openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Bundesärztekammer und Telematik – Aufruf zur Diskussion

05.02.200807:50 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Bundesärztekammer und Telematik – Aufruf zur Diskussion
Das kritische Internetportal zum Medizin-, Pflege- und Gerontopsychiatrierecht - Lutz Barth
Das kritische Internetportal zum Medizin-, Pflege- und Gerontopsychiatrierecht - Lutz Barth

(openPR) Wenige Monate vor dem nächsten Deutschen Ärztetag in Ulm hat die Bundesärztekammer zu einer innerärztlichen Diskussion über die elektronische Gesundheitskarte aufgerufen und der Präsident der BÄK weist in diesem Zusammenhang stehend darauf hin, dass die zuweilen lebhaft und sehr engagiert geführte Diskussion der Kollegen verständlich ist.



Dem wird man/frau ohne weiteres beitreten können und das gleiche Engagement dürfte von den Kammern mit Blick auf die Debatte in der Sterbehilfe-Diskussion zu erwarten – eher wohl anzumahnen – sein! Auch hier ist eine innerärztliche Diskussion dringend erforderlich, denn es ist nicht ausgeschlossen, dass die Funktionäre einer beachtlichen Illusion erlegen sind, wonach es keine Ärzte und Ärztinnen innerhalb ihrer Berufsprofession gibt, die einen ärztlich assistierten freiverantwortlichen Suizid in bestimmten Situationen befürworten. Die Debatte um die Sterbehilfe leidet zuvörderst darunter, dass eine Berufsgruppe qua ethischem Dekret zwangsverpflichtet und im Übrigen – ggf. durch Androhung berufsrechtlicher Sanktionen - zum „Schweigen verpflichtet“ wird. Hier wird der Ärzteschaft insgesamt ein Bärendienst durch ihre Berufskammern erwiesen, denn aus der Sicht eines neutralen Beobachters könnte zunehmend der Eindruck in der Öffentlichkeit entstehen, dass die einzelnen Ärzte und Ärztinnen mit Blick auf ihre Gewissensentscheidung „entmündigt“ werden.
Mit der ersten Facharztentscheidung hat das BVerfG „eine Bresche in die Arkana und Interna der Berufsverbände geschlagen“, so Häberle (Berufsständische Satzungsautonomie und staatliche Gesetzgebung, in DVBl. 1972, S. 909 (S. 913). Dem ist in der Tat so, wenngleich in der Sterbehilfe-Debatte der Schritt der Kammern hin zu ständischen Privilegien mit angemaßter Exklusivität nach diesseitigem Eindruck nach mehr als 30 Jahren nach dem Erscheinen des Aufsatzes von Häberle längst vollzogen ist. Eigentlich muss (!) dies mehr als nachdenklich stimmen und selbst wenn die Ärzteschaft zum „Stillschweigen“ verpflichtet wird, muss es in unser aller Interesse liegen, hierauf aufmerksam zu machen. Denn die Folgen sind unübersehbar und nicht hinnehmbar: die berufethische Positionierung der Ärztekammern führt unmittelbar zu nicht akzeptablen Schranken einer selbstbestimmten Entscheidung der Patienten. Das ethische Bekenntnis etwa des Präsidenten der BÄK ist durchaus ehrenwert, bindet aber weder die Patienten (noch die Ärzteschaft), sondern offenbart lediglich nur die Gewissensentscheidung des Präsidenten, mit der er im Zweifel seine Regie mit Blick auf sein selbstbestimmtes Sterben ausgeübt hat.

Warum, so muss nachgefragt werden, nimmt der Präsident für sich das exklusive Recht in Anspruch, sein ethisches Grundsatzbekenntnis mit einem Grad an Verbindlichkeit zu versehen, während demgegenüber die gesamte verfasste Ärzteschaft rein faktisch über die „Richtlinien“ verpflichtet wird, sich hieran orientieren zu müssen?

Hier dürfte wohl etwas im System nicht stimmen oder?

