openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Gegen den Planungsirrsinn der Nord-Süd-Stadtbahn

16.06.201609:15 UhrTourismus, Auto & Verkehr
Bild: Gegen den Planungsirrsinn der Nord-Süd-Stadtbahn
Mahnwache jeden Samstag (Foto: A. Wulf)
Mahnwache jeden Samstag (Foto: A. Wulf)

(openPR) Seit einem halben Jahr verbringe ich viel Zeit in Sitzungen, Protestspaziergängen und Mahnwachen gegen den Planungsirrsinn. Viele Bürgerinnen und Bürger wurden durch die weißen Flatterbänder an den zu fällenden Bäumen entlang der Bonner Straße aufgeschreckt und diskutieren jetzt mit. Den meisten waren die Auswirkungen der aktuellen Planung für die 3. Baustufe der oberirdischen Stadtbahn von der Marktstraße bis zum Verteilerkreisel Köln-Süd gar nicht bekannt. Erst die Informationen der Bürgervereine und Initiativen, aber auch mehrere Vorträge des Verkehrsexperten Prof. Dr. Heiner Monheim, haben in der Südstadtgesellschaft eine Welle der Empörung ausgelöst. Der Umweltfrevel, unnötige Oberflächenversiegelungen und eine nicht zu Ende gedachte Stadtbahn scheinen das Ergebnis einer Sucht nach Fördergeldern zu sein.

Im Gegensatz zur Schieflage des Kirchturms von St. Johann Baptist und den Schäden an der romanischen Kirche St. Maria im Kapitol (beides 2004), den Schäden am Rathausturm und am Turmkeller des historischen Rathauses sowie an einer 30 cm großen Gasleitung (alles 2007) hat der Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln am 03.03.2009 kaum abschätzbare Langzeitfolgen. Die Fertigstellung der Gesamtstrecke wird sich um mindestens zwölf Jahre verzögern.

Die Kosten für das Schienenprojekt haben sich bereits heute mehr als verdoppelt. Die Stadt Köln wird statt der ursprünglich veranschlagten 55 Millionen Euro mehr als das zehnfache "selbst" aufbringen müssen, denn die Zuschüsse von Bund und Land sind begrenzt. Der Schaden und die Untersuchungskosten für den Archiveinsturz sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt.

Die Inbetriebnahme von Teilstrecken ist teuer: Vom Hauptbahnhof bis zum Heumarkt (Linie 5), von Rodenkirchen (zusätzliche Gleiswechselanlage) bis zur Severinstraße (Linie 17) und nun die 3. Baustufe bis spätestens zum 31.12.2019 – nur damit keine Bundesmittel verloren gehen.

Die Durchfahrt zum Hauptbahnhof wird vor 2024 kaum möglich sein. Vorher sind die Untersuchung der Einsturzstelle bis 2017 abzuschließen und anschließend das Gleiswechselwerk unter dem Waidmarkt – an der tiefsten Stelle der Tunnelanlage – herzustellen.

Die meisten Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine und Initiativen wünschen sich die 3. Baustufe der Nord-Süd-Stadtbahn, möglichst auch eine zeitnahe Realisierung der 4. Baustufe bis Meschenich. Aber zu viele Aspekte und Einwendungen blieben im Planfeststellungsbeschluss unberücksichtigt. Ein dringendes Nachdenken wird eingefordert, doch kein Verantwortlicher scheint für eine vernünftige Regelung – auch zu den Fördergeldern des Bundes – eintreten zu wollen.

Statt den vorhandenen Baumbestand so weit es geht zu erhalten, wollen die Planer alles abholzen und später neu pflanzen, zu einem großen Teil auch an Stellen außerhalb der Stadt.

Busfahrgäste aus dem Süden sollen an der Arnoldshöhe in die Bahn umsteigen, auch wenn dies am Bahnhof Rodenkirchen deutliche Vorteile hätte. Für eine temporäre Bushaltestelle in der Bonner Straße sind zusätzlich eine Wendeschleife für Gelenkbusse und eine Busspur erforderlich. Dafür müssen doppelt so viele Bäume im geschützten Grüngürtel-Grünzug gefällt werden. Eine alternative Bushaltestelle im Verteilerkreis wurde grundlos abgelehnt.

