(openPR) Saarbrücken/Kaiserslautern: Was hat sich während einer Bahnfahrt zwischen Landstuhl und Saarbrücken wirklich zugetragen? Das wollen Kriminalbeamte aus Kaiserslautern herausfinden. Ein entsprechendes Verfahren gab die Bexbacher Bundespolizei, die üblicherweise für Bahnangelegenheiten zuständig ist, an die pfälzische Behörde ab. Bundespolizeisprecher Dieter Schwan zu den Gründen: „Die Bundespolizei hat den Fall erfasst. Da es aber mehr als Körperverletzung sein kann, prüft nun der Staatsschutz. Es könnte sich um eine politisch motivierte Straftat handeln.“ Damit seien die Kollegen in Kaiserslautern am Zug.
Christiane Lautenschläger, Pressesprecherin beim nun verantwortlichen Polizeipräsidium Westpfalz: „Der Vorgang ist am Freitag eingegangen.“ Deshalb könnten die damit befassten Polizisten aktuell noch nichts sagen. Das Fachkommissariat, bei dem die Akten liegen, befasst sich mit Staatsschutzangelegenheiten sowie mit politisch motivierter Kriminalität, Terrorismus und extremistischen Taten.
Was soll die Kripo genau herausfinden? Es geht um eine mutmaßliche Attacke von Samstag, 3. März. An diesem Tag soll es auf der Fahrt von Landstuhl nach Saarbrücken zu einem tätlichen Übergriff auf den jungen Politiker Gökdeniz A. Özcetin gekommen sein. Auf der Heimreise von einer Kundgebung in Kandel/Pfalz, bei der rechtsgerichtete Teilnehmer auf Gegendemonstranten getroffen waren, saßen auch Vertreter beider Lager in dem Regionalexpress. Es kam zum Streit zwischen einer Frau und einem älteren Mann. Er habe sie angegangen, weil sie einen Wurfzettel der NPD zerrissen haben soll. Darauf ging der junge Kommunalpolitiker der Linkspartei dazwischen. Ein weiterer Mitreisender, ein Bekannter des Senioren, erteilte dem Jugendlichen eine Kopfnuss. Bei dem mutmaßlichen Angreifer handelt es sich um den Sprecher der rechtsgerichteten Bürgerinitiative „Sulzbach wehrt sich“, Alexander Flätgen. Auf Anfrage schrieb er: „Bis jetzt ist mir nicht bekannt, ob und wer und warum ermittelt.“ Sollte gegen ihn ein Verfahren eingeleitet werden, wolle sich Flätgen über seinen Rechtsanwalt äußern.
Davon unberührt hat ein rechtes Aktionsbündins für Samstag, 24. März, erneut zu einer Kundgebung in Kandel aufgerufen. Auslöser für immer wiederkehrende Proteste ist der Tod einer 15-Jährigen. Ihr Ex-Freund, ein afghanischer Flüchtling, soll sie in einem Drogeriemarkt erstochen haben. Seitdem kommen AfD und weitere Gruppen aus der rechtsextremen Szene unter dem Schlagwort „Kandel ist überall“ zu Protestmärschen zusammen. Ein Bündnis unter anderem mit Vertretern aus Gewerkschaften, Kirchen sowie Landespolitikern ruft zur Gegenveranstaltung auf. Es hält den rechten Organisatoren vor, Hass und Rassismus zu schüren.










