27.08.2010 - 08:29 - Wissenschaft, Forschung, Bildung
Streit um Meteoritenkrater im Chiemgau - Das Chiemgau Impact Research Team erwidert und klärt den Leser auf
Pressemitteilung von: Chiemgau-Impact-Research-TeamPR Agentur: Chiemgau-Impakt e.V.

Das Buch "Der Chiemgau-Impakt - ein bayerisches Meteoritenkraterfeld" erhältlich über den Buchhandel oder www.chiemgau-impakt.de
Bei genauerem Hinsehen und Analyse der Internetpräsentation wird ersichtlich – für den normalen Leser kaum erkennbar – dass die Bodenproben, auf die sich die Argumentation des Amtes stützt, nicht, wie es die Pressemitteilung nahelegt, aus dem Kesselboden entnommen wurden, sondern vom Rand des Sees. Der Begriff „Kesselboden“ soll dem Leser wohl suggerieren, es handle sich um Proben aus der Mitte des Sees. Das Chiemgau Impact Research Team (= CIRT) hat bereits vor Jahren anhand einer eigenen Gravimetriemessung (Schwerkraftmessung) und Probenentnahmen, sowie Daten, die aus einer Seismikmessung (Sedimentecholot) zur Verfügung gestellt wurden, festgestellt, dass in der betreffenden Uferregion des Sees ungestörte Bodenverhältnisse anzutreffen sind. Das LfU hätte sich bei entsprechender Kommunikation mit dem CIRT viel Arbeit und den überflüssigen Einsatz von Steuergeldern ersparen können.
Die sowohl vom CIRT als auch jetzt vom LfU festgestellten Befunde überraschen das CIRT nicht. Dass das LfU meint, mit seinen Ergebnissen der Meteoritenkrater-Theorie des CIRT nun den Garaus gemacht zu haben, offenbart nur, dass das LfU keine Experten hat, die mit den komplizierten geophysikalischen Prozessen bei einem Meteoriteneinschlag vertraut sind. Warum die Befunde am Seeufer mit der Theorie eines Meteoriteneinschlags problemlos vereinbar sind, erläutert das CIRT demnächst auf seiner Webseite www.chiemgau-impakt.de.
Im Übrigen unterläuft dem LfU ein bemerkenswerter Argumentationsfehler: Eine Datierung kann nicht als Widerlegung eines Meteoriteneinschlags herhalten, sondern höchstens den Zeitpunkt des Ereignisses betreffen. Mit den geologisch-mineralogischen Nachweisen für einen Meteoriteneinschlag dagegen, die das CIRT zuhauf rund um den Tüttensee vorgefunden und in einem peer-reviewed wissenschaftlichen Aufsatz veröffentlich hat, hat sich das LfU nicht auseinandergesetzt.
Abschließend sei auf die eindeutig polemische Zielsetzung der Pressemitteilung des LfU verwiesen: Niemand vom CIRT und auch sonst kein ernst zu nehmender Forscher, wenn überhaupt irgendwer, hat jemals behauptet, dass der Tüttensee im Zusammenhang des sog. Clovis-Impakts in Nordamerika vor ca. 12.500 entstanden sei. Diese Äußerung kann nur als billige Stimmungsmache verstanden werden.
Die detaillierte Stellungnahme des CIRT zur Pressemitteilung des LfU finden Sie unter: www.chiemgau-impakt.de
Das Buch "Der Chiemgau-Impakt - ein bayerisches Meteoritenkraterfeld" können Sie über jede gut sortierte Buchhandlung oder direkt über die obige Internetseite bestellen.
Ergänzung / Short Facts:
Die Proben stammen aus einem Bereich am Rand des Sees, der von dem Einschlag des Meteoriten unbeeinflusst ist, dies haben auch bisher nicht veröffentlichte Untersuchungen des CIRT ergeben. Eine Aussage über den Entstehungszeitpunkt des Sees ist hieraus jedoch nicht zulässig, dafür hätte das LfU eine Bohrung im Tiefenbereich des Sees selbst durchführen müssen. Vielmehr wurden Sedimente, die vor dem Impakt abgelagert wurden und durch diesen im heutigen Seebereich selbst getroffen wurden datiert.
Laut Presseerklärung des LfU behauptet Herr Dr. Eichorn (Leiter der Abteilung Geologie des LfU): „Mit diesem Befund, so Eichhorn, sei die These eines kosmischen Impaktes vor 2500 Jahren im Chiemgau eindeutig wiederlegt.“ Eine Negierung des Impaktes aus den Untersuchungen am Tüttensee jedoch nicht zulässig. Neben der methodisch falschen Herangehensweise durch das LfU im Tüttenseebereich bleibt dieses für die oben zitierte Aussage eine Erklärung für die durch das CIRT in dem von Chiemgau Impakt betroffenen Bereich von immerhin 30x60 km nachgewiesenen Impakt -Befunde schuldig.
