(openPR) Gebärmutterhalskrebs und manche Hautveränderungen im Genitalbereich werden durch so genannte Humane Papillomviren (HPV) verursacht. Seit neuestem gibt es eine Impfung gegen diese Viren. Die Ständige Impfkommission empfiehlt, Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren gegen HPV zu impfen. Prof. Dr. Jürgen Hucke, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Bethesda Krankenhaus, informiert beim Themenabend über den geeigneten Impfzeitpunkt und über Vorteile und Risiken der Impfung.
Herr Prof. Hucke, wovor schützen die HPV-Impfstoffe?
Prof. Dr. Hucke: Jährlich erkranken weltweit rund 500.000 Frauen am Gebärmutterhalskrebs. Die Impfstoffe schützen vor der Ansteckung mit HPV 16 und 18. Diese Virustypen spielen bei der Entstehung des Gebärmutterhalskrebses eine entscheidende Rolle und können bei einer lang anhaltenden Infektion zu Gewebeveränderungen am Gebärmutterhals führen. Unbehandelt entwickeln sich diese Veränderungen in manchen Fällen dann zu einer Krebserkrankung.
Wer sollte vor allem geimpft werden?
Prof. Dr. Hucke: Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren – möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Da eine Ansteckung mit HPV in erster Linie über sexuelle Kontakte erfolgt, ist diese Zielgruppe mit großer Wahrscheinlichkeit noch nicht infiziert. Die Impfung ist aber weniger wirkungsvoll bei Personen, die sich bereits mit HPV infiziert haben.
Welche Nebenwirkungen treten auf und wie lange hält der Impfschutz an?
Prof. Dr. Hucke: Generell gelten die Impfstoffe als sehr gut verträglich. Die Impfungen bestehen aus jeweils drei Einzelspritzen, die innerhalb von sechs Monaten verabreicht werden. In der bisherigen Nachbeobachtungszeit von etwa fünf Jahren hielt der Impfschutz komplett an. Neuere Studien deuten darauf hin, dass die Impfung vermutlich noch länger anhält.
Bleibt trotz Impfung ein Restrisiko für Gebärmutterhalskrebs bestehen?
Prof. Dr. Hucke: Ja. Schätzungen zufolge wären durch eine flächendeckende Impfung zwar immerhin bis zu 75 Prozent der Operationen bei Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen künftig vermeidbar. Die Impfung wirkt aber ausschließlich gegen die genannten Virustypen, das heißt, sie schützt nicht vor einer Ansteckung mit anderen HPV-Typen. Aus diesem Grund ist es auch für geimpfte Frauen weiterhin wichtig, regelmäßig zur ihrem Frauenarzt/ihrer Frauenärztin zur Krebsfrüherkennungsuntersuchung zu gehen.
Unter dem Titel „Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs“ widmet sich der Themenabend des Bethesda Programms am Donnerstag, 23. April um 18.30 Uhr im Bethesda Krankenhaus (Hainstrasse 35), den Vorteilen und Risiken der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Der Eintritt ist frei. Infos unter (0202) 290-2152












