(openPR) München im März 2006. Akuter Bandscheibenvorfall. Chronische Rückenschmerzen. Verengter Wirbelkanal. Drei von vier Deutschen wissen, wie es ist, wenn man vor lauter Rückenschmerzen nicht mehr laufen kann. Oft gibt es Hilfe. Oft aber auch nicht. Wenn dann selbst der zweite, dritte oder gar vierte Arzt nicht mehr weiterweiß, wenn Operationen nicht helfen und die Schmerzen chronisch werden, heißt es nicht selten: „Jetzt können wir nichts mehr tun. Damit müssen Sie jetzt leben.“ Das ist der Satz, vor dem Kassenpatienten Angst haben. Sie fürchten die Endstation Rückenschmerz.
Privat Versicherten geht es da besser. Ihre Kassen zahlen auch die neuen minimal invasiven Behandlungsverfahren, die den Schmerz auch ohne Operation besiegen. Verfahren wie die Laser-Therapie. Den Anti-Schmerz-Katheter. Oder die elegante Mini-OP mit dem Mikroskop. Wer bisher als Kassenpatient mit Hilfe dieser neuen Verfahren schmerzfrei werden wollte, musste meist tief in die eigene Tasche greifen. Denn als IGeL-Leistung stellt der Arzt in der Regel Beträge bis zu 2000 Euro zuzüglich Klinikkosten in Rechnung. Da erinnert man sich schnell an die große Schlagzeile einer Zeitung, die vor kurzem titelte: „Als Kassenpatient bist Du der letzte Arsch“.
Dass es nicht immer so ist, zeigt das Beispiel einer Münchner Klinik, die sich auf diese schonenden Eingriffe spezialisiert hat. Die Praxisklinik Dr. Schneiderhan bietet als eine der ersten in Deutschland die modernen Katheter- und Laserverfahren jetzt auch für Kassenpatienten an. Orthopäde und Wirbelsäulenspezialist Dr. Reinhard Schneiderhan: „Eine ganz neue Kooperationsvereinbarung mit einem großen Krankenhaus macht dies nun möglich. Beim Einsetzen von künstlichen Hüften zum Beispiel hat sich dieses Modell schon länger bewährt. Jetzt profitieren auch Rückenpatienten davon.“ Voraussetzung dafür ist allerdings eine medizinische Begründung für eine stationäre Behandlung. „Das betrifft Patienten“, so Dr. Schneiderhan, „die bereits erfolglos vorbehandelt sind oder sogar schon operiert wurden und immer noch Schmerzen haben. Oder Patienten, die zusätzlich unter anderen Erkrankungen leiden. Manche Therapien wie beispielsweise die Katheter-Behandlung oder die neue Mikrotherapie dürfen sowieso nur stationär durchgeführt werden.“
Welche Therapien wurden bisher oft nur von Privatkassen übernommen? Wo liegen die Vorteile?
Dr. Schneiderhan erklärt: „Wenn zum Beispiel bei einem Bandscheibenvorfall ohne Lähmungen oder Ausfallerscheinungen alle konservativen Methoden inklusive Spritzen und Krankengymnastik nicht geholfen haben, muss man trotzdem noch lange nicht operieren. Bei Bandscheibenschmerzen, die stark in Arme oder Beine ausstrahlen, kann man mit einem Wirbelsäulenkatheter oft Linderung oder Schmerzfreiheit erreichen. Unter örtlicher Betäubung und Röntgenkontrolle schieben wir einen dünnen Katheter über eine Einstichstelle im Steißbeinbereich durch das Innere der Wirbelsäule neben dem Rückenmarkskanal exakt bis an die betroffene Nervenwurzel vor. Dort spritzen wir eine Enzymlösung sowie weitere Medikamente ganz gezielt an den Nerv. Folge: Das Narbengewebe wird gelöst, die Bandscheibe schrumpft, Entzündungen bilden sich zurück, Schmerzen verschwinden. Die Kathetertherapie hilft außerdem gegen starke Schmerzen bei Nervenwurzelreizungen, Wurzelirritationen und nach schon erfolgten Bandscheibenoperationen, wenn trotz des Eingriffs auch weiterhin starke Schmerzen auftreten. Das ist bei etwa jeder dritten OP der Fall.“
Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie des Klinikums Rechts der Isar wurde die Behandlung mit dem Wirbelsäulenkatheter jetzt an 61 Patienten wissenschaftlich überprüft. Ergebnis: Bei den Nachuntersuchungen zeigte sich eine deutliche klinische Verbesserung. Die Kathetertechnik nach Racz ist damit zur Behandlung von chronischen Rückenschmerzen mit Nervenwurzelreizung nach Bandscheibenoperationen oder Bandscheibenvorfällen geeignet und nebenwirkungsarm.
Bei Bandscheibenvorfällen, deren Schmerzen auf die Wirbelsäule begrenzt sind und nicht oder nur wenig in die Arme oder Beine ausstrahlen, ist dagegen die Behandlung mit dem Mikrolaser die Methode der Wahl. „Hier“, so Dr. Schneiderhan, „wird über eine Kanüle durch die Haut das vorgequollene Stück Bandscheibe mit einer hauchdünnen Laserfaser einfach verdampft.“
Muss am Rücken trotzdem operiert werden, erzielen Neurochirurgen ähnlich gute Ergebnisse mit der schonenden Mikrotherapie, die jetzt ebenfalls für Kassenpatienten möglich ist. Bei schweren Bandscheibenvorfällen oder einem zu engen Wirbelkanal operiert der Arzt durch dünne Röhrchen mit Hilfe einer neuen minimal invasiven Technik, die die Rückenmuskulatur nicht mehr verletzt.
Ist eine Wirbelkanalverengung noch nicht allzu weit fortgeschritten, kann auch die neue X-Stop-Technik zur Schmerzfreiheit führen. Dabei setzt der Operateur ein kleines Titan-Implantat zwischen die beiden Dornfortsätze auf der Rückseite der Wirbelsäule ein. Dieses Mini-Implantat drückt die beiden Knochenfortsätze dauerhaft auseinander und verschafft den eingeengten Nerven wieder mehr Platz. Der große Vorteil besteht darin, dass der Wirbelkanal bei diesem Eingriff nicht eröffnet werden muss.
Offiziell wird in Deutschland immer bestritten, dass bei uns eine Zweiklassenmedizin herrscht. Zumindest für Patienten mit starken Rückenschmerzen stimmt das jetzt endlich.
Weitere Informationen unter www.orthopaede.com.


