am Bau“ gelten kann: Kalkputz mit einer Beimischung aus Quarzsand in den Farbtönen Ocker und Anthrazit wurde zweilagig aufgezogen, aufgefilzt und geglättet. Nach einem präzisen Schliff mit Papier in einer 240er-Körnung wurde die gesamte Oberfläche aufgestuckt, um die Poren zu schließen. Es folgte ein Feinschliff mit einem 400er-Schgleifpapier. Final wurde dann die Treppe noch doppelt gewachst und auf Hochglanz poliert.
Durch diese zahlreichen „Arbeitsblöcke“ durch die Auszubildenden kann nun die Wendeltreppe ihre Wirkung auf die Besucher entfalten.
© Stephan Bacher / Fachverband der Stuckateure












