(openPR) Die Bedeutung der genitalen Chlamydieninfektion ist hoch, weil die Infektion häufig nur mit geringen oder gar keinen Symptomen verläuft und dennoch zu schwerwiegenden Folgen führen kann. Infizierte Menschen können auch Monate nach der eigenen Ansteckung und ohne selbst Symptome zu spüren ihre Sexualpartner infizieren. Die unbehandelte Chlamydieninfektion gilt als wichtigste Ursache für weibliche Sterilität. Ca. 30-50 Prozent der Eileiterschwangerschaften sind auf eine Chlamydieninfektion zurückzuführen. Eine Kurzinformation des pro familia-Bundesverband will Ärztinnen und Ärzte für das Thema sensibilisieren.
Die genitale Chlamydieninfektionen ist die häufigste bakteriell sexuell übertragbaren Krankheiten (STD) in den Industrienationen. Verbindliche Richtlinien für ein Screening auf Chlamydia-trachomatis bestehen nur im Rahmen der Mutterschaftsvorsorgerichtlinien, ansonsten werden in Deutschland keine ärztlichen Routine- bzw. Screnninguntersuchungen angeboten.
Aber auch ohne entsprechende Richtlinien sollten bestehende Strukturen und Möglichkeiten der ärztlichen Versorgung und Beratung stärker genutzt werden, um gefährdete Personen über eine Chlamydieninfektion zu informieren und ggf. eine Diagnostik durchzuführen.
Die vorliegenden Kurzinformation richtet sich an Ärztinnen und Ärzte und an Institutionen, die an der ärztlichen Versorgung beteiligt sind. Basierend auf internationalen Erfahrungen und Empfehlungen werden die wichtigsten Punkte aufgeführt, die im Beratungsgespräch angesprochen werden sollten. Sie benennt sie Indikatoren, Risikofaktoren und Symptome, die auf eine genitale Chlamydieninfektion hinweisen und vermittelt aktuelle Informationen zur notwendigen Diagnostik, Behandlung und Folgeuntersuchungen.
Aus europäischen Nachbarländern werden steigende Infektionszahlen gemeldet und einige Länder haben bereits Screening-Programme für genitale Chlamydia-trachomatis-Infektion eingeführt.
In Deutschland fehlen epidemiologische Zahlen zur Verbreitung, da nach dem Infektionsschutzgesetz keine Meldepflicht für die genitale Chlamydieninfektion besteht. Hinweise zur Häufigkeit und zu den Risikogruppen ergeben sich jedoch über eine freiwillige Erfassung nicht meldepflichtiger sexuell übertragbarer Krankheiten (STD) durch das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. Eine Hauptrisikogruppe stellen junge Erwachsene mit wechselnden Sexualpartnern dar.
Pro familia möchte mit dieser Information das Wissen und das Problembewusstseins für die Chlamydieninfektion in der Ärzteschaft verbessern, damit bei Personen mit einem erhöhten Infektionsrisiko durch frühzeitige Information, Diagnostik und korrekten Behandlung Folgeschäden vermieden werden können.
Die Kurzinformation kann im Internet unter www.profamilia.de -> Infomaterial -> Fachinformationen heruntergeladen werden.









