(openPR) Bewertungsreserven im Portfolio – Geschäftsjahr 2001/2002 mit Verlust
Frankfurt am Main, 7. Februar 2003. Das Portfolio der Deutschen Beteiligungs AG enthält deutliche Bewertungsreserven: Der Fair Value der Finanzanlagen übersteigt deren Buchwert um rund 26 Millionen Euro. Daraus ergibt sich ein Fair Value je Aktie (Summe aus Buchwert und Bewertungsreserve) von 12,95 Euro. „Wir leiten daraus ein beträchtliches Potenzial für unsere Aktie ab“, so Wilken von Hodenberg, Sprecher des Vorstandes der Deutschen Beteiligungs AG, heute während der Bilanz-pressekonferenz des Unternehmens. Die Deutsche Beteiligungs AG hat das vergangene Geschäftsjahr 2001/2002 mit einem Konzernjahresfehlbetrag von 15,8 Millionen Euro abgeschlossen. Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Beteiligungs AG werden der Hauptversammlung deshalb vorschlagen, für das vergangene Geschäftsjahr keine Dividende zu zahlen.
Mehr Transparenz gegenüber dem Kapitalmarkt
Im angelsächsisch geprägten Private-Equity-Geschäft sind die Bewertungsreserven im Portfolio eine wichtige Kennziffer zur Beurteilung der Aktie. Die Deutsche Beteiligungs AG publiziert diese Kennziffer künftig halbjährlich, jeweils mit Veröffentlichung des Jahresergebnisses bzw. der Halbjahreszahlen. Ermittelt werden die Bewertungsreserven nach einer Richtlinie, die auf den International Accounting Standards (IAS) und den darin vorgesehenen Bewertungsgrundsätzen beruht. Die Deutsche Beteiligungs AG liefert damit ihren Aktionären den wesentlichen Erkenntnisgewinn einer Bilanzierung nach internationalen Rechnungs-legungsstandards und erhöht die Transparenz gegenüber dem Kapitalmarkt.
Die Summe aus Buchwert und Bewertungsreserve je Aktie betragen 12,95 Euro; mit 6,80 Euro liegt der Aktienkurs gegenwärtig fast 50 Prozent unter dem Fair Value. „Unser Ziel ist es, die Bewertungsreserven kontinuierlich zu erhöhen und so die Wertsteigerungen in unserem Portfolio zu dokumentieren“, äußert von Hodenberg.
Wertberichtigungen zehren Veräußerungserlöse auf
Ein Verlust für das Geschäftsjahr 2001/2002 war im September bereits angekündigt worden. Er ist einerseits auf die Schwierigkeiten zurückzuführen, in dem gegenwärtigen Kapitalmarktumfeld Unternehmen zu veräußern; andererseits haben Wertberichtigungen und Abschreibungen die Erlöse erfolgreicher Unternehmensveräußerungen aufgezehrt.
Der Konzernjahresfehlbetrag beträgt 15,8 Millionen Euro nach einem Konzernjahresüberschuss von 9,2 Millionen Euro im Vorjahr. „Wir sind zuversichtlich, dass die Deutsche Beteiligungs AG an ihre erfolgreiche Entwicklung anknüpfen und befriedigende Renditen erzielen wird, wenn sich die Konjunktur und das Kapitalmarktumfeld verbessern“, so von Hodenberg. Folgende Faktoren stützen diese Einschätzung:
- Der Markt für Management-Buy-outs in Deutschland mit einem Transaktionsvolumen zwischen 50 und 250 Millionen Euro ist stabil. ·
- Die Deutsche Beteiligungs AG ist ein erfahrener Marktteilnehmer mit ausgewiesener Expertise, dem Private-Equity-Investoren vertrauen – dies beweist der Erfolg im Fundraising.
- Das Beteiligungsportfolio ist solide und entwickelt sich in der gegenwärtigen schlechten Konjunktur zufrieden stellend. ·
- Die Deutsche Beteiligungs AG hat zahlreiche reife Beteiligungen im Portfolio.
