10.07.2008 - 17:02 - Politik, Recht & Gesellschaft

Bundesmitgliederversammlung und Kongress der Liberalen Hochschulgruppen in Gerlingen bei Stuttgart

Pressemitteilung von: Landesverband Liberaler Hochschulgruppen Baden-Wuerttemberg

Vom 4. bis 6. Juli fand in Gerlingen bei Stuttgart der Kongress zum Thema „Aktuelle Herausforderungen an die Hochschulpolitik“ statt. Am Rande des Kongresses tagte die 40. Bundesmitgliederversammlung (BMV) des Bundesverbands Liberaler Hochschulgruppen, zu der Delegierte aus dem ganzen Bundesgebiet angereist waren; dies in Kooperation mit dem Landesverband Liberaler Hochschulgruppen Baden-Württemberg (LHG-BW).
Als Gäste waren gekommen: Prof. Dr. Ulrich Goll MdL (Justizminister des Landes Baden-Württemberg), Heiderose Berroth MdL (stellvertr. Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion), Patrick Meinhardt MdB (Bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag), Michael Theurer MdL (stellvertr. FDP-Landesvorsitzender, OB von Horb), Dietmar Bachmann MdL (Sprecher für Hochschulpolitik der FDP/DVP-Landtagsfraktion) und Wolfgang Steng (Erster Beigeordneter der Stadt Gerlingen).
Neben Grußworten und einem Vortrag zum Thema Bürgerrechte, gehalten von Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll, wurden vier Gruppen in den Bundesverband aufgenommen. Drei davon aus Baden-Württemberg: die LHG an der Universität Hohenheim, die LHG an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl und die LHG an der Fachhochschule Reutlingen. Der Schatzmeister der LHG-BW, Nicolas Marschall, wurde als einer von drei Hauptschiedsrichtern, ins Bundesschiedsgericht gewählt. Es wurden zahlreiche Anträge beraten, darunter einer des Landesvorstands der Liberalen Hochschulgruppen Baden-Württemberg zum brandaktuellen Thema „Verwendung von Studiengebühren – StudiumPlus“.

Zur BMV erklärt der Landesvorsitzende der Liberalen Hochschulgruppen Alexander Schopf:
„Diese BMV stellt einen Meilenstein in der Geschichte der LHG-BW dar! Drei Gruppen aus unserem Bundesland wurden aufgenommen, wir hatten großartige Gastredner und unser Vorschlag zum StudiumPlus wurde mit großer Mehrheit beschlossen:
Wir halten klar die derzeitige Praxis der Verwendung von Studiengebühren für hochgradig bedenklich und fordern die Umsetzung dringender Änderungen, denn Studiengebühren scheinen im Moment nichts anderes zu sein, als eine Art Hochschulnotopfer, allein mit dem Zweck, die Haushalte der Universitäten zu entlasten und den Lehrbetrieb an den Hochschulen selbst, gerade so, aufrecht zu erhalten. Unsere Hochschulen sind chronisch unterfinanziert. Nur zum Vergleich: Allein die ETH Zürich (14.000 Studierende) hat im Jahr 1,22 Mrd. Schweizer Franken zur Verfügung. Für die Hochschulen in Baden-Württemberg werden zusammen gerade mal 2,7 Mrd. Euro ausgegeben. Hier muss ein Umdenken stattfinden. Bevor es gar nicht mehr geht.“

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Landesverband Liberaler Hochschulgruppen Baden-Württemberg
Verantwortlich: Alexander Schopf, Landesvorsitzender
c/o FDP Baden-Württemberg • Rotebühlstr. 131 • 70197 Stuttgart
Homepage: www.lhg-bw.de • E-Mail:
Fon: 07156/21495 • Fax: 0711/490761079

In der LHG Baden-Württemberg arbeiten unabhängige und liberale Studenten, die sich gemeinsam für die Idee des politischen Liberalismus einsetzen.

Der LHG Baden-Württemberg versteht sich als Interessenvertretung der Studenten an den Hochschulen und in der Gesellschaft. Basis der Arbeit des LHG ist die Autonomie der Mitgliedsgruppen an den Hochschulen. Zur Durchführung seiner Aufgaben sieht der LHG die Mitarbeit in den Gremien der akademischen und studentischen Selbstverwaltung als unverzichtbar an. Zur Erfüllung seiner Aufgaben arbeitet der LHG mit anderen Gruppen, Verbänden und Institutionen zusammen, insbesondere mit solchen, die gleiche oder ähnliche Ziele verfolgen. Erster parlamentarischer Ansprechpartner des LHG ist die FDP. Der Landesverband liberaler Hochschulgruppen hat es sich zum Ziel gesetzt, die Arbeit der einzelnen LHGs vor Ort optimal zu unterstützen.
Dazu gehört die Bereitstellung von Informationsmaterial sowie die Durchführung von Seminaren mit landes- und hochschulbezogenen Themenstellungen. Außerdem ist unsere Homepage erste Anlaufstelle für interessierte Studierende, Kontakt zu ihrer lokalen LHG zu finden. Durch die Vernetzung der einzelnen Gruppen entsteht ein Forum zum Kennenlernen und Erfahrungsaustausch; zur Diskussion über liberale Politik und zur gemeinsamen programmatischen und Öffentlichkeitsarbeit.

Warum Liberalismus an der Hochschule?

Die Grundlagen liberaler Politik stellen den Einzelnen in den Mittelpunkt. Der Staat sollte so wenig wie möglich durch Reglementierungen in das Leben des Einzelnen eingreifen. Seine Aufgabe ist es, die Bürger- und Freiheitsrechte zu sichern. Damit die Bürgerrechte nicht nur auf dem Papier existieren, hat der Staat zudem die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass der Bürger seine potenziellen Möglichkeiten auch wahrnehmen kann. Dazu gehört sowohl eine Angleichung der Startchancen als auch eine soziale Verantwortung. Die starke Repräsentanz von Bildungsbürgern unter liberalen Politikern hat auch dazu geführt, dass liberale Politik schon immer auf das Engste mit Bildungspolitik verknüpft war. Das Ziel der Bildung für alle und Humboldts Ideal von freier Forschung und Lehre reichen bis in die heutige Zeit und haben die deutsche Hochschullandschaft entscheidend geprägt. Auf der anderen Seite stellt gerade Bildung eine Vorraussetzung für liberale Politik dar. Diese versetzt den Menschen dazu in die Lage, sein Tun, seine Herkunft und seine Umwelt kritisch zu reflektieren und seine Verantwortung zu erkennen. Erst auf diese Weise entsteht eine pluralistische Gesellschaft voller Meinungsvielfalt, die für die Demokratie so wichtig ist. Im Sinne einer solchermaßen verstandenen liberalen Politik haben sich in der LHG Studierende zusammengeschlossen, die sich den unterschiedlichsten politischen Parteien zuordnen. Gemeinsam ist uns allen aber das Interesse an der Bewahrung und dem Ausbau der einzigartigen Freiheit an den deutschen Hochschulen.

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