(openPR) MECKENBEUREN-LIEBENAU – Es hätte Johannes Brahms gefallen. Der Verfechter des klassischen Erbes wirkte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und prägte maßgeblich die Zeit der Romantik – das spürten die Zuhörer im Liebenauer Schloss. Der Kammerchor „stuttgart vokal“, unter der Leitung von Andreas Großberger und mit Jochen Ferber am Klavier, war Gast der Stiftung Liebenau. Seine Chormusik im Rahmen der Liebenauer Konzertreihe war eine Hommage an Johannes Brahms, Robert Schumann, Heinrich von Herzogenberg und Josef Gabriel Rheinberger, erfüllt von leidenschaftlicher Melodik und volkstümlichen Elementen.
Oh schöne Nacht
Wen wunderts, dass der Kammerchor sein Konzert der „schönen Nacht“ widmete. Ist es doch die Abenddämmerung, die den Stimmungen einen Namen gibt. Verhaltenes Bangen in sehnsuchtsvoller Erwartung wie die Solis „Es stürmet am Abendhimmel“ mit Mezzosopranistin Mareike Peissner oder das „Ständchen“ mit Bariton Georg Schmid. Die Kompositionen der Romantik sind durchdrungen von Gefühlen, die die Menschen berühren. Vielleicht auch deshalb, weil ihre Musik zu jener Zeit ein wichtiges Sprachrohr war, um das auszudrücken, was die Menschen bewegte.
Die Boten der Liebe
Schon das „Abendlied“ von Johannes Brahms lies die Zuhörer staunen, als würden sie etwas verstehen, mit den Händen greifen können, das sie bis dato nur ahnen konnten. Das „Vergebliche Ständchen“, ein Solo von Sopranistin Kerstin Plaschka, war eine innige Liebeserklärung, ein zärtliches Wiegenlied, das die Zuhörer streichelte. Dagegen waren die „Neckereien“ von Brahms frech, fast dreist, ein Dialog, ein Tanzen, Distanz einfordernd und wieder aufeinander zugehend.
Wie schön, hier zu verträumen
Das „Zigeunerleben“ von Robert Schumann entführte in den Wald. Kraft ihrer dynamischen Stimmkunst der über 30 Chorsängerinnen und Sänger war das Lied eine lebensfreudige Ahnung von Mut, Abenteuer und Freiheit. Virtuos nahm Jochen Ferber am Klavier die Stimmungen auf, vertiefte sie und ließ die Töne tanzen. Das Stuttgarter Ensemble würdigte den begeisterten Applaus mit einer Zugabe. Dirigent Andreas Großberger sagte: „Danke, hier sein zu dürfen.“
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