Der Straßenverkehr der gesamten Südstadt wird verändert. Die erforderlichen Planungen zur Vermeidung von Verkehrsstaus und Verkehrsverdrängungen in reine Wohngebiete unterbleiben. Als Begründung wird nur auf die Neuanlage der Schienen verwiesen.

Planerische Abhängigkeiten der Gleisführungen im Tunnel und über die Straßen, durch die Wasserschutzgebiete (4. Baustufe) und den Grüngürtel werden hartnäckig ignoriert. Die U-Bahn-Haltestelle Bonner Wall ist die einzige ohne Mittelbahnsteig, so dass Fahrgäste aus dem Süden in Richtung Bonn und zurück über eine höhere Verteilerebene umsteigen müssen.

Die Haltestelle Marktstraße ist beispielgebend für die massive städtebauliche Zerstörung von Plätzen und Straßen durch 90 cm hohe Bahnsteige und lange Rampen. Die wuchtigen Bauten verhindern wichtige Sichtbeziehungen und mindern deutlich die Wohn- und Aufenthaltsqualität.

Getoppt wird eine derart lebensfeindliche Gestaltung noch durch die Kreuzung Bonner Straße / Schönhauser Straße, an der künftig 21 Fahrspuren zusammentreffen sollen.

Die Verengung der Bonner Straße zwischen Marktstraße und Gürtel auf eine Fahrspur schürt bei vielen Anwohnern die Angst vor Staus und einer Behinderung von Rettungsfahrzeugen.

Auf Unverständnis im gesamten Kölner Süden stößt der Plan, eine P&R-Anlage erst hinter dem Staugebiet auf der Autobahn 555 zu bauen, statt z.B. in Godorf (Linie 16 demnächst im 10-Minuten-Takt; 5-Minuten-Takt mit der Linie 17 wäre sinnvoll).

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 907827
 976

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Gegen den Planungsirrsinn der Nord-Süd-Stadtbahn“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Anwohner-Initiative Colonia ELF