Lutz Barth

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 186319
 150

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Bundesärztekammer und Telematik – Aufruf zur Diskussion“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von IQB - Medizin-, Pflege- und Psychiatrierecht - Lutz Barth

Bild: Wir sollen nicht sterben wollenBild: Wir sollen nicht sterben wollen
Wir sollen nicht sterben wollen
Der „Diskurs“ (?) über das frei verantwortliche Sterben eines schwersterkrankten und sterbenden Menschen ist nach wie vor nicht nur soziologisch unterbelichtet, sondern zeichnet sich insbesondere durch Glaubensbotschaften der selbsternannten „Oberethiker“ und deren „Geschwätzigkeit“ aus. „Lebensschützer“ meinen zu wissen, was die Schwersterkrankten und Sterbenden wünschen und welcher Hilfe diese am Ende ihres sich neigenden Lebens bedürfen. Mit Verlaub: Es reicht nicht zu, stets die Meinungsumfragen zu kritisieren, in denen die Mehrheit der…
Bild: Sterbehilfedebatte - Der Kreis der ethischen Überzeugungstäter ist überschaubarBild: Sterbehilfedebatte - Der Kreis der ethischen Überzeugungstäter ist überschaubar
Sterbehilfedebatte - Der Kreis der ethischen Überzeugungstäter ist überschaubar
Es scheint an der Zeit, in einer hoch emotionalisierten Debatte „Ross und Reiter“ zu benennen, die sich fortwährend um den „Lebensschutz“ scheinbar verdienstbar gemacht haben und unbeirrt auf ihrer selbst auferlegten Mission fortschreiten. Einige politisch Verantwortlichen sind gewillt, die „Sterbehilfe“ gesetzlich zu regeln und wie es scheint, besteht das Ziel in einer strikten Verbotsregelung. Auffällig ist, dass es sich um eine handverlesene Schar von Ethiker, Ärztefunktionären, freilich auch Theologen und Mediziner handelt, bei denen ber…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Die Podiumsdiskussion zum 3. Bayerischen Tag der TelemedizinBild: Die Podiumsdiskussion zum 3. Bayerischen Tag der Telemedizin
Die Podiumsdiskussion zum 3. Bayerischen Tag der Telemedizin
… Abgeordneter; Bayerischer Landtag; Mitglied im Gesundheitsausschuss, München; Dr. med. Franz-Joseph Bartmann, Ärztekammer Schleswig-Holstein, Bad Segeberg; E-Health-Ausschuss der Bundesärztekammer, Berlin, Christian Korff, Public Sector & SP Broadband Germany (Cisco), Berlin Moderation: Univ.-Prof. Dr. Günter Neubauer, Institut für Gesundheitsökonomik …
Bild: Das „Schweigen“ der BundesärztekammerBild: Das „Schweigen“ der Bundesärztekammer
Das „Schweigen“ der Bundesärztekammer
… eingekehrt zu sein, wenn es darum geht, in einem Wertediskurs Stellung zu beziehen. Es steht zu vermuten an, dass eines der letzten Statements des Präsidenten der Bundesärztekammer in der causa Sterbehilfe und ärztliche Assistenz seine Wirkung nicht verfehlt hat, kündigt er doch ganz öffentlich an, persönlich Anzeige erstatten zu wollen, sobald ein Arzt …
BVSD kritisiert Bundesärztekammer - Forderung nach offener Diskussion zum Facharzt Schmerzmedizin
BVSD kritisiert Bundesärztekammer - Forderung nach offener Diskussion zum Facharzt Schmerzmedizin
Berlin, 23. Mai 2014. „Die aktuellen Presseäußerungen der Vizepräsidentin der Bundesärztekammer sind nicht nachvollziehbar. Damit soll wohl eine ergebnisoffene Diskussion über die Einführung eines Facharztes für Schmerzmedizin eher verhindert als angeregt werden“, kritisiert Prof. Dr. Dr. Joachim Nadstawek, Vorsitzender des Berufsverbands der Ärzte und …
Bild: Starkes Telematik-Programm zur NUFAM 2017Bild: Starkes Telematik-Programm zur NUFAM 2017
