(openPR) Wann kommt die Disruption? Höherer Wettbewerbsdruck in der Energiewirtschaft durch neue Marktteilnehmer erwartet.
Fast 87% der online befragten Geschäftsführer und Vorstände von deutschen Energieversorgungsunternehmen erwarten einen höheren Wettbewerbsdruck durch neue Marktteilnehmer. Mittelgroße Stadtwerke sind in ihrer „Digital Journey“ den anderen einen Schritt voraus.
Das Studienteam von Ardour, erweitert um den Digitalisierungsexperten, Dr. Frank Krickel, hat im Zeitraum vom 5. September bis zum 2. Oktober 2016 61 Vorstände und Geschäftsführer exklusiv und anonym in einer Online-Studie zum Stand der Digitalisierung befragt. Im Zentrum standen die Fragestellungen, welche Fähigkeiten des Unternehmens eine hohe Bedeutung für das Meistern der Digitalen Herausforderungen, haben, wie die Unternehmenslenker diese Fähigkeiten selbstkritisch einschätzen und welche Stellhebel es ermöglichen, die benötigten Fähigkeiten zu verbessern.
Externe (u.a. neue IT-Technologien, sich wandelnde Kundenerwartungen) aber auch interne Faktoren (u. a. GPO-Potenzial) treiben Veränderungen im digitalen Kontext.
Zu den wichtigsten Veränderungstreibern gehören nach Auswertung der Antworten mit 93,4% (sehr wahrscheinlich 76,7% und wahrscheinlich 16,7%) die steigenden Handlungsmöglichkeiten durch neue Informationstechnologien. Weitere 90% prognostizieren höhere und veränderte Kundenerwartungen (z.B. an das Kommunikations- und Interaktionsverhalten). Weitere 93,4% erkennen einen hohen Optimierungsbedarf ihrer Geschäftsprozesse und 73,3% halten das Erschließen neuer Geschäftsfelder für sehr wahrscheinlich und wahrscheinlich.
„Interessant ist, dass die EVU-Chefs das Risiko einer zu hohen IT-Komplexität für die IT-Agilität erkannt haben. Fast 2/3 der Befragten (63,3%) sehen diesen Zusammenhang, der IT-Leitern und CIOs sicherlich gefallen dürfte“, bewertet Dirk Schreier, Studienleiter und Senior Manager bei Ardour, ein Ergebnis.
Die Digitalisierung hat eine hohe Priorität. Neue IT-basierte Produkte und Services sowie digitale Prozesse stehen im Fokus. Digitale „Nachahmer“ sind in der Mehrheit.
Mit 91,5% sehen die Geschäftsführer und Vorstände das Verbessern der Geschäftsprozesse im wertschöpfenden Bereich (wie Marketing, Vertrieb und Technik) das größte Einsatzpotenzial von digitalen Technologien. 79,7% im Verbessern der Kundenbetreuung und 69,5% im Ermöglichen neuer IT-basierter Produkte und Dienstleistungen.
„Die von uns befragten EVU-Chefs sehen sich aktuell nicht als Digitalisierungspioniere, sondern überwiegend als „frühe Nachahmer“, resümiert Dr. Frank Krickel das Ergebnis in Bezug auf die Selbsteinschätzung der aktuellen Rolle des Unternehmens in der Digitalisierung. Nur 4% sehen sich als Pioniere (first mover), 39% als frühe und 34% als späte Nachahmer. 27% konnten/wollten keine Einschätzung hierüber abgeben. „Daraus zu schließen, dass die EVUs die Digitalisierung verschlafen, wäre voreilig“, ergänzt Dirk Schreier. Für 12% der Top-Manager ist die Digitalisierung derzeit das zentrale Thema während es für 65% ein wichtiges Thema, neben anderen ist.
Schlüsselfähigkeiten (u. a. Zusammenarbeit, Kommunikation, Strategieumsetzung und Kenntnis der Kundenbedürfnisse) bleiben oft klar hinter dem Zielwert zurück.
