30.03.2008 - 21:58 - Politik, Recht & Gesellschaft

Auslandssemester müssen weiterhin wie Urlaubssemester behandelt werden

Pressemitteilung von: Landesverband Liberaler Hochschulgruppen Baden-Wuerttemberg

(Stuttgart) Das Rektorat der Elite-Universität Karlsruhe beschloss am 27. Februar 2008, Auslandssemester nicht mehr wie Urlaubssemester zu behandeln. Somit müssen Studierende, die sich für ein Auslandssemester entschieden haben, die in Baden-Württemberg üblichen 500 Euro Studiengebühren bezahlen, obwohl sie gar keine Leistungen der Hochschule in Anspruch nehmen. Studenten, die z. T. schon im Ausland sind und fest mit der Genehmigung ihres Urlaubssemesters gerechnet hatten, bekamen daher nun bereits Mitte März einen Brief an ihre Heimatadresse geschickt, mit der Aufforderung, innerhalb von zwölf Tagen ihre Studiengebühren zu bezahlen. Das Rektorat ließ nun jedoch verlauten, dass Studenten des europäischen Austauschprogramms Erasmus auch in Karlsruhe nach wie vor beurlaubt werden sollen. Der Beschluss des Rektorats sei falsch interpretiert worden.

Dazu der Landesvorsitzende der Liberalen Hochschulgruppen Alexander Schopf:
„Gemäß § 19 Abs. 10 des Landeshochschulgesetzes (LHG) hätte aber nicht das Rektorat, sondern nur der Senat, die Richtlinien zur Beurlaubung ändern dürfen. Dieser war damit jedoch gar nicht befasst gewesen. Das Rektorat der Uni Karlsruhe setzt sich hier schlichtweg über geltendes Recht hinweg und bestimmt einfach, dass alle in Karlsruhe Immatrikulierten, zu bezahlen haben! Und das auch noch wenige Tage vor Beginn des Sommersemesters, um den Studierenden auch noch jegliche finanzielle Planung für das kommende Semester durcheinander zu bringen!
Ein in vielen Fällen schon fast von künftigen Arbeitgebern erwartetes, mit hohem Eigenanteil zu finanzierendes Auslandssemester muss, unserer Ansicht nach, als Urlaubssemester gewertet werden und zwar nicht nur für Erasmus-Studenten, sondern für alle in Baden-Württemberg Immatrikulierten, die im Ausland studieren.
Es ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten, wie das Rektorat der Uni Karlsruhe agiert, um an Geld zu kommen. Auslandssemester müssen weiterhin wie Urlaubssemester behandelt werden! Alles andere ist pure Abzocke! Wer Leistungen nicht in Anspruch nimmt, kann auch nicht dafür bezahlen müssen. Dieses Vorgehen ist einer Elite-Hochschule nicht würdig.“

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

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Verantwortlich: Alexander Schopf, Landesvorsitzender
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Die Grundlagen liberaler Politik stellen den Einzelnen in den Mittelpunkt. Der Staat sollte so wenig wie möglich durch Reglementierungen in das Leben des Einzelnen eingreifen. Seine Aufgabe ist es, die Bürger- und Freiheitsrechte zu sichern. Damit die Bürgerrechte nicht nur auf dem Papier existieren, hat der Staat zudem die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass der Bürger seine potenziellen Möglichkeiten auch wahrnehmen kann. Dazu gehört sowohl eine Angleichung der Startchancen als auch eine soziale Verantwortung. Die starke Repräsentanz von Bildungsbürgern unter liberalen Politikern hat auch dazu geführt, dass liberale Politik schon immer auf das Engste mit Bildungspolitik verknüpft war. Das Ziel der Bildung für alle und Humboldts Ideal von freier Forschung und Lehre reichen bis in die heutige Zeit und haben die deutsche Hochschullandschaft entscheidend geprägt. Auf der anderen Seite stellt gerade Bildung eine Vorraussetzung für liberale Politik dar. Diese versetzt den Menschen dazu in die Lage, sein Tun, seine Herkunft und seine Umwelt kritisch zu reflektieren und seine Verantwortung zu erkennen. Erst auf diese Weise entsteht eine pluralistische Gesellschaft voller Meinungsvielfalt, die für die Demokratie so wichtig ist. Im Sinne einer solchermaßen verstandenen liberalen Politik haben sich in der LHG Studierende zusammengeschlossen, die sich den unterschiedlichsten politischen Parteien zuordnen. Gemeinsam ist uns allen aber das Interesse an der Bewahrung und dem Ausbau der einzigartigen Freiheit an den deutschen Hochschulen.

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