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Lebensretter für Katrin gesucht

26.11.201816:11 UhrGesundheit & Medizin
Foto: Lina Korte
Foto: Lina Korte

(openPR) Plakate, Flyer, Spendendosen … Katrins schönes Lächeln begegnet jedem, der derzeit in und um Morbach unterwegs ist. Familie und Freunde der krebskranken Mutter tun alles dafür, möglichst viele junge, gesunde Erwachsene am Sonntag, 2. Dezember, nach Weiperath zu lotsen. Denn Katrin braucht einen passenden Stammzellspender. Wer sich zwischen 12 und 17 Uhr, im Bürgerhaus, Weiperath 12, in Morbach (Kreis Bernkastel-Wittlich) bei der Stefan-Morsch-Stiftung als potenzieller Spender registrieren lässt, kann vielleicht zum Lebensretter werden.

Auf den Facebook-Seiten von Katrins Freunden und Geschwistern ist der Aufruf seit Tagen präsent. Sie wollen nicht zu Hause sitzen, abwarten und hoffen. Sie wollen etwas tun – für Katrin und andere Patienten. Sie wollen helfen. Unter ihnen ist auch Lina Korte, eine Fotografin. Ihre Bilder zeigen oft eine Idylle: Verliebte Brautpaare, Babys im Arm ihrer Eltern, galoppierende Pferde … glückliche, witzige, romantische Momentaufnahmen. Solche Bilder gibt es auch von Katrin. Von der Hochzeit, von der kleinen Tochter als Neugeborene, von der jetzt 33 Jahre alten Frau, die wegen eines „Non-Hodgkin B-Zell Lymphoms“ im Moment keine Haare mehr hat.

„Jeder kann helfen“, lautet die Erfahrung der Stefan-Morsch-Stiftung, die seit mehr als 30 Jahren Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke leistet und 1986 Deutschlands erste Stammzellspenderdatei im benachbarten Birkenfeld gegründet hat. Die Hilfe ist vielfältig: Eine Arbeitskollegin des Vaters hat die Plakate entworfen. Die Morbacher Betriebe wie die Metzgerei Kneppel und die Bäckereien Gätz, Risch und die Wildbadmühle spenden Würstchen und Backwaren, um sie während der Typisierungsaktion zu verkaufen.

Während der Ehemann versucht, für die kleine Tochter den Alltag aufrechtzuhalten und das gerade gekaufte Eigenheim weiter zu renovieren, packen auch fremde Menschen in Weiperath mit an, um zu helfen. Katrins Mama kümmert sich ebenfalls um die Enkeltochter, wenn der Papa arbeiten muss. Katrins Papa schreibt Briefe, um Menschen einzuladen, sich als Spender registrieren zu lassen. Und den zu danken, die schon gegeben haben. Er hofft, dass er niemanden vergisst, denn danken möchte er und das gesamte Orga-Team jedem einzelnen für jeden noch so kleinen oder großen Beitrag. Sie wissen, was es Katrin bedeutet von all dieser Hilfe zu erfahren.

Katrins Familie ist oft einfach sprachlos. Da sammelt die Jugendgruppe beim Martinsumzug in Weiperath und auch beim Umzug in Gutenthal, Hunolstein, Rapperath und Wenigerath wurden die Spendendosen gefüllt. Dieses Geld kommt ausschließlich der Arbeit der Stefan-Morsch-Stiftung zu Gute, die damit die Typisierung junger, gesunder Stammzellspender finanziert: „Die Registrierung eines Spenders schlägt mit jeweils 40 Euro zu Buche“, so die Stefan-Morsch-Stiftung. Bisher sind fast 3000 Euro gespendet worden. Die Stammzellspenderdatei erklärt weiter: „Damit können wir 75 neue Leben Retter in die Datei aufnehmen. Junge Menschen, die bereit sind freiwillig und kostenlos einem todkranken Patienten wie Katrin das Leben zu retten. Denen möchten wir die Kosten für die Typisierung nicht noch abverlangen. Deshalb sind solche Spenden, wie sie jetzt gesammelt werden, ganz wichtig, weil sie ganz konkret Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke möglich machen.“

Auch der örtliche Musikverein, der am Samstag, 24. November, ein Konzert gibt, spendet einen Teil des Erlöses. Beim Blasmusikevent „Gloria“ zwei Wochen vorher, ging ein Freund auf die Bühne und bat in einer kleinen Ansprache um Hilfe. Er will nicht noch einen Menschen an den Krebs verlieren. Andere wie die etikett.de und e-design Werbetechnik haben Flyer und Plakate gedruckt. Zwei Ärzte aus der Umgebung ein komplettes Praxisteam wird die Blutabhahme bei der Typisierungsaktion am 2. Dezember übernehmen. Sarah Steinmetz, Katrins beste Freundin, ist derzeit pausenlos unterwegs, um zu organisieren was zu organisieren ist.

Lina Korte, die Fotografin, will von jedem, der sich am 1. Advent in Weiperath als Spender registrieren lässt, ein Foto machen und ihm den Ausdruck davon schenken. Ein idyllisches Weihnachtsfoto wie sie sich das auch für Katrin wünscht.

Spendenkonto Stichwort „Hilfe für Katrin“ Kreissparkasse Birkenfeld: IBAN: DE35 5625 0030 0000 0797 90 SWIFT-BIC: BILADE55XXX

Wer kann sich als Stammzellspender registrieren lassen?

Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren aufnehmen lassen. Wer nicht älter als 40 Jahre ist, wird kostenlos registriert. Gleiches gilt für Jugendliche ab 16 Jahren – vorausgesetzt die Eltern stimmen zu. Doch es gibt Ausschlusskriterien für die Stammzellspende, über die man sich vor der Typisierung informieren sollte – schwere Krankheiten und die Zahl der Schwangerschaften sind unter anderem relevant.

„Typisierung“ lautet der Fachbegriff für die Aufnahme in die Stammzellspenderdatei: Ist der Gesundheitsfragebogen unterschrieben, wird ein Fingerhut voll Blut bzw. eine Speichelprobe abgenommen. Daraus werden die Gewebemerkmale des Spenders analysiert. Die Merkmale werden bei der Spenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung gespeichert und pseudonymisiert an das deutsche Zentralregister des ZKRD übermittelt. So stehen sie für weltweite Suchanfragen zur Verfügung.

Mehr Info: Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-stiftung.de), gebührenfreie Info-Hotline 08 00 - 766 77 24, E-Mail.

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