(openPR) Bochum1. März 2010 – Auf ihrer Mitgliederversammlung am 8. Februar 2010 wählte die "Arbeitsgemeinschaft zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und des Heilberufsausweises in der Region Bochum–Essen für das Land Nordrhein-Westfalen“, kurz ARGE eGK/HBA-NRW, den Vizepräsidenten der Ärztekammer Nordrhein, Bernd Zimmer, zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden. Der 53-jährige Allgemeinmediziner tritt damit die Nachfolge von Dr. Leonhard Hansen an, dem ehemaligen Vorsitzenden der Kassenärzt-lichen Vereinigung Nordrhein (KVNO). Im Zuge seiner Amtsniederlegung bei der KVNO hatte Hansen auch seinen Rücktritt als stellvertretender Vorsitzender der ARGE erklärt. In beiden Organisationen hatte er sich aktiv für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und den Basis-Rollout in der Region Nordrhein eingesetzt. Auf Hansens Initiative hin stellte sich Bernd Zimmer zu seiner Amtsnachfolge in der ARGE zur Verfügung.
Nach seiner einstimmigen Wahl betonte Zimmer, er freue sich darauf, die Entwicklung der Telematik im Gesundheitswesen zu unterstützen und die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) mitzugestalten. Als praktizierender Arzt betrachte er ihren Einsatz insbesondere unter Nutzengesichtspunkten. Die Zugehörigkeit Zimmers zur ARGE sehen die Mitglieder auch als Chance, die Zusammenarbeit zwischen der Testregion und der Ärztekammer zu intensivieren. Insbesondere der Dialog über die Testergebnisse soll bei den anstehenden Testverfahren im Vordergrund stehen. Um die Anforderungen der Ärzte zu berücksichtigen und die Praxistauglichkeit der Anwendungen zu gewährleisten, plant das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Nordrhein-Westfalen zusammen mit der Ärztekammer und Vertretern der Berufsverbände der Ärzteschaft, der Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Vereinigung sowie der Krankenkassen in Nordrhein einen ärztlichen Beirat einzurichten. Dieser Beirat soll die Online-Tests zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) mit 10.000 bzw. 100.000 Versicherten begleiten. Er soll konkrete Empfehlungen zu den jeweiligen Teststufen aussprechen, die in die Planungen der Ministerien, der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik) und der Testregion Bochum-Essen einfließen sollen.
Insgesamt gibt es derzeit sechs eGK-Testregionen in Deutschland. Die ARGE eGK/HBA-NRW ist zuständig für die Umsetzung der 10.000er und 100.000er Tests in der Region Bochum-Essen. Ihr gehören 22 Organisationen des Gesundheitswesens an. Bis Juni 2009 wurden in Bochum mit rund 10.000 Versicherten drei Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte in 24 Praxen, 15 Apotheken und zwei Krankenhäusern erprobt: die Pflichtanwendungen Versichertenstammdaten und eRezept sowie die freiwillige Anwendung Notfalldaten jeweils als Offline-Szenario (Datenspeicherung auf der eGK). In der anstehenden zweiten Testphase sollen die Arztpraxen und Krankenhäuser an die Telematik-Infrastruktur angebunden werden. Zusätzlich zu den Anwendungen der ersten Testphase sollen hier die Versichertenstammdaten auf der eGK direkt online von der Krankenkasse aktualisiert und die Kommunikation zwischen den Ärzten mittels eines elektronischen Arztbriefs getestet werden. Die genaue Ausgestaltung der nächsten Testphase wird jedoch erst nach Abschluss der aktuell bei der gematik laufenden Bestandsaufnahme bekannt gegeben.
Fotonachweis (s. Anhang): ÄkNo/Erdmenger








