(openPR) Auch wenn die Weltwirtschaft gegenwärtig nicht einbricht, tendiert sie nach wie vor zu einer Verlangsamung. Die Anzeichen einer Schwäche, die vor allem im verarbeitenden Gewerbe zu beobachten waren, weiten sich aktuell auf die Dienstleistungsbranche aus. Dies ist die Meinung von Guy Wagner, Chefanlagestratege der Banque de Luxembourg, und seinem Team in der jüngsten Ausgabe der monatlichen „Investment-Highlights‘.
Die Schwäche der Aktienmärkte vom Januar hielt bis Mitte Februar an; die meisten großen Börsenindizes korrigierten seit ihrem Höchststand um über 20 Prozent. Die Entscheidung Pekings, den Renminbi nach der Wiedereröffnung der asiatischen Aktienmärkte nach dem chinesischen Neujahrsfest zu stützen, die Stabilisierung der Ölpreise sowie etwas positivere Wirtschaftsstatistiken aus den USA bewirkten in der zweiten Februarhälfte einen Aufschwung bei den Aktien. „Durch die Verschlechterung der globalen Konjunktur, die finanziellen Risiken infolge der gefallenen Ölpreise sowie das verlangsamte Gewinnwachstum der Unternehmen bleiben die Aktienmärkte dennoch anfällig“, sagt Guy Wagner, Chefanlagestratege der Banque de Luxembourg und Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft BLI - Banque de Luxembourg Investments. „Auch wenn die Weltwirtschaft gegenwärtig nicht einbricht, tendiert sie nach wie vor zu einer Verlangsamung. Die Anzeichen einer Schwäche, die vor allem im verarbeitenden Gewerbe zu beobachten waren, weiten sich aktuell auf die Dienstleistungsbranche aus.“
Stabilisierung der Wirtschaft in den USA, Verlangsamung in Europa
In geografischer Hinsicht fielen die Wirtschaftsstatistiken in den USA im Februar etwas positiver aus, was auf eine Stabilisierung der Konjunktur nach der Verschlechterung Ende vergangenen Jahres schließen lässt. In Europa verlangsamte sich das Wachstum seit Jahresbeginn leicht, während die japanische Konjunktur nach wie vor auf der Stelle tritt. Die Wirtschaft Chinas schwächt weiter ab, obwohl die Behörden die Anleger mehrfach bezüglich der Wachstumsaussichten zu beruhigen versuchten.
USA: erneute Zinsanhebung eher unwahrscheinlich
Der Offenmarktausschuss der US-amerikanischen Federal Reserve, der im Januar seine Leitzinsen unverändert belassen hatte, wird Mitte März zur nächsten Sitzung zusammenkommen. Guy Wagner: „Aufgrund der stärkeren Volatilität an den Aktienmärkten seit Jahresbeginn ist eine erneute Zinsanhebung nach dem ersten Schritt im Dezember weniger wahrscheinlich. Wegen der niedrigen Inflation in Europa wird EZB-Präsident Mario Draghi bei der kommenden Zentralbank-Sitzung voraussichtlich weitere zinspolitische Lockerungsmaßnahmen bekanntgeben.“
Ein- bis vierjährige europäische Staatsanleihen etwas attraktiver geworden
Im Februar entspannten sich die Anleiherenditen weiter, obwohl sich die Aktienmärkte in der zweiten Monatshälfte wieder erholten. Seit Ende Januar sanken die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen in Deutschland sowie in den USA; in Italien und Spanien blieben sie praktisch unverändert. „In Europa sind durch die erwarteten Negativzinsen, die in diesem Jahr von der EZB in großem Umfang eingesetzt werden könnten, ein- bis vierjährige Staatsanleihen etwas attraktiver geworden, obwohl sie jetzt schon negative Endfälligkeitsrenditen bieten“, betont der luxemburgische Ökonom. Auf US-amerikanischer Seite halten langlaufende Anleihen dank ihrer höheren Renditen ein Kursgewinnpotenzial, ohne dass mit negativen Endfälligkeitsrenditen gerechnet werden müsste.










