(openPR) Eos Schopohl, eine von Münchens profiliertesten Theatermacherinnen, arbeitet wieder mit ihrer eigenen Company Theater Fisch&Plastik. Im "Werk München" zeigt sie eine Bearbeitung von Virginia Woolfs "Die Wellen oder auf der Suche nach dem verlorenen Ich".
Sechs Freunde, allesamt Bürger der Mittelschicht, drei Frauen und drei Männer, eng miteinander verbunden durch eine gemeinsame Kindheit und Jugendzeit, erforschen ihr Leben. Ausgelöst durch den tragischen und frühen Tod ihres Freundes Percival, geraten sie in Lebenskrisen. Percival war ihnen Idol und Vorbild, er war ihnen ein Spiegel, eine Projektionsfläche für all ihre Empfindungen und Handlungen. Nach seinem Tod ist dieser Platz, den er in ihren Gedanken, in ihrer Phantasie und in ihren Träumen ausfüllte, leer.
Die eigene Vergänglichkeit, das Gefühl, dass morgen alles vorbei sein kann, wird den Figuren schlagartig bewusst. In inneren Monologen erkunden sie ihre Empfindungen und versuchen, ihre Identität zu definieren. „Wer bin ich? Wer bist du? Was hast du aus deinem Leben gemacht?“ Dabei ist die Identität des Einzelnen eher ein Stempel, der ihm durch gesellschaftliche Normen aufgedrückt wurde, das eigene „Ich“ verschwindet immer mehr hinter einer Maske, einer vorgegebenen Identität.
In einer Gesellschaft, die das Individuelle übermäßig betont, erhält die Frage nach dem Besonderen, dem Außergewöhnlichen eine zentrale Bedeutung. Es reicht nicht, dass ich einfach nur bin. Der Status in der Gesellschaft spielt eine entscheidende Rolle, und die eigene Existenz scheint bedroht, wenn man sich nicht genügend gegen den anderen abheben und abgrenzen kann. Dennoch darf man nicht anders sein, als die gesellschaftlichen Regeln vorschreiben.
„Leben“, so stellt Virginia Woolf in einem ihrer Essays fest, „ist ein leuchtender Schein, eine schwach durchlässige Hülle, die uns umgibt vom Augenblick des Bewusstwerdens bis zum Ende.“
Theater Fisch&Plastik wählt eine offene Form der Inszenierung mit szenischen und filmischen Mitteln für das Gewebe von inneren Monologen, in denen Virginia Woolfs Figuren Erfahrungen, Empfindungen und Gedanken vorüberziehen lassen.
Die Premiere ist am 5. März 2015 um 20.30 Uhr; weitere Vorstellungen sind am 6., 7., 8., 11., 12., 13. und 14. März. Spielort ist das Werk München, Eingang Dachauer Straße 114, 80636 München.
Vorbestellungen sind möglich unter 01578 - 915 76 45 oder www.fischundplastik.de. Die Zuschauerzahl ist begrenzt. Es spielen Joachim Bauer, Alexander Diepold, Rainer Haustein, Jeanna Kalantaj, Astrid Martiny und Sebahat Ünal.











