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Rezension: "Der letzte Zeitungsleser " - Michael Angele

10.01.201916:18 UhrKunst & Kultur
Bild: Rezension: "Der letzte Zeitungsleser " - Michael Angele
Galiani Berlin
Galiani Berlin

(openPR) Inhalt :

Eine herzbrechende Liebeserklärung an ein verschwindendes Medium

»Dahinter steckt immer ein kluger Kopf.« David Wagner zu Michael Angeles Der letzte Zeitungsleser

Zugegeben, nicht jeder Zeitungsleser ist so fanatisch wie Thomas Bernhard: Als er dringend einen Artikel in der NZZ lesen wollte, diese aber im heimischen Ohlsdorf nicht zu haben war, machte er sich auf nach Salzburg; aber da gab es die Zeitung auch nicht. Also ging es nach Bad Reichenhall, dann nach Bad Hall, dann nach Steyr und am Ende waren 350 Kilometer zurückgelegt auf der Suche nach dem Suchtstoff. Manchen geht es nicht unähnlich, wenn keine Zeitung zur Hand ist. Doch egal wie stark die Sucht gar nicht so weniger auch sein mag – die Vielfalt der deutschsprachigen Zeitungslandschaft, ja die Tageszeitung an sich, wird wohl nicht zu retten sein. Da geht etwas verloren.



Michael Angele (der u. a. Chefredakteur der ersten deutschen Internetzeitung war und alles andere als neuerungsfeindlich ist) lässt mit wehmutsvoll wachem Blick Revue passieren, was alles verschwindet: nicht nur eine Nachrichtendarreichungsform, nein – eine Kulturleistung, ja eine Lebensform.

Das fängt bei der Umgebung an, in der man seine Zeitung zu lesen pflegt, dem Ritual, welchen Teil wann. Und geht weiter bei der durch das Blatt in Gang gesetzten (oder verhinderten) Kommunikation am Frühstückstisch – manche Ehe wäre ohne Zeitung ganz anders verlaufen. Und wie soll sich das Gefühl kosmopolitischer Weltläufigkeit einstellen, wenn man in einer New Yorker Hotellobby am Handy Spiegel Online statt die New York Times liest?

Mit Herzblut geschrieben, mit Scharfsinn gefasst: Wenn einst das letzte Exemplar einer gedruckten Zeitung vergilbt und zerfallen sein wird, hat Michael Angele mit Der letzte Zeitungsleser der Lebensform Zeitung schon längst ein Monument gesetzt.

Rezension :

Ein schwieriges Buch war es für mich und dabei so unsagbar gut. Ich habe das Buch innerhalb von Stunden gelesen. Schon als es ankam war ich unsagbar neugierig auf das Buch. Der Einband, der einer Zeitung nachempfunden ist, machte mich ja schon mal kribbelig, dann der Titel „Der letzte Zeitungsleser“ einfach passend und gut gemacht. Die Seiten sind alle in schmalen Spalten wie bei einer Zeitung gehalten und ich muss sagen, da hat sich jemand schon bei der Gestaltung des Buches richtig Mühe gegeben.

Und dann der Text von Michael Angele. Ich hatte am Anfang ein wenig Bedenken, da er ja selbst mal eine Netzzeitung betrieben hat. Ich dachte, na ja vielleicht erklärt er einem warum Zeitungsleser aussterben und macht sich nicht weiter Gedanken darüber, sondern erklärt es zur Folge der normalen Entwicklung. Aber man sollte nicht immer gleich alle Menschen nach dem ersten Eindruck oder ihrer Vita beurteilen. Da lag ich schlicht falsch!

Er erläutert, warum die Zeitung eigentlich nicht sterben sollte, dass es eine Art Kulturgut ist, welches man schützen sollte. Vor allem zeigt er auf, warum gerade auch die lokalen Zeitungen so wichtig für uns sind, und warum man auch diese kleinen Blätter ruhig lesen sollte.

Er beschreibt allerdings ebenso, wie austauschbar die Zeitungen mittlerweile wegen des Sparzwangs auch sind, da sie teilweise voneinander abschreiben bzw. die gleichen Journalisten nutzen, zumal sie irgendwie doch zusammengehören.

Aber er zeigt auch auf, wie wichtig die Zeitung auch zur Entschleunigung ist, oder auch dafür vielleicht mal eine andere Gegend kennenzulernen. Gerade dies geschieht durch die lokalen Zeitungen, die immer mehr zu kämpfen haben. Es ist halt mittlerweile so, dass man die Zeitung auf dem Handy oder Tablett liest und nicht mehr die Zeitung als Papier in die Hand nimmt – viel zu unhandlich und viel zu unbequem. Aber dass man dadurch vielleicht mal etwas weniger hektisch ist, dies vergessen viele.

Das ist ungefähr genauso, mit dem Buch. Es ist für mich ein Unterschied, ob ich ein Buch auf dem E-Bookreader lese oder ob ich das Buch wirklich in Papierform in die Hand nehme. Amazon erzählt einem zwar immer wieder, dass ein E-Book genauso gut ist wie ein Buch, aber nehmt z.B. mal dieses Buch in die Hand und seht es auf dem E-Bookreader an - es wird nicht das gleiche sein.

Herr Angele erzählt, wie ein Zeitungssüchtiger nach seiner Zeitung sucht und wie es ist, wenn die Zeitung im Stammkiosk nicht da ist. Da läuft man selbst auch gerne mal ein paar hundert Meter weiter, um Sonntags die FAS oder WAMS, oder welche Zeitung auch immer, bei Frühstück zu lesen.

Das Buch ist von vorne bis hinten eine Hommage an die Zeitung - wie wichtig sie für unser Leben sein kann. Es hat mir einige Dinge aufgezeigt, die mir teilweise in den letzten Jahren einfach gefehlt haben. Wenn ich z.B. in ein Kaffee gegangen bin, ja da fehlen die auf Holz gespannten Zeitungen und wenn dann gibt es immer nur ein Exemplar oder vielleicht mal zwei. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich früher in ein Kaffee gekommen bin und da war immer eine große Auswahl an verschiedenen Tageszeitungen vorhanden.

Die Zeit ist sicherlich nicht mehr zurückzudrehen, aber bestellt euch mal einen Kaffee oder Tee und lest dabei eine Zeitung. Ihr werdet merken, auch wenn die Nachrichten vielleicht sogar von gestern sind, es ist wie bei einem Buch - es entschleunigt euch.

Sucht ihr ein gut gemachtes Buch für jemanden der noch Zeitungen liest, oder wollt ihr einfach mal ein Buch lesen, was aus der Art schlägt und von vorne bis hinten etwas besonderes ist, dann lest genau dieses Buch. Es öffnet einem die Augen.

Verlag: Galiani-Berlin

ISBN: 978-3-86971-128-7

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