(openPR) In wenigen Wochen beginnt es wieder: Das große Schaulaufen der Dirndl- und Lederhosenträger in München, wenn das Oktoberfest mehr als sechs Millionen Gäste aus der ganzen Welt in die überfüllten und lauten Bierzelte lockt. Kaum jemand, der es wagt, in Jeans und T-Shirt auf die „Wies’n“ zu gehen – er wäre hoffnungslos out. Schnell noch zum Trachten-Discounter und für 199 Euro einkleiden. All inklusive sozusagen mit Dirndl, Bluse, Schuhen und allem, was eben so dazugehört, wenn man sich nicht blamieren will. „Das geht schon arg in Richtung Fasching und Kitsch und hat mit der echter und authentischer Tracht nichts mehr zu tun“, sagt Bärbel Ruhdorfer, die im oberbayerischen Bergkirchen Dirndlblusen entwirft und über den Fachhandel vertreibt. Sie weiß natürlich um den Trend, der sich in den letzten zehn Jahren verstärkt hat. So ist es heute selbst bei 16-jährigen Mädchen chic, im Dirndl auszugehen, während man früher dafür als „hoffnungsloses Land-Ei“ verspottet wurde. Ruhdorfer mahnt aber auch: „In jeder Region und auf der ganzen Welt gibt es Trachten, die seit Jahrhunderten überliefert und gepflegt werden. Diese Tradition gilt es zu bewahren – gerade in Bayern, wo es zahlreiche feine Unterschiede in den Stickereien oder den Farben gibt und wo man in einem Radius von wenigen Kilometern durchaus verschiedene Stile findet“.
Die Designerin, die sich auf Trachtenblusen spezialisiert hat, nimmt die Billig-Kollektionen in Kauf: „Jeder muss wissen, wie er herumläuft und welchen Qualitätsanspruch er bei einer Tracht ansetzt“. Den Kopf schüttelt sie aber dann, wenn es im Discout-Laden die Lederhose mit aufgemalten Nähten und Knöpfen aus Stoff gibt und das ultrakurze Dirndl, das eher für die Disco geeignet ist. „Das ist nur Trash und verdient nicht die Bezeichnung Tracht“.
Bärbel Ruhdorfer betreibt zusammen mit ihrer Tochter das Unternehmen Rella authentics. Beheimatet ist die Manufaktur in Bergkirchen im Landkreis Dachau. Vertrieben werden die Blusen ausschließlich über den Facheinzelhandel und traditionsreiche, meistens inhabergeführte Geschäfte, die eine entsprechende Beratung bieten. Mit der Linie Workwear deckt das Unternehmen das Segment in der höherwertigen Arbeitskleidung ab.