So hat das CIRT mit den Kratern korrelierende geologische und mineralogische eindeutige Merkmale für ein Impaktereignis Nachgewiesen. Dies sind im Einzelnen mit den morphologisch auffälligen Kraterstrukturen korrelierende Schockmethamorphosen, die einen Impakt eindeutig nachweisen und für deren Entstehung es keine andere Erklärung gibt. Zudem treten neben geologischen Merkmalen wie Schmelzen auch Nanodiamanten und Sphärulen auf, die Typische Merkmale von Impakten sind. Zudem konnte exotisches Material, Gupeiit und Xifengit sowie Karbide wie Titankarbid und das Siliziumkarbid Moissanit, die z.T. bisher nur bei Meteoriteneinschlägen gefunden wurden, nachgewiesen werden.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Chiemgau-Impakt e.V.
Breslauer Straße 22
83278 Traunstein
Pressestelle:
Hans-Peter Matheisl
Seit dem Jahr 2000 stieß eine Gruppe von Heimatforschern im Raum zwischen Altötting und Traunstein nahe dem Chiemsee (Südost-Bayern) immer wieder auf eigenartige metallische Stücke im Untergrund, die sich als die extrem seltenen bzw. auf der Erde in natürlicher Form nicht vorkommenden Eisensilizid-Minerale Fe3Si (Gupeiit) und Fe5Si3, (Xifengit) erwiesen. Die Gruppe um Werner Mayer (Bergen), die einen offiziellen Auftrag und eine entsprechende Genehmigung zur Suche nach archäologisch bedeutenden Objekten in der Region besaß, stellte fest, dass das ungewöhnliche Material regelmäßig in der Nähe von auffälligen Kraterstrukturen und an Stellen gefunden wurde, für die ein menschlicher Eintrag kaum vorstellbar war. Die Krater hatten meist einen ausgeprägten Ringwall; einige waren aber - deutlich sichtbar - durch Pflügen bereits eingeebnet worden.
Die Verbreitung der eigenartigen Funde und flächig korrespondierende Auffälligkeiten eines Bienenhonig-Monitoring (durch Dr. B. Raeymaekers (2005)) erregte bei Wissenschaftlern der Universitäten München und Tübingen Interesse und veranlasste die Gruppe Mayer in der Folgezeit zu einem außergewöhnlichen Programm der systematischen Erforschung der Geländebefunde, in deren Verlauf die Idee des Einschlages eines extraterrestrischen Körpers in historischer Zeit immer mehr Gestalt annahm. Nach gewissen Konflikten mit Wissenschaftlern der genannten Universitäten entschloss sich die Gruppe der Heimatforscher dazu, Dr. Michael Rappenglück, Astronom und Archäoastronom, Institut für Interdisziplinäre Forschung Gilching, Prof. Dr. Kord Ernstson, Geologe, Geophysiker und Impaktforscher von der Universität Würzburg, sowie Privatdozent Dr. Uli Schüßler, Mineraloge und Petrologe, ebenfalls von der Universität Würzburg, um wissenschaftliche Unterstützung bei der weiteren Untersuchung des Phänomens zu bitten. Es kam zu einem Zusammenschluss der Entdecker um Werner Mayer mit den genannten Wissenschaftlern zum Chiemgau Impact Research Team (CIRT), zu dem Barbara Rappenglück, M.A., als Historikerin, hinzukam, nachdem auch die geschichtliche Bedeutung des Phänomens immer offensichtlicher wurde.
Weiterhin an dem Phänomen arbeiteten und arbeiten Wissenschaftler der Universitäten Tübingen, München, Antwerpen, Freiburg und Augsburg.
Im Oktober 2004 veröffentlichte die amerikanische Zeitschrift ASTRONOMY online einen Artikel über den “Chiemgau-Kometen”; gleichzeitig wurde ein ausführlicher wissenschaftlicher Artikel des CIRT über alle bis dahin bekannten Aspekte der Entdeckung im Internet publiziert. Beide Artikel wurden über das wissenschaftliche Internetforum CCNet (Cambridge Conference, Dr. Benny Peiser) innerhalb kürzester Zeit als “Big Bang of Bavaria” (DER SPIEGEL in einem Artikel über die Entdeckung) weltweit verbreitet, und ein enormes Medieninteresse setzte ein.
Der heutige Stand der Entdeckung mit all den inzwischen erbrachten neuen Befunden und gewonnenen Erkenntnissen wird auf der Internetseite www.chiemgau-impakt.de (Version in englischer Sprache www.chiemgau-impact.com) vorgestellt, wobei aber auch die wissenschaftliche Diskussion und Konflikte nicht ausgespart bleiben.
Das Medieninteresse mit Berichten in Presse und Rundfunk sowie mit Filmen im Fernsehen hat die Erforschung des Phänomens einer breiten Bevölkerung nahegebracht, hat Institute, Institutionen, Unternehmen, Gebietskörperschaften, Politiker und viele interessierte Privatpersonen aufmerksam gemacht und zu vielfältiger Unterstützung angeregt. Mit diesem großen Interesse und der zunehmenden Unterstützung reifte die Idee, einen gemeinnützigen Verein zu gründen, was am 3.Oktober 2006 in die Tat umgesetzt wurde.
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