Kurzfristig wird der Erfolg allerdings von der Entwicklung der Kapitalmärkte abhängen. Nach wie vor gibt es Belastungen, die Unternehmensverkäufe erschweren.
Wichtige Ergebnisbeiträge haben im vergangenen Geschäftsjahr 2001/2002 neben den Gewinnausschüttungen der Beteiligungsgesellschaften von 11,8 Millionen Euro (Vorjahr 29,9 Millionen €) vor allem die Gewinne aus den Verkäufen der Hawe KG und der Rheinhold & Mahla AG geliefert. Insgesamt sind die Erträge aus dem Beteiligungsgeschäft (Erträge aus Finanzanlagen und aus dem Abgang von Beteiligungen) mit 27,2 Millionen Euro jedoch deutlich unter dem Vorjahresniveau von 39,7 Millionen Euro geblieben. Belastend haben Wertberichtigungen und Abschreibungen von 27,0 Millionen Euro gewirkt, in deren Bemessung auch die eher verhaltenen Konjunkturaussichten für das Jahr 2003 eingeflossen sind.
Mehr als eine halbe Milliarde Euro unter Management Zwei neue Beteiligungen wurden im vergangenen Geschäftsjahr eingegangen: Unter anderem wurde im Juni 2002 das Engineering-Geschäft der RHI AG in einem Management-Buy-out erworben. Die Deutsche Beteiligungs AG hat zum 31. Oktober 2002 49 Unternehmen (Vorjahr: 49) mit Anschaffungskosten von 313 Millionen Euro (Vorjahr: 311 Millionen Euro) in ihrem Portfolio. Darüber hinaus managt die Deutsche Beteiligungs AG Fonds, die überwiegend an denselben Unternehmen beteiligt sind. Insgesamt belief sich das von der Deutschen Beteiligungs AG gehaltene und für Dritte betreute Portfoliovolumen zum Bilanzstichtag auf 516 Millionen Euro.
Institutionelle Investoren sagen 121 Millionen Euro zu
Die Deutsche Beteiligungs AG hat im vergangenen Jahr einen neuen Parallelfonds aufgelegt. Für den DBAG Fund IV hat sie zum ersten Mal institutionelle Investoren außerhalb ihres Aktionärskreises angesprochen. Banken, Versicherungen, Fund-of-Funds-Investoren und Familienvermögen aus Deutschland, Westeuropa und den Vereinigten Staaten von Amerika haben im ersten Schritt 121 Millionen Euro zugesagt. Insgesamt wird ein Fondsvolumen von 250 Millionen Euro erwartet. Ein zweiter Zeichnungsschluss soll in den kommenden Wochen stattfinden. „Es ist uns gelungen, die Finanzierungsbasis für unser Geschäft zu verbreitern“, äußert Vorstandssprecher von Hodenberg; „wir werten das als Vertrauensbeweis in die Kompetenz unseres Investment-Teams.“
Attraktive Investitionsmöglichkeiten
Die Deutsche Beteiligungs AG beurteilt den Private-Equity-Markt positiv. Zwar hat die konjunkturelle Situation den deutschen Buy-out-Markt zuletzt beeinträchtigt: So hat sich in manchen Fällen die wirtschaftliche Lage der zum Verkauf stehenden Unternehmen während des Verkaufsprozesses verschlechtert; einige Unternehmen waren schon bei Beginn der Gespräche in schwieriger Verfassung. 2002 sind in Deutschland deshalb mehr Transaktionen als sonst, die bereits weit gediehen waren, nicht zustande gekommen. Insgesamt ist der Markt aber stabil gewesen. „Wir sehen derzeit etliche attraktive Investitionsmöglichkeiten“, so von Hodenberg. Vor allem die anhaltende Restrukturierung großer Konzerne sorgt für einen guten Dealflow.

