08.12.2007 - 19:55 - Gesundheit & Medizin
Fortschritte bei der Prävention, Diagnostik und Therapie von Gebärmutterhalskrebs
Pressemitteilung von: HPV 2007 Hannover / PR Agentur: MasterMedia GmbH
Hannover, 7.12.2007 – Vom 6. bis 8. Dezember ist das Hannoveraner Maritim Airport Hotel Treffpunkt von Wissenschaftlern verschiedener medizinischer Disziplinen und niedergelassenen Ärzten. Ziel des interdisziplinären Symposiums HPV 2007 mit über 300 Teilnehmern aus Europa und Übersee ist der Austausch aktueller Erkenntnisse zur Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten und die Diskussion moderner Konzepte zur Prävention, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des unteren Genitaltrakts, die durch humane Papillomaviren (HPV) hervorgerufen werden. Unter der Schirmherrschaft der ehrwürdigen Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie zeichnen als Initiatoren und Organisatoren der Rostocker Professor Dr. med. Gerd Gross für die Deutsche STD-Gesellschaft, Prof. Dr. med. Peter Hillemanns für das Zentrum Frauenheilkunde der Medizinischen Hochschule Hannover, Privatdozent Dr. med. Hans Ikenberg von der Cytomol in Frankfurt sowie Prof. Dr. med. K. Ulrich Petry von der Klinik für Frauenheilkunde im Klinikum der Stadt Wolfsburg verantwortlich. Auf kaum einen Gebiet in der Medizin hat es in den letzten Jahren so viele Fortschritte gegeben wie auf dem Gebiet HPV-induzierter Erkrankungen. Daher bietet das alle zwei Jahre stattfindende Symposium auch einen idealen Rahmen, um die zeitnahe Umsetzung der klinischen Forschung in die Praxis zu diskutieren.
Vorbeugung vor Genitalwarzen
Professor Gross machte auf dem Symposium deutlich, dass genitale Warzen, die durch bestimmte HP-Viren hervorgerufen werden, eine zunehmende Belastung für die Gesundheitssysteme darstellen. „Nach aktuellen Studien ist davon auszugehen, dass jede zehnte Frau bis zum Alter von 45 Jahren davon betroffen ist.“ erklärte Prof. Gross in Hannover. Etwa 400.000 Männer und Frauen in Deutschland nehmen jährlich ärztliche Hilfe in Anspruch, es entstehen Kosten von 50 Millionen Euro und mehr. Neben einem deutlichen Verlust an Lebensqualität wird bei den Betroffenen Krebsangst und Angst vor Infertilität hervorgerufen. Die Behandlung ist bisher schwierig und von einer hohen Rezidivrate mit mehr als 50 Prozent geprägt. Deshalb setzen die Forscher jetzt große Hoffnung auf einen Impfstoff gegen die überwiegend durch HPV 6/11 iduzierten Genitalwarzen (Condylomata acuminata). Die bisherigen Ergebnisse des vorbeugenden Impfstoffes bei Mädchen sind so überzeugend, dass die Fachleute empfehlen die Impfung jetzt schon zwischen dem 9. und 17. Lebensjahr durchzuführen, also möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Bei männlichen Jugendlichen fehlen noch die Ergebnisse aus klinischen Studien. Die bisherigen Ergebnisse in Bezug auf Immunogenität und Sicherheitsprofil geben aber auch hier Anlass zur Hoffnung.
HPV-Impfung breit akzeptiert
Professor Hillemanns wies darauf hin, dass die HPV-Impfung in Deutschland sehr gut angenommen wird. Ein bivalenter Impfstoff (Cervarix®) und ein tetravalenter Impfstoff (Gardasil®) sind jetzt zugelassen. Die Impfung kann Gebärmutterhalskrebs vorbeugen, der – nach dem Brustkrebs – die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache junger Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren in Deutschland und Europa ist. Jährlich wird bei 33.500 Frauen in Europa ein Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert und rund 15.000 von ihnen sterben daran. In Deutschland erkranken jährlich rund 6.500 Frauen neu, knapp 2.000 sterben an Gebärmutterhalskrebs. In fast allen Fällen lassen sich humane Papillomviren (HPV) nachweisen. Die Viren sind weit verbreitet und werden sexuell übertragen. 70 Prozent aller sexuell aktiven Frauen und Männer kommen im Laufe ihres Lebens mit HPV in Kontakt. Es gibt über 100 verschiedene Typen des humanen Papillomvirus. Die onkogenen Typen (unter anderem 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51 und 52) können Gebärmutterhalskrebs verursachen. Die größte Bedeutung in Europa haben dabei die Virustypen 16 und 18. Etwa 75 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs in Europa werden vermutlich durch diese beiden Virustypen ausgelöst.