Starkes Telematik-Programm zur NUFAM 2017
… Kongress-GmbH zur NUFAM 2015 und erwartet für 2017 sogar noch höhere Zahlen. ------------------------------ Hamburg/Karlsruhe, 27.04.2017. Das sehr positive Feedback der Messegäste und der Telematik-Aussteller führte dazu, dass die Mediengruppe Telematik-Markt.de ihr Fachprogramm zum Thema Telematik ausweitet. Mit rund 350 Ausstellern und 25 000 Besuchern …
Bild: DGTelemed ernennt EhrenmitgliederBild: DGTelemed ernennt Ehrenmitglieder
DGTelemed ernennt Ehrenmitglieder
… 08.11.2013 im Berliner Ellington Hotel Dr. Gerhard Knorr, Ministerialdirigent a. D, München und Dr. Franz-Joseph Bartmann, Vorsitzender des Ausschusses Telematik der Bundesärztekammer einstimmig zu Ehrenmitgliedern der Gesellschaft ernannt. In der Beschlussbegründung des Vorstandes der DGTelemed wurde das jahrelange Engagement zur Förderung und Einführung …
Bild: Nachfragt - Lahrer Kodex – was nun Herr Fuchs?Bild: Nachfragt - Lahrer Kodex – was nun Herr Fuchs?
Nachfragt - Lahrer Kodex – was nun Herr Fuchs?
Erinnern wir uns: Der Hauptgeschäftsführer der Bundesärztekammer, Christoph Fuchs, hat den sog. Lahrer Kodex für überflüssig erachtet. "Es bedarf keines weiteren Kodexes, um Grundsätze ärztlicher Sterbebegleitung zu verdeutlichen", so Fuchs. Wir haben hier bei openPR darüber mehrfach berichtet. Der „Lahrer Kodex“ ist eine Selbstverpflichtungserklärung …
Geheimtipp für Insider: Telematik-Vortrag bei TELI mit verblüffenden Erkenntnissen
Geheimtipp für Insider: Telematik-Vortrag bei TELI mit verblüffenden Erkenntnissen
… Arbeitnehmerrechte wie die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Ruhezeiten und die Zahlung des neu eingeführten 8,50-Euro-Mindestlohns in Deutschland. „Damit gibt es keine Diskussion mehr.“ Hindenbergers Kollege Walther Bernard, Geschäftsführer der Masternaut E.Novation GmbH, bedauerte vor diesem Hintergrund, dass „die Marktdurchdringung der Telematik in …
Frau Prof. Ruth Rissing-van Saan: Verbindliche Richtlinien zur Organlebendspende fehlen noch
Frau Prof. Ruth Rissing-van Saan: Verbindliche Richtlinien zur Organlebendspende fehlen noch
… der Interessengemeinschaft Nierenlebendspende e. V. in Heidelberg Ende November 2013 fand ein Vortrag der Leiterin der Vertrauensstelle Transplantationsmedizin bei der Bundesärztekammer, Frau Prof. Ruth Rissing-van Saan zu dem Thema „Vertrauensstelle Transplantationsmedizin – Aufgaben und erste Erfahrungen im Schwerpunkt Organlebendspende“ statt. Neben …
Bild: 3. Bayerischer Tag der Telemedizin
3. Bayerischer Tag der Telemedizin
… Delegation von Telemedizinexperten aus Osteuropa. Am Abend laden wir zu einer Podiumsdiskussion, u.a. mit Dr. Franz-Joseph Bartmann (Vorsitzender des Ausschusses Telematik der Bundesärztekammer), ein, die sich dem Vergleich verschiedener nationaler Gesundheitssysteme und deren Potenziale für die Telemedizin widmet. Die Diskussion wird von Herrn Prof. …
Bild: Telemedizin ist Bestandteil medizinischer VersorgungBild: Telemedizin ist Bestandteil medizinischer Versorgung
Telemedizin ist Bestandteil medizinischer Versorgung
… sehen wir uns als Fachgesellschaft klar in der Verantwortung", betonte DGU-Vorstand Professor Andreas Seekamp. Dr. Franz-Josef Bartmann, Vorsitzender des Telematik-Ausschusses der Bundesärztekammer (BÄK) hatte in das Thema eingeführt und betont, dass telemedizinische Angebote im deutschen Versorgungsangebot inzwischen fest verankert sind. „Telemedizinische …
Sie lesen gerade: Bundesärztekammer und Telematik – Aufruf zur Diskussion