(openPR) München, 20.09.2006. Das Kirchengewölbe verwandelt sich in einen Wolkenhimmel, die Grenzen zwischen innen und außen scheinen sich aufzulösen. Seit Jahrhunderten versuchen Architekten mit dem Kirchenraum gen Himmel zu streben. „Durch die Animation kann man das Kirchengewölbe förmlich aufbrechen“, sagt Lichtkünstler Michael Pendry. Licht-, Musik- und Soundinstallationen ermöglichen ein einmaliges audio-visuelles Erlebnis. „Man ist nicht nur dabei, sondern mittendrin“, verspricht Pendry den Besuchern. Vom 20. bis 28.10.2006 von jeweils 19.30 Uhr bis 23.00 Uhr werden der Künstler und sein Team per Videobeamer ein 20 auf 50 Meter großes Himmelszelt in Echtzeit an das Kirchengewölbe der Jesuitenkirche in der Neuhauser Straße projizieren. Die hochtalentierten Komponisten Daniel Regenberg und Jerker Kluge begeistern durch interagierende, musikalische Intervalle, die die Eindrücke des Bet-rachters zusätzlich intensivieren. Zudem finden Lesungen zum Thema Apokalypse mit renommierten Schauspielern statt, u.a. am 21. und 28.10. jeweils um 21.00 Uhr mit Stefan Hunstein, langjähri-ges Mitglied des Ensembles des Bayerischen Staatsschauspiels. Die Veranstaltung ist gleichzeitig Programmpunkt der „Langen Nacht der Museen“ am 21.10.2006.
Blaues, angenehmes Licht erfüllt die Michaelskirche. Vogelgezwitscher und Grillengezirpe unterstreichen die Idylle. Der Besucher darf sich wohl fühlen und fallen lassen. Doch plötzlich reißt der Himmel auf und ein be-drohliches Glutrot breitet sich unaufhaltsam aus. Der Raum verdunkelt sich, ein Feuerball erscheint. Es ertönen Schreie. Die Silhouette einer Frau ist als Schatten an der Kirchendecke zu sehen. Donnergrollen. Ein Stakkato aufzuckender, greller Blitze kündigt die Apokalypse an. Der Kampf im Himmel entfacht. „Das Unwetter und der Kampf im Himmel brechen im Laufe des Abends immer wieder aus“, sagt Pendry. Der Zuschauer werde ein Wechselbad der Gefühle durchleben. Als Grundlage seiner Lichtinstallation „Das apo-kalyptische Weib“ dient Pendry das gleichnamige Gemälde Peter-Paul Rubens. Das 1625 entstandene Bild illustriert „Das apokalyptische Weib“ mit ihrem Sohn im Arm und dem Erzengel Michael, der mit seiner Engel-schar gegen einen Drachen kämpft (anlehnend an die Offenbarung des Johannes, 12, 1-12). Die Werke Rubens bilden ein Fortissimo an Licht- und Farbkontrasten. Durch die moderne Medientechnik gelingt es Pendry, diese in eine animierte Realität umzusetzen.
„Was mich an der biblischen Geschichte, der Offenbarung des Johannes, fasziniert, ist vor allem der plötzliche Umbruch der friedlichen Stimmung. Denn das entspricht unserer Lebenswirklichkeit mit all den Höhen und Tiefen, die wir ständig erfahren“, unterstreicht der Künstler. Auch Pater Hermann Breulmann SJ, Direktor der Michaelskirche, war sofort von Pendrys Idee begeistert: „Mich hat die veränderte Raumkategorie durch Licht und Beleuchtung fasziniert.“ Zudem solle die Kirche gerade im Trubel der Einkaufsstraße zum Ort der Ruhe und Besinnung werden. „Durch die Lichtinstallation haben die Besucher die Möglichkeit, die Ruhe der Kirche noch intensiver zu erleben“, unterstreicht der Jesuit.
Die Lichtinstallation „Das apokalyptische Weib“ bietet eine Mischung aus Licht-, Video- und Geräuscheffekten, die den Besucher aus seiner Rolle des passiven Zuschauers herausreißt und in eine interaktive Erlebniswelt zieht. „In dieser muss er sich neu mit dem Kirchenraum, dem Glauben –vielleicht auch mit dem Leben selbst, neu auseinander setzen“, unter-streicht Pendry.
Ort: Kirche St. Michael , Neuhauser Straße 6, 80333 München
Dauer: 20. – 28.10.2006
Öffnungszeiten: 19.30 bis 24.00 Uhr
Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro
Organisation: Eva Ziemen
Technische Leitung: Falk Hampel, Beleuchtungschef Schauspielhaus Bochum
Animation & Produktion: Ingolf Heinsch, Meso Frankfurt
Musik & Komposition: Daniel Regenberg und Jerker Kluge
markenzeichen
Goethestr. 66
80336 München
Miriam Blattert
089-444467411