Prof. Hillemanns betonte: „Die Verträglichkeit ist sehr gut“. Erfreulicherweise konnten den Impfstoffen bisher keine wesentlichen Nebenwirkungen angelastet werden. Dies ist bei einem Totimpfstoff auch nicht zu erwarten. Interessanterweise ist die Immunantwort bei den 9- bis 15jährigen höher als bei den 16- bis 26jährigen. Eine hohe Immunantwort konnte auch bei männlichen Jugendlichen belegt werden, so dass eine prophylaktische Impfung auch beim Mann wirksam sein sollte. Klinische Effektivitätsdaten stehen allerdings noch aus.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV 16/18-Impfung für Mädchen im Alter von zwölf bis 17 Jahren. Dies wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss bestätigt. Die Impfung sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein. Die Kosten der Impfung für Mädchen dieser Altersgruppe werden von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen. Frauen, die innerhalb des von der STIKO empfohlen Zeitraumes (Alter 12–17 Jahre) keine Impfung gegen HPV erhalten haben, können ebenfalls von einer Impfung gegen HPV profitieren.
Moderne Diagnostik und Früherkennung im Zeitalter der Impfstoffe
Wenn die Akzeptanz für die HPV-Impfstoffe anhält, werden in 20 bis 30 Jahren Frauen in die gynäkologischen Praxen kommen, bei denen signifikant weniger hochgradige Krebsvorstufen oder invasive Karzinome entdeckt werden. Der Gebärmutterhalskrebs, davon zeigten sich in Hannover alle Experten überzeugt, wird in Praxis und Klinik ein seltenes Ereignis werden. Damit auch diese seltenen Fälle noch frühzeitig erkannt werden und auch die heute betroffenen Frauen entdeckt werden, gilt es jetzt ein modernes Früherkennungskonzept zu entwickeln, das Frauen mit erhöhtem Gebärmutterhalskrebsrisiko sicher diagnostizieren kann. Eine Vielzahl von Publikationen der letzten Monate hat gezeigt, dass sich dazu die Integration des HPV DNA-Tests in die Vorsorgekonzepte geradezu anbietet. Oder wie es eine vom Bundesministerium für Gesundheit beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information in Auftrag gegebene Untersuchung formuliert: „Nach Bewertung der medizinischen Evidenz ist die Fragestellung nicht mehr ob, sondern in welcher Weise der HPV-Test bei der Zervixkarzinomfrüherkennung genutzt werden sollte.“ Einer der Autoren dieser Studie, der Hannoveraner Dr. Thomas Mittendorf bestätigte während des Symposiums noch einmal diese Auffassung und wies auch auf die Kosteneffizienz hin.
Am weitesten fortgeschritten in Europa ist derzeit das so genannte Wolfsburger Model zur Optimierung der Prävention des Gebärmutterhalskarzinoms (Zervixkarzinoms), das am 1. Februar 2006 gestartet wurde. Partner sind alle niedergelassenen Gynäkologen in Wolfsburg, die Deutsche BKK, die Dysplasiesprechstunde der Frauenklinik und das Klinikum der Stadt Wolfsburg. Ziele sind eine weitere Senkung der Inzidenz des Zervixkarzinoms, eine Vermeidung von Fehlbehandlungen bei Krebsvorstufen, eine Verbesserung der Teilnahmeraten an der Vorsorge und ein bessere Festlegung von leitlinienkonformen Patientinnenpfaden.
