22.08.2008 - 10:21 - Gesundheit & Medizin
Mama ist anderS
Pressemitteilung von: Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Landesverband Hessen e. V.PR Agentur: Deutscher Pressestern

(Foto: DMSG Landesverband Hessen e. V.) Kinder von MS-Patienten leiden oft unter der Krankheit ihrer Eltern. Das A und O ist der offene Umgang mit dem Thema MS in der Familie sowie im Bekanntenkreis.
Lisa ist inzwischen zehn und geht in die vierte Klasse. Sie ist mit der Krankheit ihrer Mutter groß geworden. Das Mädchen ist daran gewöhnt, dass ihre Mama regelmäßig zu Ärzten geht und öfter für einige Tage ins Krankenhaus muss. Regelmäßig begleitet Lisa ihre Mutter ins Reha-Zentrum Quellenhof im Schwarzwald – eine auf MS spezialisierte Reha-Klinik in Deutschland, zu der Eltern ihre Kinder mitbringen können. Beiden ist klar, Multiple Sklerose bedeutet nicht automatisch ein Leben im Rollstuhl. Jedoch müssen sie mit erheblichen Einschränkungen klarkommen: Zu den häufigsten Beschwerden, unter denen MS-Patienten leiden, gehören Lähmungserscheinungen, extreme Müdigkeit (Fatigue), Blasenstörungen und die große psychische Belastung.
Sabine konnte nach dem Mutterschutz nicht zurück in ihren Beruf. Die kleine Familie musste zudem aus der schönen Frankfurter Altbauwohnung in eine behindertengerechte Parterre-Wohnung in einer Neubausiedlung ziehen. Ohne Hilfe von außen, auch finanzielle Unterstützung durch die Multiple Sklerose Gesellschaft, wäre ihr Alltagsleben nicht zu meistern. Gerade wenn sie unter einem plötzlich einsetzenden Schub leidet und ins Krankenhaus muss, ist Sabine auf die Unterstützung der hilfsbereiten Nachbarn oder der netten älteren Dame, die sich zeitweilig als Pflegemutter um Lisa kümmert, angewiesen. Lisa ist inzwischen daran gewöhnt, vorübergehend bei Fremden zu leben, und nimmt es gelassen. „Die Kleine ist tough“, beschreibt Sabine ihre Tochter stolz.
Aufklärung, Beratung und Hilfe
Erste Anlaufstelle nach der Diagnose war für Sabine R. die Frankfurter Beratungsstelle des Landesverbandes Hessen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft. Dort beantworten Sozialarbeiterinnen Fragen, vermitteln den Kontakt zu anderen Betroffenen und bieten Kurse an. Besonders beliebt sind die Freizeiten für Kinder von MS-Kranken. Sie bieten Ferien gemeinsam mit Gleichaltrigen, die sich in derselben Lebenslage befinden und die die gleichen Fragen quälen: Wird es meiner Mutter/meinem Vater noch schlechter gehen? Wird sie/er an der Krankheit sterben? Habe ich MS vielleicht geerbt?
Darüber reden Kinder von MS-betroffenen Eltern oft nicht mit ihren Freunden – weil sie sich schämen bzw. glauben, dass sie auf Unverständnis stoßen. Auch innerhalb von Familien sind die Barrieren oft sehr hoch. Ingrun Bechen von der Beratungsstelle der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft in Alsfeld meint dazu: „Gerade Väter mit MS vermeiden es, über ihre Krankheit zu sprechen. Es sind eher die betroffenen Mütter, die aktiv das Gespräch mit ihren Kindern suchen.“ Je offener jedoch über Multiple Sklerose in der Familie und im Freundeskreis gesprochen wird, umso besser kann das Kind damit umgehen.
Schüler laufen für Multiple-Sklerose-Patienten
Aufklärung über Multiple Sklerose ist auch unter Nichtbetroffenen notwendig. Seit dem Jahr 2000 organisiert der Landesverband gemeinsam mit hessischen Schulen die sehr erfolgreichen Benefizläufe „Run for help“. Bei dieser Spendenaktion lernen die Schüler nicht nur mit dem Thema Krankheit und Behinderung umzugehen, sondern unterstützen auch aktiv die Arbeit der Multiple Sklerose Gesellschaft. Im Vorfeld suchen die Schüler persönliche Sponsoren (Verwandte, Freunde oder Firmen), die für jeden ihrer gelaufenen Kilometer eine bestimmte Summe Geld spenden. Die erlaufenen Spendengelder gehen zu 50 Prozent direkt an Selbsthilfegruppen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft aus der Region und zu 50 Prozent an den hessischen Landesverband. Damit werden u. a. die Kinderfreizeiten, Beratungsstellen und Fahrdienste finanziert.
Speziell für Kinder und Jugendliche aufbereitete Informationen über Multiple Sklerose finden sich auf der Website www.kinder-und-ms.de vom Bundesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft.
Spendenkonto des DMSG Landesverbandes Hessen e. V.
Frankfurter Sparkasse
BLZ: 500 502 01
Kontonummer: 18 333
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft
Landesverband Hessen e.V.
Petra Falk
Wittelsbacherallee 86
60385 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 405898-25
Fax: +49 69 405898-40
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Informationen zum DMSG Landesverband Hessen e. V. gibt es auf der Website www.dmsg-hessen.de.
Der Landesverband Hessen e. V. der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) wurde 1980 in Frankfurt am Main als Interessenvertretung für an Multiple Sklerose (MS) Erkrankte gegründet. Er ist einer von 16 Landesverbänden, die der Bundesverband mit Sitz in Hannover umfasst, und hat 2006 das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) erhalten. Ziel der Selbsthilfeorganisation ist vornehmlich die umfassende und individuelle Beratung MS-Betroffener und ihrer Angehörigen in psychosozialen, medizinischen, beruflichen und sozialrechtlichen Fragen. Die Mitgliederstruktur des Landesverbandes Hessen e. V. der DMSG setzt sich aus knapp 50 % der rund 8.000 MS-Patienten Hessens und 585 nicht an MS Erkrankten zusammen. Bei vier Beratungsstellen, über 80 Selbsthilfe- und Kontaktgruppen und einem Kommunikationszentrum finden Mitglieder sowie Nichtmitglieder hessenweit kompetente Betreuung und Unterstützung. Im Projekt „Betroffene beraten Betroffene“ stehen 30 Gesprächspartner, die selbst an MS erkrankt sind, am Beratungstelefon MS-Patienten und deren Angehörigen mit Basisinformationen, Verständnis und Ratschlägen zur Seite. Die Vorstandsvorsitzende Renate von Metzler setzt sich bereits seit der Gründung der DMSG für deren Arbeit ein. Bekannte Persönlichkeiten wie die ZDF-Nachrichtensprecherin Petra Gerster, der Wirtschaftsjournalist Frank Lehmann (DMSG Vorstandsmitglied) sowie die hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger (DMSG Schirmherrin) setzen sich aktiv für die Ziele der DMSG ein.
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