(openPR) Mehr als ein Jahr lang beschäftigte sich Paula Aiblinger mit der Herzogin Hedwig von Schlesien. Wer war diese Frau, die Papst Klemens IV als “Mulier fortis - ein starkes Weib” bezeichnete?
Das Ergebnis ihrer Nachforschungen verwandelte Frau Aiblinger in ein Theaterstück, das ab Pfingstmontag in Bad Endorf aufgeführt wird. Die ersten Szenen zeigen Hedwig als Kind, gespielt von Greta Hofmann. Geboren im Jahr 1174 als Tochter des Grafen Berthold IV. und dessen zweiter Frau Agnes von Groitzsch wird sie von ihrer Tante, der Äbtissin des Benediktinerklosters in Kitzingen erzogen und in die adeligen Benimmregeln eingeführt. Nur um mit 13 Jahren zwangsverheiratet zu werden.
Brav kommt Hedwig der einzigen Aufgabe nach, die einer adeligen Frau im Hochmittelalter zugedacht war. Sie gebärt ihrem Mann, Herzog Heinrich I. von Schlesien, im Lauf von 22 Ehejahren sieben Kinder. Ihre Zeit im Kloster vergisst sie dabei nie. Während sich Heinrich um den Aufbau und die Sicherung des Landes kümmert, arbeitet Hedwig an der Verbreitung des christlichen Gedankengutes, kümmert sich um Pflegebedürftige und gründet mehrere Frauenklöster. Sie soll stets eine kleine Marienstatue bei sich getragen haben, um sie in ruhigen Zeiten andächtig betrachten zu können.
In diesen Szenen, die Hedwig als erwachsene Frau im besten Alter zeigen, übernimmt Emilia Gianetta die Hauptrolle. Sie muss eine Frau verkörpern, die ein Doppelleben als weltliche Herrscherin und christliche Missionarin führt. Das Stück gewinnt, historisch bedingt, an Dramatik, denn Hedwig muss zahlreiche Schicksalsschläge erleiden. Ihr Heimatschloss wird zerstört, ihre Schwester Gertrud ermordet. Sechs ihrer Kinder sterben, im Jahr 1238 auch ihr Ehemann.
Den letzten und grausamsten Schicksalsschlag erleidet Hedwig im Jahr 1241. Die Mongolen fallen in ihr Land ein, in der Schlacht bei Liegnitz stirbt ihr einziges verbliebenes Kind, Heinrich II. Sie selbst kann mit knapper Not nach Krossen an der Oder fliehen.
In ihrem eigenen Kloster verbringt Hedwig als alte Frau, gespielt von Christine Roßmy, ihre letzten Lebensjahre. Hedwig kasteit sich selbst, indem sie im tiefsten Winter barfuß geht. Der um ihre Gesundheit besorgte Bischof befiehlt ihr daraufhin Schuhe zu tragen. Wie immer findet Hedwig einen Weg, um gehorsam und gleichzeitig revolutionär zu sein. Sie trägt die Schuhe einfach in der Hand.
Karten für das Stück „Hedwig von Andechs, Herzogin von Schlesien“ erhalten Sie über die Webseite des Theatervereins, http://www.theater-endorf.de oder ab 29. April an der Theaterkasse, Tel.: 08053-3743.













