(openPR) Das Klinikum Hanau setzt auf eine neue Therapie bei plötzlichem Herztod. Die Intensivstation der Medizinischen Klinik I verwendet Kühlkatheder, die Chefarzt Privatdozent Dr. Christof Weinbrenner für „hochwertiger und verlässlicher“ hält als ein ebenfalls getestetes Kühlmatten-System. Die aufwendige Technik steht derzeit im Rhein-Main-Gebiet nur zwei Krankenhäusern zur Verfügung und ersetzt das behelfsmäßige Kühlen mit Cold-Packs und Eisbeuteln.
Der plötzliche Herztod trifft bundesweit jährlich etwa 200.000 Menschen. Nur ein geringer Prozentsatz überlebt. Die meisten Patienten erreichen das Krankenhaus nicht mehr. Sie sterben an einer bösartigen Rhythmusstörung, dem Kammerflimmern, im Rahmen des akuten Herzinfarkts.
Zwar kann der in den vergangenen Jahren hoch effektiv gewordene Rettungsdienst durch Elektroschock-Therapie (sogenannte Defibrillation) den Kreislauf zuweilen wieder herstellen: Häufig bleiben dabei jedoch dauerhafte Hirnschäden zurück.
Diese zu vermeiden oder zu mindern, dazu dient das mittlerweile entwickelte viel versprechende Konzept der sofortigen Ganzkörperkühlung des Patienten nach Herzstillstand. Dabei wird der Stoffwechsel des Körpers durch Kühlung so weit verlangsamt, dass das Gehirn und die übrigen Organe weniger Sauerstoff verbrauchen und weniger Giftstoffe produzieren.
Einen ersten Erfolg scheinen die Kardiologen im Klinikum Hanau bereits erzielt zu haben: Einen 49-Jährigen aus Bad Soden-Salmünster konnte der Notarzt nach einstündiger Behandlung erfolgreich wiederbeleben. Er wurde auf die Intensivstation des Klinikums Hanau gebracht und dort mit der sogenannten Hypothermie behandelt. „Es geht ihm erstaunlich gut“, findet Dr. Weinbrenner. „Wir werden ihn noch mit einem Defibrillator versorgen, um ein erneutes Kammerflimmern rasch behandeln zu können, Dann wird er bald zur Reha-Behandlung gehen können“, hofft der Chefarzt.
Zusammen mit dem Gefahrenabwehr-Zentrum des Main-Kinzig-Kreises unter Leitung von Dr. Wolfgang Lenz wurde die Kühlungsbehandlung im Notarztwagen mittels kalter steriler Kochsalzlösung im vergangenen Jahr eingeführt. Wenn der Patient auf die medizinische Intensivstation des Klinikums Hanau verbracht ist, wir seine Körpertemperatur dort auf 33 Grad Celsius gesenkt. Dies setzt eine Behandlung in künstlichem Schlaf voraus.
Der Katheder wird über eine Vene in der Leiste in den Körper des Patienten eingebracht und kühlt das Blut quasi von innen. „Diese Kühlungsbehandlung können wir im Gegensatz zu auf die Haut aufgebrachten Kühlmatten parallel zur oft notwendigen Notfall-Herzkathederuntersuchung anwenden“, erläutert Dr. Weinbrenner. Beide Verfahren stünden im Klinikum Tag und Nacht zur Verfügung. Das sei ein wesentlicher Vorteil des Kühlkatheders.







