(openPR) Im Kampf gegen Scheinehen will Dänemark ab Januar 2019 schärfere Waffen einsetzen. Strengere Regeln werden vor allem nicht-dänische Paare treffen. Eine kurze Übergangszeit mildert Härten ein wenig - binationale Paare sollten diese letzte Frist nutzen.
Dänemarks Regierung lässt schon seit Monaten an neuen Zulassungsregeln feilen. Erklärtes Ziel ist es Scheinehen einzudämmen. Durch neue Bestimmungen soll die Gesamtzahl ausländischer Trauungen im Königreich kräftig sinken. Gut 10.000 nicht-dänische Paare sind allein im Jahr 2017 für wenige Tage in die zehn größten dänischen Hochzeitsorte gereist. Ein Jahrzehnt zuvor war es gerade einmal halb so viele Paare.
Durfte bisher jeder dänische Hochzeitsort in Teilbereichen ein wenig andere Heiratsregeln aufstellen, kommen die neuen Bestimmungen von „ganz oben“. Um Scheinehen den Garaus zu machen, wird der gesamte ausländische "Hochzeitstourismus" abgebremst – vielleicht auf ein Niveau von vor dem Boom.
Betroffen sind heiratswillige Paare in unbekannter Zahl, die vor umfangreichen Dokumenten-Anforderungen etwa deutscher Standesämter kapitulieren müssen. Zu den Verlierern dürften jedoch auch vorwiegend ländliche Bereiche Dänemarks gehören.
Strukturschwachen Landkreisen in „Randdänemark“, fern der Hauptstadt Kopenhagen, brachte die vielen ausländischen Paare insbesondere für ein Jahrzehnt Arbeitsplätze und sprudelnde Einnahmen. Hotels wie Privatvermieter profitierten beinahe ganzjährig von notwendigen Übernachtungen der Hochzeitspaare - ebenso Blumenläden, Friseurstudios, Fotografen und nicht zuletzt Gastronomiebetriebe.
Standesamtsgebühren, betriebliche Steuern und Abgaben flossen in das Gemeindesäckel. Auch damit soll es allerdings bald ein Ende haben. Die althergebrachte Standesamtsgebühr eines jeden Paares soll etwa verdoppelt und den Hochzeitsorten genommen werden. Neue Fließrichtung: in die dänische Staatskasse. Nicht von ungefähr hat denn auch in manchen dänischen Standesämtern ein vorsorgliches Stühlerücken begonnen. Als ausgebildete Verwaltungsfachleute lassen sich Standesbeamte schließlich auch in anderen Bereichen eines Rathauses einsetzen.
Für betroffene Hochzeiter gibt es ein Entrinnen vor den neuen Regeln – allerdings nur für kurze Zeit: Heiratswillige Paare, deren Papiere noch in 2018 in Dänemark standesamtlich geprüft wurden, dürfen zu alten Regeln im ersten Quartal des neuen Jahres in Dänemark heiraten.









