(openPR) Fast eine Milliarde Dollar haben US-Bundesregierung und Bundesstaaten seit 1998 für Unterrichtsprogramme aufgewendet, mit denen Schüler zu sexueller Enthaltsamkeit vor der Ehe erzogen werden sollen. Jedes Jahr fließen staatliche Gelder in Höhe von 87.5 Millionen Dollar (umgerechnet etwa 65 Millionen Euro) in diese ganz besondere Sexualerziehung. Wie es scheint, haben die Moralpredigten jedoch so gut wie nichts bewirkt: Ein jetzt vorgelegter Evaluationsbericht hat gezeigt, dass das Sexualverhalten von Schülern und Schülerinnen, die an solchen Unterrichtsprogrammen teilnahmen, und ebenso auch ihre Kenntnisse zu Sexualität, Schwangerschaft oder Infektionsrisiken sich absolut nicht unterscheiden von Vergleichsgruppen, die nicht an den Programmen teilnahmen.
In dem jetzt veröffentlichten Evaluationsbericht der regierungsunabhängigen Forschungseinrichtung "Mathematica" wurden über 2.000 Jugendliche befragt, von denen etwas mehr als die Hälfte an einem der Enthaltsamkeitskurse teilgenommen hatten, die übrigen Teilnehmer bildeten eine Kontrollgruppe ohne Teilnahme an solcher Sexualerziehung. Die Ergebnisse waren überaus ernüchternd. Es zeigte sich:
• Mit oder ohne Enthaltsamkeits-Erziehung waren die Daten zur sexuellen Aktivität dieselben: Jeweils 49% waren bislang völlig enthaltsam, 56% in den letzten 12 Monaten
• Keinerlei Unterschiede zeigten sich für Verhütungspraktiken : In den letzten 12 Monaten hatten in beiden Gruppen jeweils 23% immer ein Kondom benutzt, 17% manchmal, 5% nie, 56% waren enthaltsam.
• Bis hinter dem Komma stimmte auch das Alter für den ersten Sex in beiden Gruppen überein, es betrug 14.9 Jahre.
• Identisch waren auch die Kenntnisse über sexuell übertragbare Krankheiten.
• Nur minimale Differenzen zeigten sich, was die Kenntnisse über einige Krankheiten anbetrifft, die durch Kondombenutzung vermeidbar sind.
Die Enthaltsamkeits-Erziehung war schon vor der Veröffentlichung der Studie mehrfach von vielen Pädagogen, aber auch Politikern kritisiert worden. Die jetzt veröffentlichten Befunde scheinen allerdings nicht zu bewirken, dass man ihren Fortbestand in Frage stellt. Ganz im Gegenteil diskutieren die Autoren der Studie, ob es in Anbetracht der Befragungsergebnisse und der festgestellten Wirkungslosigkeit des Unterrichts nicht darüber nachdenken müsse, die Programme schon in früheren Schuljahren zu beginnen und darüber hinaus auch noch im späteren Alter etwa an Universitäten anzubieten.
Weitere Details zur Studie und Download:
http://www.forum-gesundheitspolitik.de/dossier/index3014.htm

















