(openPR) „Das geht eher in Richtung Fasching“, sagt die bekannte Dirndlschneiderin Traudl Stacheter aus Glonn, wenn sie die „Kasperl-Kollektionen“ sieht, die bevorzugt zum Münchner Oktoberfest angeboten werden. Sie nennt auch den Grund für diese Entwicklung. So seien es in erster Linie die so genannten Designerinnen, die den Kunden vorschreiben, was gerade in ist oder was zur Wies’n getragen wird. In dieselbe Richtung argumentiert auch Bärbl Ruhdorfer, die sich auf Dirndl-Blusen spezialisiert hat. Dass beide von einem Trend profitieren, stört dabei nicht, denn es geht primär um eine authentische und traditionelle Tracht, die völlig unabhängig von irgendwelchen Events seit Jahrhunderten beständig und in einem wachsenden Ausmaß ihre Liebhaber findet.
„Es ist nicht schlimm, wenn junge Mädchen sich ihr erstes Dirndl und die dazu gehörenden Accessoires in einem der billigeren Läden kaufen“, sagt Bärbl Ruhdorfer. Sie weiß um das oft kleine Budget der jungen Generation und den – wie sie sagt – Herdentrieb, den man auf den vielen Volks- und Dorffesten seit langem erkennt. „Früher war eine 16-Jährige im Dirndl ein eher hoffnungsloser Fall. Heute ist man auf dem Fest in einer Jeans out und gehört nicht dazu“, sagt die Blusen-Expertin, die ihre Exponate über ausgewählte Fachgeschäfte in Bayern vertreibt.
Tradition oder Trash: Echte Tracht oder billige Landhausmode? Handwerkskunst oder gepimpte Dirndl? Man wird alle Facetten auch heuer wieder auf der Wies’n sehen und begegnen. Und wenn die Blusen-Designerin aus der Dachauer Region inzwischen eher gelassen mit den zahlreichen Designer- und Billig-Kollektionen umgeht, so sehr liegt ihr die Tracht als solche am Herzen: „Ich weiß, dass es viele Kundinnen gibt, die Wert auf Qualität und Schnitt legen und die eine Bluse viele Jahre tragen, weil sie zeitlos ist“. So gesehen sieht sie der nächsten Invasion der „Trachten-Kasperl“ Ende September gelassen entgegen.
Bärbl Ruhdorfer betreibt zusammen mit ihrer Tochter Mariella das Unternehmen RELLA authentics. Beheimatet ist die Manufaktur in Bergkirchen im Landkreis Dachau, die Schneiderei befindet sich in Ostbayern. Vertrieben wird die Blusen-Kollektion von ausgesuchten Facheinzelhandels-Geschäften in Bayern. Mit der Linie RELLA workwear deckt man das Segment hochwertige Arbeitskleidung ab.









