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Weltklimakonferenz und ÖPNV

20.11.201712:33 UhrTourismus, Auto & Verkehr
Bild: Weltklimakonferenz und ÖPNV
Pünktlich zur Weltklimakonferenz in Bonn kam eine klare Botschaft aus Köln. Foto: A. Wulf
Pünktlich zur Weltklimakonferenz in Bonn kam eine klare Botschaft aus Köln. Foto: A. Wulf

(openPR) Weltklimakonferenz mit konkreten Schritten verbinden: Bäume fällen!

Der Vorstandsvorsitzende der Kölner Verkehrs-Betriebe, der zugleich Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ist, Herr Jürgen Fenske, möchte die Weltklimakonferenz mit konkreten Schritten verbinden und fordert (https://www.koeln4.de/s/p_v/presse/presseartikel/7b17_mehr_oepnv.pdf): Klimaschutz braucht mehr öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Das ist scheinheilig! Warum?



Die Nord-Süd Stadtbahn in Köln soll die südlichen Veedel mit der Innenstadt verbinden.

SCHLIMM: Die 1. Baustufe vom Breslauer Platz bis zur Marktstraße wäre eigentlich längst fertig, doch am 03.03.2009 rutschte das Historische Archiv der Stadt Köln in den Schacht für das wichtige Gleiswechselwerk, 28m unterhalb des Waidmarktes. Zwei Tote, später noch ein Selbstmord. Lange Untersuchungen und ständige Wassereinbrüche machen den Tunnel frühestens 2024 passierbar – wahrscheinlich später. Verantwortlich ist – wie in Köln üblich – niemand!

Die 2. Baustufe verbindet die südliche Tunnelstrecke hinter der Haltestelle Bonner Wall mit dem Rheinufer. Die U-Bahn-Strecke kommt direkt vor der Rheinuferstraße aus dem Boden und muss die Straße queren. Das wäre auch anders gegangen, hat man aber verpennt. Dafür hat die Stadt Köln die Schienen für 50 Mio. EUR auf einer Brücke in Straßenhöhe verlegt. Die sieht man natürlich nicht, solange die Rheinuferstraße nicht unter den Schienen hindurch geführt wird – um Staus wegen der künftigen Verstärkerbahnen alle 100 Sekunden während des Berufsverkehrs (3 Bahnen je Richtung alle 10 Minuten) zu verhindern.

Die 3. Baustufe von der Marktstraße bis zum 2,1 km entfernten Verteilerkreis Köln Süd soll vor allem die Fahrgastzahlen bringen, die für die Wirtschaftlichkeit der Bahn erforderlich sind. An der Bonner Straße sollen über 19.700 Pendlerbewegungen vom Pkw auf die Bahn verlagert werden. Fast 10.000 Autos würden dann dort irgendwo rumstehen. Vielleicht im Parkhaus am Verteilerkreis, nahe der temporären Endhaltestelle. Da passen aber nur 540 Autos rein. Statt ursprünglich für 650 Autos und 4,3 Mio. EUR soll es jetzt auch noch 14,2 Mio. EUR kosten.

SCHLIMMER: Die 4. Baustufe, die Verlängerung der Nord-Süd Stadtbahn vom Verteilerkreis über Rondorf nach Meschenich, hat seit Anfang 2016 eine vordringliche Priorität und soll laut der Kölner Verkehrsdezernentin Andrea Blome ab 2022 realisiert werden. Also wird es gar keine temporäre Endhaltestelle am Verteilerkreis geben und das Parkhaus wäre völlig überflüssig.

AM SCHLIMMSTEN: Die Buswendeschleife mit eigener Busspur zum Verteilerkreis hatte sich die Stadt Köln ausgedacht, um dort Fahrgäste zur temporären U-Bahn-Endhaltestelle zu fahren. Solange die U-Bahn aber nicht am Waidmarkt durchkommt (2024 oder später), fährt der Bus weiterhin bis in die Innenstadt. Bevor er überhaupt die Wendeschleife nutzen könnte, versperren bereits die Gleise für die 4. Baustufe (ab 2022) die Zufahrt.

ZUM KLIMA: Für die Buswendeschleife und die Busspur wurden über 40 Bäume gefällt. Aus ökologischen Gründen, heißt es offiziell, auch für die insgesamt weit über 300 Bäume entlang der Bonner Straße – wegen der Schienen für den ÖPNV. Die Bäume mussten fallen für eine Stadtbahn, die frühestens 15 Jahre später als geplant in Betrieb geht. Keine Bäume mehr, keine Entlastung durch den ÖPNV für nochmal mindestens sieben Jahre, aber neue Zuschüsse fordern und mit Klimaschutz begründen?

ZU DEN KOSTEN: Die Stadt Köln zahlt fast das Zehnfache der ursprünglichen 55 Mio. EUR für die drei Baustufen der Nord-Süd Stadtbahn. Für die ungeplanten rund 500 Mio. EUR ist ein Kredit erforderlich, der noch einmal bis zu 617 Mio. EUR Zinsen verschlingt. Ob für die Schäden durch das eingestürzte Historische Archiv (1,2 Mrd. EUR) und die Untersuchungskosten (125 Mio. EUR) jemals jemand aufkommt, bleibt dagegen äußerst fraglich.

FAZIT: Wer Stadtbahnen mit 25 Jahre alten Planungen durchsetzt,

wer eher an Prunkhaltestellen als an Fahrgäste denkt,

wer den ÖPNV bis zu 30 m unter die Erde verbannt, nur damit Autofahrer bequem bis in die Innenstadt fahren und dort parken können,

wer zum Verteilerkreis Köln-Süd sinnvolle umwelt-, denkmal- und wasserschutzgerechte Vorschläge für eine kostengünstige Verkehrsertüchtigung sowie ebenerdige Querung durch die Stadtbahn jahrelang ignoriert und

wer machbare Kompromisse für eine lebenswerte Straßenraumgestaltung mit einem weitgehenden klimaschützenden Baumerhalt leichtfertig ausschlägt,

der sollte auf gar keinen Fall mehr öffentliche Mittel anvertraut bekommen!


colonia11.koeln4.de

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