(openPR) PRESSEMITTEILUNG vom 11. Juni 2019
„Modemetropole Berlin“
22. Abend zur Industriekultur
Am 14. Juni 2019 im Goldberger-Saal des Ludwig-Erhard-Hauses,
Fasanenstraße 85, 10623 Berlin (U + S Bahnhof Zoo) der IHK Berlin, ab 18.00 Uhr werden zur Modemetropole Berlin zwei Vorträge zu hören sein.
Über Ihre Berichterstattung freuen wir uns!
Der Historiker Uwe Westphal wird das Thema »Modemetropole Berlin 1836-1939 – Entstehung und Zerstörung der jüdischen Konfektions-häuser« unter die Lupe nehmen. »Made in Berlin: Gegenwart und Zukunft einer anderen Modestadt« heißt der Titel des Anschlussvortrages, den Prof. Antonella Giannone von der Weißensee Kunsthochschule Berlin halten wird.
Der Industriekulturabend setzt das modische Berlin vergangener Zeiten wieder lebendig ins Bild. Wer weiß heute noch, dass Berlins größte Industrie einmal die Modeindustrie war? Rund 100.000 Näherinnen, Schneider, Konfektionäre und Modegestalter arbeiteten 1920 für Exportstarke Firmen in der Metropole. Knapp 90 Jahre vorher, also 1836, ergriffen die jüdischen Kaufleute Valentin Manheimer, Herrman Gerson, Rudolf Herzog und David Leib Levin die Chance, mit Berlin den Sprung zur Großstadt zu machen. Denn diese drei erfanden, was unter den Handwerkszünften bis dahin
unmöglich war, die Bekleidung nach tandardisierten
Größen. 1880 hingen diese bereits in den Warenhäusern zum Verkauf, begeisterten das Publikum. Die Konfektion ging in der Tat auf jüdische Kaufleute und deren Innovationsfähigkeit zurück. Jedoch wurde ihnen die Rassedefinition der Nationalsozialisten ab 1933 zum Verhängnis. Die Nationalsozialisten hielten wenig von Mode und stigmatisierten sie als „jüdische Konfektion“. Gab es 1933 noch 2.700 jüdische Firmen in Berlin,
waren es 1939 nur noch unter 100. Eine große Tradition der Bekleidungsherstellung ging im großdeutschen Wahn unter. Davon hat sich die Branche nicht mehr erholt, bis heute nicht.
Die Geschichte dieser Industrie hat Uwe Westphal in seinem dritten Buch über die Mode in Berlin recherchiert und mit zahlreichen Fotografien und farbigen Bildern sowie Dokumenten anschaulich dargestellt.
Wie immer schließt der Abend mit Blick auf Gegenwart und Zukunft.
Kostenbeitrag: 6 €













