(openPR) „Du bist, was du bereit bist herzugeben – auch wenn das bedeutet, letztendlich alles geben zu müssen.“ Das Zitat aus Roscoes Lehrer, dem neu erschienenen Roman der Autorin Constanze Drescher, rahmt den Rückentext des Buches und legt pointiert die poetisch vermittelte Botschaft dar. Angelehnt an die Gattung des Bildungsromans lässt Drescher in Roscoes Lehrer zwei Männer zusammentreffen, die angesichts ihres Alters und gegenwärtigem sozialen Stand zunächst unterschiedlicher nicht sein können. Es eint sie jedoch die Suche nach sich selbst und dem Sinn des Lebens. Ihr gemeinsamer Weg führt sie und mithin den Leser zu den Grundfragen menschlichen Daseins und mündet im christlich geprägten Kerngedanken des Verzicht bzw. des Ab- und Loslassens von allem, was beschwert: von der Idee, sich Gunst verdienen zu müssen, von Gefühlen wie Bitterkeit und Rachsucht, von dem Wunsch messbaren Ruhm oder Erfolg zu erlangen, von dem Bestreben, es anderen Recht machen zu müssen, von den Sorgen um tägliche Bedürfnisse. Zurück bleibt schließlich – soviel sei verraten – ein innerer Ort göttlichen Friedens, der den so kostbar schillernden Kern des Einzelnen offenbart und ihn gleichsam mit allem verbindet.
Roscoes Lehrer zeigt sich damit in der Auseinandersetzung mit den seit einiger Zeit erstarkten Diskursthemen wie der Sehnsucht und dem Bedürfnis nach Simplifizierung und Vereinfachung des Lebens (Stichworte hier: „Simplify your life“ oder Silbermonds „Leichtes Gepäck“) als modern aufgespannter Bildungsroman. Eine lohnende und gleichsam mitreißende Lektüre.
Constanze Drescher: Roscoes Lehrer. 978-3-939556-67-1, 146 Seiten, Oldib Verlag, 12,99 Euro