Bild: Das Baum-Massaker (1) an der Bonner StraßeBild: Das Baum-Massaker (1) an der Bonner Straße
Das Baum-Massaker (1) an der Bonner Straße
Köln. Zwei Jahre ist es her, dass die Stadt Köln mehr als 300 Bäume entlang der Bonner Straße fällen ließ. Am 19.10.2017 hatten Baumschützer den Beginn der Fällungen noch verhindert – trotz eines sehr großen Polizeiaufgebotes. Als am Mittag des nächsten Tages die Verhandlungen mit der Kölner Verkehrsdezernentin Andrea Blome endgültig scheiter­ten, zogen sich die meisten der Demonstranten zurück. Einigen war es emotional unmög­lich, die Bäume ihrem Schicksal zu überlassen: Sie stellten sich vor die Bäume und be­setzten den Wood Cracker. Zweckl…
Bild: Verkehrswende in Köln erhält PlatzverweisBild: Verkehrswende in Köln erhält Platzverweis
Verkehrswende in Köln erhält Platzverweis
Köln. Am 23.06.2019 wurde die Nord-Süd-Fahrt in Köln zur verkehrsfreien Erlebnis-, Ausstellungs- und Interaktionsplattform für zukunftsgerichtete Mobilitätskonzepte, urbane Kreativität und nachhaltiges Zusammenleben. Auf einer der meistbefahrenen Straßen Kölns sollten die Vielfalt des Alltags aber auch die Komplexität des Miteinanders für einen Tag lang anders sichtbar werden: Willkommen zu STRASSENLAND! Einige Mitglieder des Bündnisses verkehrwende.koeln nahmen an der Veranstaltung teil: die Verkehrswende in Köln schien ja das gemeinsame Zi…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Parkhaus Bonner Straße – Stadt Köln hält an Fehlplanung festBild: Parkhaus Bonner Straße – Stadt Köln hält an Fehlplanung fest
Parkhaus Bonner Straße – Stadt Köln hält an Fehlplanung fest
… überwinden, um in ein Parkhaus zu kommen. Für die Entlastung der Bonner Straße um fast 20.000 Pendlerbewegungen spielt das Parkhochhaus, laut einer Untersuchung, fast keine Rolle. Die Nord-Süd-Stadtbahn wird vor 2024 nicht bis zum Dom / Hauptbahnhof durchfahren können, da erst noch ein Gleiswechselwerk 28 m tief unter dem Waidmarkt und damit weit unter …
Bild: Parkstadt Süd und der ÖPNV im Kölner SüdenBild: Parkstadt Süd und der ÖPNV im Kölner Süden
Parkstadt Süd und der ÖPNV im Kölner Süden
… Bad-Godesberg und Meschenich. Umso unverständlicher sind die bereits bestehenden Außenbahnsteige in der U-Bahn-Haltestelle. Wer aus der südlichen Bonner Straße (künftige 3. und 4 Baustufe der Nord-Süd-Stadtbahn) oder aus der künftigen Parkstadt Süd (zunächst nur Haltestelle Marktstraße) kommt und in Richtung Bonn umsteigen will, der muss über die höher liegende …
Bild: Köln: Vertreter der Freien Wähler fordert Zebrastreifen auf der Marktstraße in Raderberg.Bild: Köln: Vertreter der Freien Wähler fordert Zebrastreifen auf der Marktstraße in Raderberg.
Köln: Vertreter der Freien Wähler fordert Zebrastreifen auf der Marktstraße in Raderberg.
… Verwaltung jetzt bekannt gegeben, dass der Gehweg auf der Marktstraße am Weinhaus Süd endlich saniert wird. Außerdem werden im Zuge der dritten Baustufe der Nord-Süd-Stadtbahn auch neue Parkbuchten angelegt und Bäume gepflanzt. Die Bauarbeiten für die „Nord-Süd-Stadtbahn“ auf der Bonner-Straße, sollen bereits Anfang 2016 beginnen. „Da die detaillierte …
Bild: Nord-Süd-Stadtbahn Köln: Fachtagung zeigt Mängel der 3. Baustufe aufBild: Nord-Süd-Stadtbahn Köln: Fachtagung zeigt Mängel der 3. Baustufe auf
Nord-Süd-Stadtbahn Köln: Fachtagung zeigt Mängel der 3. Baustufe auf
… Straßenbahnentwicklung in Köln statt. In den Räumen der Westdeutschen Akademie für Kommunikation (WAK) wurde auch die bereits planfestgestellte 3. Baustufe der Nord-Süd-Stadtbahn fachlich nochmals bewertet. Der Initiativkreis Bayenthal-Marienburg und NaBiS e.V. hatten acht namhafte Verkehrsexperten eingeladen, die in Deutschland, der Schweiz, Österreich und …
Bild: Stadt Köln: Bürger*innen missachtet statt beteiligt!Bild: Stadt Köln: Bürger*innen missachtet statt beteiligt!
