(openPR) Den Ortsbürgermeister von Gundersheim, Erno Straus, und den Kreisbeigeordneten Klaus Mehring vom Landkreis Alzey-Worms eint eine Vision: Vor einem Supermarkt stehen an 10 Ladesäulen 20 E-Fahrzeuge, die während des Einkaufens geladen werden. Vor drei Jahren machten sich die beiden Amtsträger auf den Weg, diese Idee Wirklichkeit werden zu lassen, doch sie scheiterten an der Realität. „Der Supermarktbesitzer fand unser Projekt klasse“, sagt Klaus Mehring. „Aber der Besitzer der Parkplätze nicht. Der hat dann die Fläche nicht rausgerückt“, ergänzt Erno Straus.
Ladesäule im Industriegebiet
„Parallel hatten wir einen Klimaschutzmanager eingestellt“, erzählt Mehring die Geschichte weiter. „Mit dem bin ich dann herumgefahren, um einen attraktiven Standort für eine Ladesäule zu finden. Wir haben uns Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben, und dann muss man das auch umsetzen!“ Die Wahl fiel auf das Gewerbegebiet Gundersheim: Autobahn- und supermarktnah, viel frequentiert wegen zahlreicher ansässiger Gewerbe. „Außerdem planen wir hier einen Werkstoffhof, dann ist hier noch mehr los“, so Erno Straus.
„Überzeugungstäter“ unter sich
Nun wurde am 14. August die erste Ladesäule in Gundersheim eingeweiht. „10.000 Euro kostet die Errichtung den Energiedienstleister EWR“, erläutert Andreas Schmitt von der EWR-Kommunalbetreuung, „plus rund 500 Euro Unterhaltskosten im Jahr.“ Drei Monate können alle Kunden kostenfrei tanken. „Wir wollen die E-Mobilität fördern“, sagt Schmitt, „und das lassen wir uns eben auch was kosten. Einer muss ja vorangehen. Gerne übernehmen wir diese Rolle zusammen mit den Gemeinden und Kommunen.“ Versorgt wird die Säule mit 100 Prozent Ökostrom. Denn ohne Ökostrom wäre die E-Mobilitätswende in den Augen von EWR ungenügend.
Insgesamt steht der Kreis Alzey-Worms mit seinen Klimaplänen vorbildlich da. Dazu Johannes Krämer, Geschäftsführer der EWR Netz GmbH: „Fakt ist, dass die Region Alzey-Worms bilanziell im Jahr mehr Ökostrom produziert, als sie selbst verbraucht. Wir haben also in der Region die Klimaziele der Landesregierung für 2030 bereits seit Jahren erreicht.“
Größere Reichweiten – kürzere Ladezyklen
Einer Auswertung der Managementberatung Horváth & Partners zufolge konnten Elektrofahrzeuge im vergangenen Jahr durchschnittlich 270 Kilometer mit einer Batterieladung zurücklegen. Für 2020 gehen die Berater von einer Erhöhung auf etwa 450 Kilometer aus. Andreas Schmitt ist mit einem E-Smart zur Eröffnung der Ladesäule vorgefahren: „Der Stromer fährt 100 Kilometer. Im schlechtesten Fall 90, wenn die Heizung voll aufgedreht ist. Voll geladen ist er in zirka zwei bis vier Stunden. 100 Kilometer kosten mich mit EWR-Vertrag etwa 1,50 Euro. Zehn Jahre zahle ich keine Steuern, die Wartungskosten liegen jährlich bei 60 Prozent eines Verbrenners. Außerdem ist der Werteverlust wesentlich geringer. Welche kostengünstigere und bequemere Alternative gibt es für mich bei Kurzfahrten?“
Ladesäulendichte in Rheinhessen vorbildlich
Eine aktuelle Untersuchung ergab für Rheinhessen ideale Voraussetzungen für E-Mobilität. Auf 100 Quadratkilometern befinden sich 5,6 Ladepunkte, im Bundesdurschnitt sind es nur 2,9. Im Vergleich von Ladepunkten kommt Mainz mit rund 210.000 Einwohnern in der Kategorie ‚kleinere Großstädte‘ (100.000 – 500.000) auf Platz 17 (von 66) und Worms bei ‚große Mittelstädte‘ (50.000 – 100.000) auf Platz 11 (von 109).