Nach einer 17 monatigen Zwischenbilanz ist die Akzeptanz bei allen Beteiligten des Modells sehr hoch. Alle Frauenarztpraxen in Wolfsburg nehmen teil. Der Initiator des Wolfsburger Modells, Professor K. Ulrich Petry sagte dazu: „Unter Einbeziehung des HPV DNA-Tests gelingt uns eine Identifizierung von Frauen mit erhöhtem Krankheitsrisiko, das wiederum durch entsprechende Kontrollen oder minimal invasive Therapien annulliert werden kann.“ Im Gesundheitssystem können die Ressourcen auf die Personen fokussiert werden, die wirklich eine intensive Betreuung brauchen. Dagegen werden der großen Mehrheit ohne Risiko (94 Prozent aller Teilnehmer) überflüssige Untersuchungen mit der Möglichkeit falsch positiver Resultate erspart. 99 Prozent aller Frauen in der Region entscheiden sich für die Vorsorge mit dem HPV-Test.
Auf nationaler Ebene scheint Holland in Europa die Nase bei der Einführung einer modernen Diagnostik unter Einbeziehung des HPV-Tests vorn zu haben. Niederländische Wissenschaftler um Professor Chris Meijer untersuchten im Rahmen der sog. POBASCAM-Studie (Population Based Screening Study Amsterdam), inwieweit sich HPV DNA-Tests auf die Effektivität regulärer zervikaler Screenings auswirken und werteten dafür die Ergebnisse von 17.155 der insgesamt 44.938 Studienteilnehmerinnen aus.
Professor Meijer sagte dazu in Hannover: „Die Einführung von HPV DNA-Tests im Rahmen zervikaler Screenings führt zu einer früheren Diagnose von CIN3+-Läsionen. Eine frühere Detektion dieser Läsionen aber wird zu einem größeren Schutz vor invasivem Gebärmutterhalskrebs führen, da die Läsionen vor der Progression zum Krebs entdeckt werden.“ Professor Meijer ist zuversichtlich, dass sich im Laufe des Jahres 2008 eine moderne Früherkennung in den Niederlanden durchsetzen wird.
In Deutschland ist der Trend nicht eindeutig. Beim Bundesverband der Frauenärzte (BVF) setzt man weiterhin auf die jährliche Abstrichuntersuchung, obwohl man anerkennt, dass der Pap-Test nicht mit hundertprozentiger Sicherheit potenziell gefährliche Zellveränderungen aufweist. Der BVF beteiligt sich jetzt an der so genannten Rhein-Saar-Studie, die die konventionelle Zytologie (Pap-Abstrich) mit der so genannten Dünnschichtzytologie vergleicht. Diese Methode hat sich in einer Vielzahl von Studien gegenüber dem alten Verfahren überlegen gezeigt. Privat-Dozent Dr. Hans Ikenberg hob in Hannover hervor: „Die Dünnschichtzytologie bietet die ideale Basis für eine computerassistierte Zytologie und eine parallele Testung aus dem gleichen Medium auf HPV und andere Infektionen wie Chlamydien, HSV und Neisseria gonorrhea.“
Vielleicht liegt ja die Zukunft in einer Integration von Dünnschichtzytologie und HPV DNA-Tests in die deutsche Vorsorgepraxis beim Gebärmutterhalskrebs. Auf alle Fälle haben die Frauen einen Anspruch auf eine optimale Vorsorge bei einer heute potenziell vermeidbaren Krebsart.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Pressekontakt HPV 2007:
MasterMedia GmbH
Birgit Kasolowsky
Tel.: 040/507 113-32
E-Mail:
Interdisziplinäres Smyposium HPV 2007
Hannover
Vorbeugung vor Genitalwarzen
Professor Gross machte auf dem Symposium deutlich, dass genitale Warzen, die durch bestimmte HP-Viren hervorgerufen werden, eine zunehmende Belastung für die Gesundheitssysteme darstellen. „Nach aktuellen Studien ist davon auszugehen, dass jede zehnte Frau bis zum Alter von 45 Jahren davon betroffen ist.“ erklärte Prof. Gross in Hannover. Etwa 400.000 Männer und Frauen in Deutschland nehmen jährlich ärztliche Hilfe in Anspruch, es entstehen Kosten von 50 Millionen Euro und mehr. Neben einem deutlichen Verlust an Lebensqualität wird bei den Betroffenen Krebsangst und Angst vor Infertilität hervorgerufen. Die Behandlung ist bisher schwierig und von einer hohen Rezidivrate mit mehr als 50 Prozent geprägt. Deshalb setzen die Forscher jetzt große Hoffnung auf einen Impfstoff gegen die überwiegend durch HPV 6/11 iduzierten Genitalwarzen (Condylomata acuminata). Die bisherigen Ergebnisse des vorbeugenden Impfstoffes bei Mädchen sind so überzeugend, dass die Fachleute empfehlen die Impfung jetzt schon zwischen dem 9. und 17. Lebensjahr durchzuführen, also möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Bei männlichen Jugendlichen fehlen noch die Ergebnisse aus klinischen Studien. Die bisherigen Ergebnisse in Bezug auf Immunogenität und Sicherheitsprofil geben aber auch hier Anlass zur Hoffnung.