Stadt Köln: Bürger*innen missachtet statt beteiligt!
Erfahrungen zur 3. Baustufe der Nord-Süd Stadtbahn Im Planfeststellungsbeschluss zur 3. Baustufe der Nord-Süd Stadtbahn vom 22.04.2016 wurden die meisten der über 300 Bürgereinwendungen inhaltlich nicht berücksichtigt. In den folgenden fünf Monaten organisierten die Bürger daher zwei Experten-Workshops. Die eingeladenen städtischen Vertreter sagten ihre Teilnahme jedoch ab. Neun Verkehrsplaner (1) empfahlen Korrekturen zugunsten einer höheren Aufenthalts- und Lebensqualität an der Bonner Straße sowie eine schnellere ÖPNV-Erschließung mittel…
Bild: Mit den Bäumen fängt es an ...Bild: Mit den Bäumen fängt es an ...
Mit den Bäumen fängt es an ...
Die Kölner Nord-Süd-Stadtbahn soll einmal den Verteilerkreisel im Süden mit dem Hauptbahnhof verbinden (Baustufen 1 und 3) und auf dieser Strecke die Busse (Linie 132 sowie ab Marktstraße Linie 133) ersetzen. Außerdem soll die Rheinuferbahn-Linie 16 ab Bonner Wall den Tunnel mitnutzen (Zubringer-Baustufe 2). Das einzige Problem: In der Mitte der 1. Baustufe …
Bild: Nord-Süd-Stadtbahn Köln: Freier Wähler entsetzt über Äußerungen von Grünen, SPD, CDU und FDP.Bild: Nord-Süd-Stadtbahn Köln: Freier Wähler entsetzt über Äußerungen von Grünen, SPD, CDU und FDP.
Nord-Süd-Stadtbahn Köln: Freier Wähler entsetzt über Äußerungen von Grünen, SPD, CDU und FDP.
… Torsten Ilg von den FREIEN WÄHLERN, die in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung geäußerte Kritik der großen Parteien am gerichtlich erwirkten Baustopp für die 3. Baustufe der Nord-Süd-Stadtbahn. „Die Vertreter der CDU, aber vor allem die von SPD und GRÜNEN wollen das Projekt so schnell wie möglich durchziehen, ohne Rücksicht auf Verluste und ohne …
Bild: Wo liegen die Unterschiede im Streit um die Bonner Straße ? Beispiel: Buswender und BusspurBild: Wo liegen die Unterschiede im Streit um die Bonner Straße ? Beispiel: Buswender und Busspur
Wo liegen die Unterschiede im Streit um die Bonner Straße ? Beispiel: Buswender und Busspur
Die Stadt Köln plant die „vorläufige“ Endhaltestelle der Nord-Süd Stadtbahn (3. Baustufe) nicht mehr direkt am Verteilerkreis Köln-Süd, sondern ca. 180 m weiter nördlich. Deshalb sollen für die „temporäre“ Busanbindung der Linie 132 eine Buswendeschleife und eine eigene Busspur zurück zum Verteiler gebaut und rund 40 Bäume geopfert werden. Nach der Entscheidung, inmitten dieses Gebietes mit ständigen Verkehrsstaus eine P&R-Anlage zu bauen, hatte die Stadt dort bereits 34 Großbäume fällen lassen. Für die Verlängerung der Nord-Süd Stadtbahn-St…
Bild: EUFH-Studenten besuchten unterirdische Baustellen der Nord-Süd-StadtbahnBild: EUFH-Studenten besuchten unterirdische Baustellen der Nord-Süd-Stadtbahn
EUFH-Studenten besuchten unterirdische Baustellen der Nord-Süd-Stadtbahn
… des dualen, praxisnahen Studiengangs Industriemanagement der Europäischen Fachhochschule (EUFH) in Brühl hatten kürzlich die Gelegenheit, die unterirdischen Baustellen der neuen Nord-Süd-Stadtbahn der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) zu besichtigen. Die Exkursion ergänzte die Vorlesung ihres Dozenten Dr. Wolfgang Müller zum Thema „Transportplanung“. Die …
Bild: Keine Argumente: Kölner Bürgerengagement wird kriminalisiertBild: Keine Argumente: Kölner Bürgerengagement wird kriminalisiert
Keine Argumente: Kölner Bürgerengagement wird kriminalisiert
… Vorsitzender des Vereins NaBiS, der sich u.a. für den Baumschutz in Köln einsetzt. Er ist auch Sprecher der vor zwei Jahren gegründeten Initiative gegen den Planungsirrsinn, einem Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern, insbesondere entlang der Bonner Straße, die sich wöchentlich treffen, bisher einmal pro Woche eine Mahnwache abhielten und dabei …
Sie lesen gerade: Gegen den Planungsirrsinn der Nord-Süd-Stadtbahn