(openPR) Sonderausstellung im RömerMuseum Kastell Boiotro – Passau
Die Grabkammer des Sennedjem
18.3.-18.9.2016
Die Grabkammer des Sennedjem und seiner Frau Iineferti ist eine der am besten erhaltenen
Grabkammern aus dem Alten Ägypten. Sie gilt als ein Höhepunkt der ägyptischen Grabarchitektur.
Das Grab entstand im 13. / 12. Jahrhundert v. Chr. Szenen aus dem altägyptischen Totenbuch
schmücken Wände und Gewölbe der Kammer.
Das Grab wurde 1886 entdeckt und ist bis heute in situ konserviert. Es liegt mehrere Meter tief im Fels
des thebanischen Gebirges am Rand der Ruinensiedlung von Deir el-Medina, wo während des Neuen Reiches (ca. 1550 – 1075 v. Chr.) Künstler und Handwerker lebten. In der nicht durch Grabräuber
geplünderten Anlage fanden sich nicht nur die Mumien von Sennedjem und seiner Frau, sondern 18
weitere Mumien, wahrscheinlich Familienmitglieder, sowie Grabbeigaben.
Sennedjem könnte Architekt gewesen sein, da im Grab Lot und Winkelmesser gefunden wurden. Sein
Name bedeutet „Der Bruder ist angenehm“. Er wirkte in der Zeit des Neuen Reiches für die Pharaonen, die sich nun nicht mehr in Pyramiden, sondern in aufwändigen Felsgräbern im „Tal der
Könige“ bestatten ließen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung zeigt die begehbare Grabkammer als 1 : 1 Modell mit den originalgetreu kopierten
Wandmalereien. Die mannigfaltigen Szenen versetzen den Besucher in die faszinierende Welt des
ägyptischen Totenkults. Sie stellen eine Auswahl aus dem ägyptischen Totenbuch dar. Das Totenbuch
ist eine Sammlung von etwa 190 Sprüchen, die sich um die Themen Sterben und Jenseits drehen. Sie
enthalten magische Formeln und rituelle Handlungen, die die Toten auf dem Weg ins Jenseits
begleiten sollen.
Einige ausgewählte Faksimiles aus dem Totenbuch des Ani des 13. / 12. Jahrhunderts v. Chr., also aus
der Lebenszeit Sennedjems, erläutern zusätzlich die Darstellungen in seiner Grabkammer.
Kopien und Originale ägyptischer Gottheiten und Amulette, die vor Gefahren im Jenseits schützen
sollten, ergänzen und erklären die in den Wandmalereien auftretenden Götter.
Ohne eine Reise nach Ägypten antreten zu müssen, bietet die Ausstellung dem Besucher im Passauer
Römermuseum die Gelegenheit, Schönheit und Reichtum altägyptischer Grabausstattung
kennenzulernen und durch weitere Exponate einen vertiefenden Blick in ein zentrales Thema, dem
Totenkult, aus dem Land der Pharaonen zu werfen.
Die Ausstellung konzipierte der Ägyptologe Dr. Wolfgang Wettengel. Er ist auch Leihgeber der
Grabkammer und der Kopien.
Die Originale sind Leihgaben der Ägyptischen Sammlung der Eberhard – Karls – Universität Tübingen.
Graphik, Organisation, Aufbau: Stadt Passau, Stadtarchäologie
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Jörg-Peter Niemeier
Stadtarchäologe u. Museumsleiter
Römermuseum Kastell Boiotro
Dienstag – Sonntag, 10.00 – 16.00 Uhr, Lederergasse 43 – 45, 94032 Passau
Tel.: 0851/347 69,