HPV-Impfung breit akzeptiert
Professor Hillemanns wies darauf hin, dass die HPV-Impfung in Deutschland sehr gut angenommen wird. Ein bivalenter Impfstoff (Cervarix®) und ein tetravalenter Impfstoff (Gardasil®) sind jetzt zugelassen. Die Impfung kann Gebärmutterhalskrebs vorbeugen, der – nach dem Brustkrebs – die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache junger Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren in Deutschland und Europa ist. Jährlich wird bei 33.500 Frauen in Europa ein Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert und rund 15.000 von ihnen sterben daran. In Deutschland erkranken jährlich rund 6.500 Frauen neu, knapp 2.000 sterben an Gebärmutterhalskrebs. In fast allen Fällen lassen sich humane Papillomviren (HPV) nachweisen. Die Viren sind weit verbreitet und werden sexuell übertragen. 70 Prozent aller sexuell aktiven Frauen und Männer kommen im Laufe ihres Lebens mit HPV in Kontakt. Es gibt über 100 verschiedene Typen des humanen Papillomvirus. Die onkogenen Typen (unter anderem 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51 und 52) können Gebärmutterhalskrebs verursachen. Die größte Bedeutung in Europa haben dabei die Virustypen 16 und 18. Etwa 75 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs in Europa werden vermutlich durch diese beiden Virustypen ausgelöst.
Prof. Hillemanns betonte: „Die Verträglichkeit ist sehr gut“. Erfreulicherweise konnten den Impfstoffen bisher keine wesentlichen Nebenwirkungen angelastet werden. Dies ist bei einem Totimpfstoff auch nicht zu erwarten. Interessanterweise ist die Immunantwort bei den 9- bis 15jährigen höher als bei den 16- bis 26jährigen. Eine hohe Immunantwort konnte auch bei männlichen Jugendlichen belegt werden, so dass eine prophylaktische Impfung auch beim Mann wirksam sein sollte. Klinische Effektivitätsdaten stehen allerdings noch aus.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV 16/18-Impfung für Mädchen im Alter von zwölf bis 17 Jahren. Dies wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss bestätigt. Die Impfung sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein. Die Kosten der Impfung für Mädchen dieser Altersgruppe werden von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen. Frauen, die innerhalb des von der STIKO empfohlen Zeitraumes (Alter 12–17 Jahre) keine Impfung gegen HPV erhalten haben, können ebenfalls von einer Impfung gegen HPV profitieren.
Moderne Diagnostik und Früherkennung im Zeitalter der Impfstoffe
Wenn die Akzeptanz für die HPV-Impfstoffe anhält, werden in 20 bis 30 Jahren Frauen in die gynäkologischen Praxen kommen, bei denen signifikant weniger hochgradige Krebsvorstufen oder invasive Karzinome entdeckt werden. Der Gebärmutterhalskrebs, davon zeigten sich in Hannover alle Experten überzeugt, wird in Praxis und Klinik ein seltenes Ereignis werden. Damit auch diese seltenen Fälle noch frühzeitig erkannt werden und auch die heute betroffenen Frauen entdeckt werden, gilt es jetzt ein modernes Früherkennungskonzept zu entwickeln, das Frauen mit erhöhtem Gebärmutterhalskrebsrisiko sicher diagnostizieren kann. Eine Vielzahl von Publikationen der letzten Monate hat gezeigt, dass sich dazu die Integration des HPV DNA-Tests in die Vorsorgekonzepte geradezu anbietet. Oder wie es eine vom Bundesministerium für Gesundheit beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information in Auftrag gegebene Untersuchung formuliert: „Nach Bewertung der medizinischen Evidenz ist die Fragestellung nicht mehr ob, sondern in welcher Weise der HPV-Test bei der Zervixkarzinomfrüherkennung genutzt werden sollte.“ Einer der Autoren dieser Studie, der Hannoveraner Dr. Thomas Mittendorf bestätigte während des Symposiums noch einmal diese Auffassung und wies auch auf die Kosteneffizienz hin.
