(openPR) Nierentransplantation: Sind bei einer Lebendspende die Blutgruppen zwischen Empfänger und Spender inkompatibel, wendet das Transplantationszentrum Freiburg seit zehn Jahren ein besonderes Verfahren an. 100 ABO-inkompatible Nierentransplantationen wurden bisher vorgenommen; die Ergebnisse sind nicht schlechter als bei Blutgruppen-Kompatibilität, berichten Dr. Stefan Zschiedrich und Kollegen in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Nieren- und Hochdruckkrankheiten".
Das Freiburger Protokoll zur ABO-inkompatiblen Nierentransplantation enthält zwei spezifische Maßnahmen:
- vor der Transplantation die einmalige Gabe des monoklonalen CD20-Antikörpers (Rituximab, Mabthera), der gegen B-Zellen gerichtet ist und für Monate die Antikörperproduktion hemmt, und
- Immunadsorptionen (vor und nach der Transplantation), die aus dem Plasma der Patienten selektiv Blutgruppenantikörper eliminieren
Zschiedrich und Kollegen vergleichen in ihrer Studie die Ergebnisse nach 100 ABO-inkompatiblen und 248 kompatiblen Lebendspenden - für Zeiträume zwischen zwei und 128 Monate. In diesen Zeitspannen überlebten 99% der inkompatibel und 80% der kompatibel transplantierten Patienten; 94% der inkompatibel und 88% der kompatibel übertragenen Nieren überlebten den Beobachtungszeitraum. Abstoßungen, Infektionen und maligne Erkrankungen waren in beiden Gruppen fast gleich häufig, obwohl die inkompatibel Transplantierten eine intensivere Immunsuppression benötigen.
>> Stefan Zschiedrich et al.: 2004 bis 2014 - Zehn Jahre ABO-inkompatible Nierentransplantation in Freiburg. In: Nieren- und Hochdruckkrankheiten 1-2015
www.dustri.de










