(openPR) Anlässlich der Schweinegrippe-"Pandemie" weist der Politische Arbeitskreis Menschen für Tierrechte in Europa (PAKT) e. V. auf die Gefahren der heute verbreiteten industriellen Massentierhaltung hin.
Der größte Teil der Schweine leidet unter Atemwegserkrankungen. So weisen der Homepage des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) zufolge 92% der Schweine in Deutschland Antikörper gegen Grippeviren auf. "Ihre Lungen sind so zerfressen, dass sie am Schlachthof entsorgt werden müssen!", erklärt Dr. Christina Sultan, die Tierärztin von "PAKT". Anfällig werden die Tiere mit den feinen Nasen (vgl. Trüffelschweine!) durch Ammoniak-Gase, die ständig durch die Betonspalten des Bodens aufsteigen - eine ständige Tortur für die empfindlichen Rüsseltiere.
Viren mutieren besonders leicht bei schnellem Wirtswechsel - und der wird ihnen bei den in Enge und Stress vegetierenden Tieren geradezu angeboten. Auch die Aviäre Influenza ("Vogelgrippe") trat vor allem in Massenbetrieben auf - und ist dort wohl auch entstanden.
Zudem gibt es immer neue Stämme resistenter Salmonellen und Campylobakter, besonders in großen Geflügel-Mastanlagen (2). "Das Problem solcher resistenter Keime ist, dass die üblichen Gegenmittel nicht mehr wirken", erläutert Dr. Sultan. Schon 2001 forderte darum der Präsident der Ärztekammer, Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, eine Abkehr von der Massentierhaltung (3), auch der ehemalige Amtsverterinär, Dr. Hermann Focke zeigte jüngst die zunehmende Gefahr durch den enormen Infektionsdruck in industriellen Geflügelhaltungen auf und kritisierte besonders die hohe Belegdichte (4). Bei Schweinen sieht es ähnlich aus. Die derzeit übliche extreme Engaufstallung, bei denen 100-kg-Schweinen weniger als ein Quadratmeter pro Tier zugestanden wird und Masthühnern, (so genannte "Hähnchen", völlig überzüchtete Tiere, die unter ihrem extremen Gewicht stark leiden), gar nur ein m2 für ca 25 Tiere zugestanden wird, beinhaltet somit nicht nur millionenfaches Leiden der Tiere, sondern auch eine zunehmende Seuchengefahr für Menschen.
Da Campylobakter in Geflügel-Mastanlagen endemisch sind, wird die Anzahl resistenter Keinme wohl weiter zunehmen. Ein Gegenmittel gegen diese Krankheiten fehlt.
"Was ist sinnvoller", fragt Edgar Guhde, Vorsitzender von PAKT: "Immer neue Medikamente zu entwickeln - oder endlich auch Tieren das zu geben, was sie brauchen: Licht, Sonne und artgemäße Bewegung?"
Politischer Arbeitskreis für Tierrechte in Europa (PAKT) e. V.
Edgar Guhde (Vorsitzender)
Quellen/Literatur:
(1) Friedrich-Löffler-Institut: http://www.fli.bund.de/253.html?&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=722&cHash=2e1f69c125
Zitat: "Welche Rolle spielen Schweine bei der Übertragung?
Influenza ist in deutschen Schweinebeständen weit verbreitet. In über 92 Prozent der Schweinebestände können Antikörper gegen mindestens einen der untersuchten Influenza-Subtypen (H1N1, H1N2, H3N2) nachgewiesen werden, wobei häufig auch Infektionen mit mehreren Influenza-Subtypen vorkommen.
Influenzaviren bei Schweinen werden vor allem durch engen Kontakt untereinander und möglicherweise auch durch kontaminierte Gegenstände, die mit infizierten Schweinen in Berührung gekommen sind, übertragen. "
(2) Agrar heute: http://www.agrarheute.com/?redid=308582:
"Camphylobakter. der wichtigste Erreger von Durchfallerkrankungen." Zitat: "In Deutschland werden pro Jahr mehr als 60.00 Fälle der Camphylobakter-Infektionen registriert. Besonders häufig infizieren sich Kinder unter fünf jahren und junge Erwachsele. Dir Folge sind Durchfallerkrankungen, in Einzelfällen aber auch schwerwiegende Nervenerkrankungen oder Gelenksentzündungen." Unser Kommentar: Die im Folgenden empfohlenen Hygienie-Maßnahmen sind bekannt, scheinen aber in der Praxis nicht angewendet zu werden - ein Haushalt ist eben kein Labor - ein Schlachthof auch nicht.
(3) Bundesärztekammer (BÄK): http://www.verbaende.com/News.php4?m=4325: "Hoppe fordert Abkehr von der Massentierhaltung"
(4) Focke, Dr. Hermann: "Die Natur schlägt zurück". www.wai.netzwerk-phoenix.net
Datum für alle Internetangaben: 12.08.2009







