(openPR) Bewertungsbetrug? Natürlich denken die meisten zuerst an die bösen Firmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen selbst bewerten und sie somit in einem besseren Licht erscheinen lassen.
Oder noch viel schlimmer: Ihre Mitarbeiter, Freunde, Verwandte und Bekannte dazu anstiften, falsches Zeugnis abzulegen.
Der Skandal schlechthin: Es gibt sogar Unternehmen, die diesen Job gegen Bezahlung übernehmen!
Kundenbewertungen sind ein mächtiges Instrument, um das Kaufverhalten von Menschen zu beeinflussen. Wer schielt nicht zuerst nach den Empfehlungen anderer Urlauber, die das gewünschte Hotel am fernen Urlaubsort persönlich in Augenschein genommen haben?
Wer wirft nicht schnell einmal einen Blick auf die Rezensionen anderer Patienten, die sich bei dem Internisten in der Nachbarschaft gut oder weniger gut aufgehoben fühlten?
Gott bewahre, wenn Frau oder Herr Doktor bei einem anderen Patienten bereits in Ungnade gefallen ist und eine negative Bewertung "kassiert" haben. Wissen wir eigentlich, ob dieser Mediziner nicht 1.000 andere zufriedene Hilfesuchende, im wahrsten Sinne des Wortes, gut behandelt hat? Besteht nicht die Möglichkeit, dass der Kritiker sich einfach nur gerächt hat, weil er keine neue Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erhielt?
Und was geschieht, wenn dieser Arzt diese vernichtende Bewertung als Erstes in seiner ganzen Laufbahn erhalten hat?
Im Übrigen ist durchaus fraglich, ob es bei einzelnen Bewertungsplattformen wirklich mit rechten Dingen zugeht. Diese werden schließlich nicht aus reinster Nächstenliebe betrieben, sondern aus einem einzigen Grund: Gewinnmaximierung.
Nicht weniger widersprüchlich verhält es sich mit Kundenbewertungen auf den großen Verkaufportalen wie Amazon, Ebay & Co. Auch hier ist alles möglich. Was echt ist oder nicht, können nicht einmal die Betreiber mit absoluter Sicherheit sagen.
Ob Reiseportal, Plattform für Ärztebewertungen, Trusted Shop, Yelp oder sogar Alibaba, der chinesische Warengroßhändler: Alle verstecken sich hinter dem vollmundigen Wort Algorithmus, der es schon richten wird.
Algorithmen sind wunderbare Werkzeuge, von intelligenten Menschen durchdacht, aber dennoch fehlerhaft im Sinne davon, dass sie nicht alle Eventualitäten abdecken können. Auch "Telefoncomputer" von großen Versicherungen, Stromanbietern und Telekommunikationsanbietern arbeiten mit Algorithmen. "Falls Sie bereits Kunde bei uns sind, drücken Sie die 1 ...". Wer kennt diese Bluthochdruck verursachenden Hotlines nicht? Und wer ist nicht schon nach gefühlten Stunden gescheitert, weil das eigenen Anliegen eben nicht in diesen Algorithmus hinein passte?
Richtig kriminell wird es in der Bewertungszene aber durch eine ganz besonders perfide Masche. Wohl wissend um die Macht der Bewertungen, wird ein Fake-Profil aufgesetzt. Vor allem Münchner Firmen wussten nicht, wie ihnen geschieht, als sie kürzlich von "Esmeralda Reith" mit einer 1-Sterne-Rezension abgestraft wurden.
Bereits eine einzige ungerechtfertigte 1-Sterne-Rezension kann empfindlichen wirtschaftlichen Schaden nach sich ziehen.
Aber damit nicht genug: Zumindest eines der geschädigten Unternehmen erhielt einen ominösen Anruf, dass diese negative Bewertung unter gewissen Bedingungen wieder gelöscht werden könne.
Eine neue Dimension des Bewertungsbetrugs ist somit erreicht: Grundlos werden Firmen verunglimpft – im Anschluss wird die Entfernung dieser Beurteilung gegen Bezahlung angeboten.
Wie viele Unternehmer tatsächlich auf diese Erpressungen hereingefallen sind, ist nicht bekannt. Auch haben einige findige Inhaber in einem Google-Forum zusammengefunden und offensichtlich die Löschung dieser Rufschädigung durchgesetzt. Leider ist zu befürchten, dass Esmeralda Reith sich nun Karl-Heinz R. nennt, denn hierbei handelt es sich leider nicht um einen Einzelfall.
Sie möchten sich genauer informieren? Hier geht es zu unserem Artikel: https://www.content-werkstatt.com/blog/die-dunkle-seite-der-macht-esmeralda-reith/

















