(openPR) Wachstumshormon (Somatropin) spielt eine entscheidende Rolle bei der körperlichen Entwicklung von Kindern. Wird ein Mangel dieses körpereigenen Stoffes rechtzeitig erkannt, hilft eine Therapie, bei der das fehlende Hormon ersetzt wird.
Marius war ein ganz normales Baby, genauso groß und schwer wie die anderen Kinder. Im Alter von vier Jahren fällt im Kindergarten zum ersten Mal auf, dass er einer der Kleinsten ist und mit fünf Jahren verläuft seine Wachstumskurve im gelben Kinder-Untersuchungsheft nicht mehr im normalen Bereich. Leider bleibt die Ursache der Wachstumsstörung lange unerkannt. Marius ist immer der Kleinste und wird von den Erwachsenen häufig falsch eingeschätzt. Bemerkungen wie: „Darfst Du das denn schon? Bist Du dazu schon alt genug?“ machen ihn unglücklich. Auf die Frage nach seinen Wünschen zu Weihnachten antwortet er: „Ich möchte gern wachsen und so groß sein, wie die anderen.“
Als sich bei seinen Freunden im gleichen Alter die ersten Zeichen der Pubertät bemerkbar machen, ist die starke körperliche Entwicklungsverzögerung von Marius nicht mehr zu übersehen. Seine Mutter bemüht sich um die Überweisung zu einem Facharzt für Endokrinologie. Marius ist fast vierzehn Jahre alt und nur 137 Zentimeter groß. Die Vermutung des Endokrinologen bestätigt sich: Marius leidet an einem ausgeprägten Mangel an Wachstumshormon. Da sein Knochenalter stark verzögert ist und die Pubertät noch nicht begonnen hat, besteht die Chance, dass Marius einen Teil des versäumten Wachstums aufholt. Kurze Zeit später beginnt die Substitutionstherapie mit Wachstumshormon (Somatropin).
Marius ist heute 16 Jahre alt und seit dem Beginn der Therapie fast 20 Zentimeter gewachsen. Er ist erleichtert, dass er zu seinen Freunden schon ein Stück weit aufgeholt hat. Die Körperhöhe von cirka 173 Zentimetern, die aufgrund seiner Erbanlagen normal gewesen wäre, kann er wegen der späten Diagnose und Therapie leider nicht mehr erreichen. Es besteht die Hoffnung, dass Marius bis zum Ende der Pubertät 165 Zentimeter groß wird. Ohne die Beurteilung durch einen Facharzt und die Behandlung mit Wachstumshormon wäre Marius kaum größer als 150 Zentimeter geworden.
Medizinische Information:
Wachstumshormon (Somatropin) wird in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) produziert und ist für das Längenwachstum im Kindesalter sowie für andere wichtige Körperfunktionen zuständig. Bei einer Behandlung mit Somatropin wird der fehlende körpereigene Stoff ersetzt, der für die normale Entwicklung eines Kindes notwendig ist. Wichtig sind die rechtzeitige Diagnose einer Wachstumsstörung und die an die speziellen Bedürfnisse des Patienten angepasste Therapie. Ein Wachstumshormonmangel sollte so früh wie möglich erkannt werden, damit rechtzeitig mit der Behandlung begonnen werden kann. Optimal ist eine Diagnose im Alter von zwei bis fünf Jahren. Nach Eintritt in die Pubertät schließen sich die knorpeligen Wachstumsfugen und ein Aufholwachstum bis zur altersgerechten Größe ist dann nicht mehr möglich. Weitere Informationen erhalten Sie bei „Forum Wachsen“, Telefon: 089-89 45 78 40 oder unter www.forumwachsen.de.
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Die Betreuung kleinwüchsiger Patienten stellt eine große Herausforderung für Therapeuten, Eltern und Angehörige dar. Wachstums- und Entwicklungsstörungen gehören zu den eher seltenen Erscheinungen im Praxisalltag des Kinderarztes. Somit ist es nicht verwunderlich, dass notwendige Konsequenzen häufig erst spät, nicht selten zu spät, ergriffen werden. Fachgesellschaften, wie die Arbeitsgemeinschaft pädiatrische Endokrinologie (APE) und Patientenorganisationen, wie der Bundesverband kleinwüchsiger Menschen und ihrer Familien (BKMF), arbeiten seit mehreren Jahren an Maßnahmen zur Verbesserung von Diagnostik und Therapie kleinwüchsiger Patienten. Die Wachstumshormon-Hersteller starteten in der Vergangenheit eigene Aktivitäten, beispielsweise Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie das Erstellen von Informationsmaterialien für Ärzte und Eltern, um auf den Kleinwuchs aufmerksam zu machen.