Am weitesten fortgeschritten in Europa ist derzeit das so genannte Wolfsburger Model zur Optimierung der Prävention des Gebärmutterhalskarzinoms (Zervixkarzinoms), das am 1. Februar 2006 gestartet wurde. Partner sind alle niedergelassenen Gynäkologen in Wolfsburg, die Deutsche BKK, die Dysplasiesprechstunde der Frauenklinik und das Klinikum der Stadt Wolfsburg. Ziele sind eine weitere Senkung der Inzidenz des Zervixkarzinoms, eine Vermeidung von Fehlbehandlungen bei Krebsvorstufen, eine Verbesserung der Teilnahmeraten an der Vorsorge und ein bessere Festlegung von leitlinienkonformen Patientinnenpfaden.
Nach einer 17 monatigen Zwischenbilanz ist die Akzeptanz bei allen Beteiligten des Modells sehr hoch. Alle Frauenarztpraxen in Wolfsburg nehmen teil. Der Initiator des Wolfsburger Modells, Professor K. Ulrich Petry sagte dazu: „Unter Einbeziehung des HPV DNA-Tests gelingt uns eine Identifizierung von Frauen mit erhöhtem Krankheitsrisiko, das wiederum durch entsprechende Kontrollen oder minimal invasive Therapien annulliert werden kann.“ Im Gesundheitssystem können die Ressourcen auf die Personen fokussiert werden, die wirklich eine intensive Betreuung brauchen. Dagegen werden der großen Mehrheit ohne Risiko (94 Prozent aller Teilnehmer) überflüssige Untersuchungen mit der Möglichkeit falsch positiver Resultate erspart. 99 Prozent aller Frauen in der Region entscheiden sich für die Vorsorge mit dem HPV-Test.
Auf nationaler Ebene scheint Holland in Europa die Nase bei der Einführung einer modernen Diagnostik unter Einbeziehung des HPV-Tests vorn zu haben. Niederländische Wissenschaftler um Professor Chris Meijer untersuchten im Rahmen der sog. POBASCAM-Studie (Population Based Screening Study Amsterdam), inwieweit sich HPV DNA-Tests auf die Effektivität regulärer zervikaler Screenings auswirken und werteten dafür die Ergebnisse von 17.155 der insgesamt 44.938 Studienteilnehmerinnen aus.
Professor Meijer sagte dazu in Hannover: „Die Einführung von HPV DNA-Tests im Rahmen zervikaler Screenings führt zu einer früheren Diagnose von CIN3+-Läsionen. Eine frühere Detektion dieser Läsionen aber wird zu einem größeren Schutz vor invasivem Gebärmutterhalskrebs führen, da die Läsionen vor der Progression zum Krebs entdeckt werden.“ Professor Meijer ist zuversichtlich, dass sich im Laufe des Jahres 2008 eine moderne Früherkennung in den Niederlanden durchsetzen wird.
In Deutschland ist der Trend nicht eindeutig. Beim Bundesverband der Frauenärzte (BVF) setzt man weiterhin auf die jährliche Abstrichuntersuchung, obwohl man anerkennt, dass der Pap-Test nicht mit hundertprozentiger Sicherheit potenziell gefährliche Zellveränderungen aufweist. Der BVF beteiligt sich jetzt an der so genannten Rhein-Saar-Studie, die die konventionelle Zytologie (Pap-Abstrich) mit der so genannten Dünnschichtzytologie vergleicht. Diese Methode hat sich in einer Vielzahl von Studien gegenüber dem alten Verfahren überlegen gezeigt. Privat-Dozent Dr. Hans Ikenberg hob in Hannover hervor: „Die Dünnschichtzytologie bietet die ideale Basis für eine computerassistierte Zytologie und eine parallele Testung aus dem gleichen Medium auf HPV und andere Infektionen wie Chlamydien, HSV und Neisseria gonorrhea.“
Vielleicht liegt ja die Zukunft in einer Integration von Dünnschichtzytologie und HPV DNA-Tests in die deutsche Vorsorgepraxis beim Gebärmutterhalskrebs. Auf alle Fälle haben die Frauen einen Anspruch auf eine optimale Vorsorge bei einer heute potenziell vermeidbaren Krebsart.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
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