(openPR) Hamburg, 26. Juni 2006. Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei deutschen Männern. Jedes Jahr wird mit rund 45.000 Neuerkrankungen gerechnet, circa 11.000 Patienten sterben jährlich an Prostatakrebs. Vor dem Lungenkrebs liegt das Prostatakarzinom an erster Stelle der Krebsneuerkrankungen in Deutschland.
Seit zehn Jahren kann ein bösartiger Krebstumor an der Prostata in deutschen Kliniken mit hochintensivem fokussiertem Ultraschall (HIFU) behandelt werden. Möglich geworden ist diese schonende Methode durch eine Innovation des französischen Medizingeräte-Herstellers EDAP, dem sogenannten Ablatherm®. Seit der Gründung 1979 hat sich das Unternehmen auf technologische Entwicklungen im Bereich der Urologie spezialisiert. Dabei lag der Schwerpunkt immer auf den Alternativen zur Chirurgie und Bestrahlung. Die international tätige Firma mit Sitz in Lyon ist heute weltweit führend auf dem Gebiet medizinischer Geräte, die auf hochintensivem fokussiertem Ultraschall (HIFU) basieren.
Heilung ist möglich
Ein lokales Prostatakarzinom kann, rechtzeitig erkannt, geheilt werden. Der Verlauf einer fortgeschrittenen Erkrankung kann verlangsamt und in seinen Nebenwirkungen gemindert werden. Unterschiedliche Methoden können dabei zur Anwendung kommen. Weltweit anerkannt ist die vollständige Entfernung der Prostata durch eine Operation. Trotz der hohen krebsfreien Überlebensrate ist die vollständige Entfernung ein schwerer Eingriff, der mit entsprechenden Nebenwirkungen und Komplikationen einhergehen kann. Die Narkosezeit beträgt je nach Operationsart drei bis fünf Stunden, der mögliche Blutverlust liegt zwischen einem halben und zwei Liter und die Sterberate liegt bei 0,5 Prozent. Die Genesungszeit beträgt mehrere Wochen, manchmal sogar Monate, dauerhafte Folgen wie Impotenz und Inkontinenz sind möglich.
Es gibt also durchaus Gründe, die gegen eine vollständige Prostataentfernung sprechen. Für diesen Fall stehen Alternativen bereit. Möglich sind die Bestrahlung und die sogenannte Brachytherapie. Bei beiden Methoden wird mit Strahlung gearbeitet, einmal äußerlich und einmal innerlich. Die äußerliche Bestrahlung erfolgt täglich und kann bis zu sechs Wochen dauern. Bei der Brachytherapie wird innerhalb der Prostata ein homogenes, lokales Bestrahlungsfeld erzeugt.
Dabei werden fünf Millimeter lange, radioaktive Metallstifte, Seeds genannt, unter Narkose in die Prostata eingesetzt. Dort bleiben sie lebenslang. Beide Therapieformen können auch kombiniert werden. Bei sehr aggressiven Krebsformen zeigt die Brachytherapie alleine nämlich keine ausreichende Wirkung. Wie die meisten Behandlungsmethoden sind auch diese beiden nicht frei von Nebenwirkungen. Dies können neben Entzündungen von Darm und Blase auch Fistelbildung, Inkontinez und Impotenz sein. Hinzu kommt, dass diese Methoden beim erneuten Auftreten des Karzinoms selten bis gar nicht wiederholt werden können. Ein dann erneut auftretendes "Rezidiv" ist in der Regel aggressiver als der ursprüngliche Tumor.
HIFU als vielseitige Behandlungsmethode
Seit 1996 steht den Urologen als echte Alternative die HIFU-Behandlung mit Ablatherm® zur Verfügung. Diese schonende Technologie wurde 1996 erstmals am Städtischen Klinikum München-Harlaching von Professor Dr. med. Christian Chaussy und seinem Team in bis heute 1.500 Fällen angewandt. Heute arbeiten in Deutschland 28 Kliniken (Stand Juni 2006) mit diesem „Ultraschallskalpell“. Bereits seit März 2000 ist Ablatherm® als Seriengerät in Europa, Australien und Asien zugelassen. HIFU kann unter folgenden Voraussetzungen die geeignete Therapie sein:
Bei lokalem und lokal fortgeschrittenem Karzinom, wenn die radikale Operation aus medizinischen Gründen oder auf Wunsch des Patienten ausgeschlossen wurde.
Wenn trotz Behandlung (Operation, Bestrahlung, Hormonbehandlung) wieder ein Tumor auftritt.
Wenn sich während der Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung durch Abhobelung herausstellt, dass zusätzlich eine Krebserkrankung vorliegt.
Zum Erhalt der Potenz bei einem einseitigen, kleinen Tumor.