Neben den Einsatzpotenzialen haben wir auch wichtige Fähigkeiten hinterfragt, die ein Unternehmen nach unserer Ansicht benötigt, um die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern. Die von uns durchgeführte Gap-Analyse ergab folgendes Bild: das größte Gap von 1,8 (ermittelt durch die Subtraktion des Punktwerts für die „aktuellen Fähigkeit“ vom Punktwert der „zukünftigen Bedeutung“) kann bei „strategische Ideen umsetzen“ identifiziert werden. Auf Platz 2 liegt die Fähigkeit „effektiv kommunizieren“ mit einem Gap von 1,76 Punkten, dicht gefolgt von der Fähigkeit Zielkunden und Bedürfnisse kennen“ mit einem Gap von 1.75 Punkten. „Die Leute reden gar nicht miteinander, oder nicht genug oder nicht mit den richtigen oder über die richtigen Themen“, bewertet Dr. Krickel dieses Ergebnis. Dazu passt auch Platz 4 der Gap-Hitliste: die Fähigkeit, bereichsübergreifend im Unternehmen zusammenzuarbeiten, weist einen Gap-Wert von 1,62 auf. „Gerade diese Fähigkeit, verschiedenen Fachbereiche interdisziplinär zusammenzubringen, ist bei Digitalisierungsprojekten enorm wichtig“, bewertet Dr. Frank Krickel die Notwendigkeit, hier kurzfristig Optimierungen herbeizuführen. „Auch sind die Mitarbeiter zu weit weg vom Kunden, um deren Bedürfnisse beurteilen zu können. Design-Thinking könnte ein Ansatz sein, den Kunden wieder in den Fokus zu rücken und in dessen Schuhen zu gehen“, sieht Dirk Schreier eine konkrete Optimierungsmöglichkeit.
Nicht überrascht hat das Ergebnis, dass die EVU-Chefs die Fähigkeit „IT-Vorhaben umsetzen“ als die Fähigkeit mit der höchsten zukünftigen Bedeutung ansehen. Überrascht hat hier, die Einschätzung, dass dies die drittbeste Fähigkeit unseres Auswahlspektrums ist. „Die IT scheint aktuell einen guten Job zu machen. Die IT-Projekte funktionieren“, meint Dr. Frank Krickel. Dies ist aber (noch) kein Anlass für die IT-Chefs die „Korken knallen zu lassen, denn „die (zentrale) EVU-IT agiert (noch) nicht als Digitalisierungsmotor, sondern eher als (reaktive) Business-Support-Funktion. Sie muss in einem Konzert verschiedener Akteure die richtige Position erst noch finden“, fasst Dirk Schreier, eine weitere zentrale Erkenntnis der Studie zusammen.
Die IT ist für die Digitalisierung in den EVU nicht zwangsläufig gesetzt. Sie muss ihre Rolle finden und sich der CIO/ IT-Leiter bei seinem „Chef“ mehr Gehör verschaffen.
Gefragt, welche Rolle die IT bei der Digitalisierung spielt, empfindet eine Mehrheit von 62% die Rolle der IT als passiv (26% passiv; 36% überwiegend passiv). 38% nehmen die Rolle der IT als Aktivposten wahr (18% als sehr aktiv; 20% als aktiv). In den Unternehmen, in denen die IT passiv wahrgenommen wird, sollte genau hingeschaut werden. Entweder verschafft sich die IT tatsächlich kein Gehör oder sie wird nicht entsprechend von den Business-Verantwortlichen wahrgenommen. Ein weiteres Indiz für ein unzureichendes „Alignment“ und eine unzureichende Positionierung der IT auf höchster Managementebene ist, dass 71% der Befragten sehr selten (9%) oder selten (62%) mit dem CIO oder IT-Leiter über Unternehmensstrategie oder Digitalisierung sprechen.
Weitere Informationen und Details zur Studie können bei Herrn Dirk Schreier unter
angefragt werden.









