(openPR) Positive Ergebnisse einer Dermatologen-Studie war ausschlaggebend -
Die bei der Volkskrankheit Schuppenflechte eingesetzte Balneofototherapie wird jetzt auch für Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis von gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Dies erklärte PD Dr. med. Hans Michael Ockenfels, Leiter der Haut- und Allergieklinik am Klinikum Hanau, anlässlich eines Pressegespräches am Mittwoch. Auslöser dieser Entscheidung war eine Studie, in der die Wirksamkeit der Balneofototherapie eindrucksvoll belegt werden konnte. In Deutschland leiden zwei Millionen Menschen unter der Psoriasis.
In der bisher größten jemals im deutschen Versorgungskontext durchgeführten klinischen Studie des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen wurde die Balneofototherapie (Lichtbäder) zwischen 2001 und 2004 an mehr als 1.200 Patienten erfolgreich getestet. Bei mehr als 80 Prozent der Patienten erwies sich die Therapie als deutlich wirksamer, als andere Behandlungsformen und die Wirkung hielt länger an. Allein im Rhein-Main-Gebiet leben rund 100.000 Menschen, die von der neuerlichen Kassenleistung profitieren können, so Dr. Ockenfels. Deutschlandweit sind es rund zwei Millionen Menschen. Etwa 200 spezialisierte Arztpraxen und 100 Kliniken setzen die Balneofototherapie ein.
Als Ergebnis der Studie beantragten Krankenkassen wie auch die Kassenärztlche Bundesvereinigung die Aufnahme der Balneofototherapie als gesetzliche Kassenleistung. Nach Prüfung durch das unabhängige Mainzer Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) stimmte der gemeinsame Bundesausschusse dem Antrag zu. Im Begründungstext heißt es unter anderem „Die Einführung in die GKV-Versorgung kann zur Verhinderung oder Verkürzung stationär rehabilitativer Maßnahmen und zur deutlichen Reduzierung von Behandlungskosten mit lokalen systemischen Medikamenten bei Patienten mit Psoriasis vulgaris führen“. „Neben der medizinischen Wirksamkeit bedeuten Lichtbäder auf Krankenschein somit auch mehr Wirtschaftlichkeit im ambulanten wie auch im stationären Sektor“, erklärte Dr. Ockenfels.
Lichtbäder sind eine seit dem Altertum bekannte effektive Therapieform zur Behandlung von Psoriasis vulgaris und anderen chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen. Die Behandlung besteht aus einer Kombination von Salzwasserbad bzw. Bädern in lichtsensibilisierenden Lösungen (Psoralene) und UV-Bestrahlung und imitiert die besonderen klimatischen Bedingungen des Toten Meeres. Von 1994 bis 2000 stand die Balneofototherapie mit Psoralenen als auch mit Salz aus dem Toten Meer sowohl in Hautkliniken wie in spezialisierten Praxen bundesweit auch gesetzlich versicherten Patienten ambulant und nach stationärer Behandlung zur Verfügung. Dieser Erprobungszeitraum wurde hauptsächlich von Ersatzkassen getragen. Nachdem das Verfahren seit dem Jahr 2000 gesetzlich Versicherten nicht mehr zur Verfügung stand, können nun alle gesetzlich Versicherten von der Therapie profitieren.