Bei einer systemischen Erkrankung mit kleinen Tochtergeschwüren in Kombination mit der Hormonbehandlung.
Zur lokalen Zerstörung von Krebszellen in der Prostata, die nicht mehr auf die Hormonbehandlung ansprechen und sich deshalb weiter verbreiten würden.
Bei Unverträglichkeit oder Nebenwirkungen der Hormonbehandlung.
Millimeter genaue Präzision
Ablatherm® besteht aus zwei Komponenten: dem Behandlungstisch und dem Bedienpult mit Rechner, Monitor und Drucker. Während der Patient gut gepolstert mit angewinkelten Beinen auf der rechten Körperseite in „Schlafposition“ liegt, wird vom After aus eine Ultraschallsonde in den Enddarm eingeführt. Diese Sonde liefert dem Urologen die Informationen, die er zur Planung des Eingriffs benötigt. Unmittelbar nach der nur Minuten dauernden Planung wird mit derselben Sonde die eigentliche Behandlung computergesteuert, vollautomatisch durchgeführt. HIFU, hochintensiver fokussierter Ultraschall, das heißt gebündelte Ultraschallwellen werden durch eine Art Hohlspiegel fokussiert. Die Wirkungsweise ähnelt der eines Vergrößerungsglases, mit dem Sonnenstrahlen gebündelt werden, um ein Loch in ein Blatt Papier zu brennen. Am millimeterfeinen Brennpunkt, dem Tumor innerhalb der Prostata, entstehen Temperaturen von rund 90 Grad Celsius. Diese Temperatur reicht aus, um das Prostatagewebe mit dem Tumor punktgenau zu verbrennen. Mit einer Genauigkeit von weniger als einem Millimeter Abweichung werden Hunderte von Ultraschallauslösungen durchgeführt. Die Bewegungen der Sonde werden vom Computer aus, ähnlich der "Roboterchirurgie", gesteuert. Natürlich soll durch die Wärme der Darm nicht geschädigt werden. Um dies zu verhindern, wird die Sonde gekühlt. Das geschieht mit Hilfe eines Latex-Ballons, der über die Sonde gezogen wird und der ein Kühlmedium enthält. Diese Flüssigkeit wird von der Sonde zum Kühlbad im Behandlungstisch und zurück gepumpt.
Als Kassenleistung der Krankenhäuser anerkannt
Die HIFU-Behandlung findet unter Teilnarkose statt und dauert zwischen einer und drei Stunden. Etwa fünf Stunden nach dem Eingriff kann der Patient schon laufen. Nach Hause kommen die Patienten nach drei bis fünf Tagen. Das ist gegenüber der Verweildauer nach einer Prostataoperation deutlich kürzer. Die Behandlung mit HIFU- Ablatherm® wird von den gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen einer Krankenhausleistung anerkannt und bezahlt.
In einer europäischen Multizenterstudie wurden von 1995 bis 2000 circa 600 Patienten behandelt. Dabei wurde festgestellt, dass starke Harninkontinenz bei weniger als einem Prozent der Patienten vorkam. Ein Potenzverlust bei der Behandlung der gesamten Prostata liegt bei rund 50 Prozent. Die Bildung einer Fistel, das heißt einer Verbindung zwischen Darm und Harnröhre ist selten – unter einem Prozent. Bei Kontrollbiopsien wurde bei bis zu 93,4 Prozent der Fälle Tumorfreiheit nachgewiesen. Bei einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 22,2 Monaten lag der zuletzt gemessene PSA-Wert (Prostata Spezifisches Antigen) bei 73,7 Prozent der Patienten unter 0,4 ng/ml, was auf eine gute Heilungschance hinweist. Diese guten Ergebnisse waren die Grundlage für die Erlangung des CE Zeichens. Ablatherm® ist damit weltweit das erste zur lokalen Behandlung des Prostatakarzinoms zertifizierte HIFU-Gerät.
EDAP ist weltweit führend auf dem Gebiet von medizinischen Geräten, welche auf hochintensivem fokussiertem Ultraschall (HIFU) basieren.
EDAP ist ein internationales Unternehmen mit Hauptsitz in Frankreich. Die Gesellschaft widmet sich ausschließlich der HIFU-Technologie für minimal invasive Behandlung des lokal begrenzten Krebses. Das EDAP Forschungs- und Entwicklungsteam arbeitet eng mit renommierten medizinischen Forschungsinstituten zusammen, um die Machbarkeit und Effizienz von neuen minimal invasiven Behandlungsmethoden zu prüfen. Sowohl die Durchführung klinischer Studien als auch die Vermarktung der medizinischen Geräte geschieht auf internationaler Ebene.








