(openPR) Innsbruck / München, 08. Januar 2015. Der Elise L. Stoeger Prize der Chamber Music Society des Lincoln Center New York geht 2014-2015 an den österreichischen Komponisten Thomas Larcher. Der Stoeger Prize ist mit 25.000 US-Dollar der höchstdotierte Preis im Bereich der Kammermusik und wird alle zwei Jahre als Würdigung bedeutender Leistungen im Bereich der Kammermusik-Komposition vergeben.
Die künstlerischen Leiter der Chamber Music Society, David Finckel und Wu Han, freuen sich über den 2014-2015 Stoeger Prize Gewinner Thomas Larcher: „Als Komponist hat Thomas Larcher sowohl in großen als auch in kleinen Formaten Außergewöhnliches vollbracht. Besondere Anerkennung gebührt ihm für sein Werk im Bereich der Kammermusik, dieser so hoch konzentrierten Kunstform, für die seine grenzenlose klangliche Vorstellungskraft so trefflich geeignet ist. Seine Musik ist zutiefst kommunikativ und gleichzeitig doch kompromisslos und beinhaltet damit zwei essentielle Merkmale einer ungebrochenen Lebendigkeit der kammermusikalischen Tradition. Deshalb erfüllt es uns mit großer Freude, seinen Namen in den illustren Kreis der Stoeger Prize Gewinner aufnehmen zu dürfen.“ Thomas Larcher meint in seiner Stellungnahme: „Alles, was ich musikalisch gelernt habe, habe ich durch das Schreiben und Spielen von Kammermusik gelernt: das Hören, das Atmen, die Balance, das Arbeiten und Sein in einer und für eine Gemeinschaft. Die Kammermusik war immer das Herzstück des Musizierens. Sie umfasst alle Facetten, die Musik enthalten und ausdrücken kann, und war immer ein Bereich, in dem Neues und Unbekanntes erforscht worden ist, in dem sich Komponisten in ihrem Schaffen neue Türen geöffnet haben, die für sie von entscheidender Bedeutung waren. Ich bin sehr berührt und geehrt, dass die Chamber Music Society mein Werk als einen Teil dieser großen Tradition betrachtet.“
Thomas Larcher, Jahrgang 1963, wuchs in Tirol auf und studierte in Wien Komposition und Klavier. Larcher gilt als eine der bedeutendsten und zugleich interessantesten Stimmen unter den zeitgenössischen Komponisten. Seine frühen Werke sind vor allem von der intensiven Auseinandersetzung mit dem eigenen Instrument und dessen Klang geprägt. Bereits hier zeigt sich Larcher als Grenzgänger der Stile, der bewusst auch neben den orthodoxen Pfaden der sogenannten Avantgarde wandelt. Mit den Streichquartetten „Cold Farmer“ (1990), „IXXU“ (1998-2004) und „Madhares“ (2006/2007) emanzipiert sich der Komponist von seiner ursprünglichen Herkunft als Pianist, die Solokonzerte „Still“ für Viola und Kammerorchester (2002), „Böse Zellen“ für Klavier und Orchester (2006) und das Konzert für Violine und Orchester (2008), geschrieben für Isabelle Faust, folgen. Bereits mit seinem Zyklus „My Illness Is The Medicine I Need“ für Sopran und Klaviertrio (2002) rückte die Singstimme in das Zentrum des musikalischen Interesses von Thomas Larcher. Davon zeugen auch Werke wie „Die Nacht der Verlorenen“ (2008), für den Bariton Matthias Goerne und die London Sinfonietta geschrieben, sowie der Liederzyklus „A Padmore Cycle“ (2012) für Tenor und Klavier. 2011 brachten das San Francisco Symphony Orchestra und Osmo Vänskä Larchers Orchesterstück „Red and Green“ zur Uraufführung. Im San Francisco Examiner beschreibt Stephen Smoliar „Red and Green“ als „a highly unique listening experience with a perfectly valid aesthetic of beauty … my only regret was having but one opportunity to experience this stunning music.“ Noch im selben Jahr folgte in der Royal Albert Hall anlässlich der BBC Proms die Premiere des Konzerts für Violine, Violoncello und Orchester mit Viktoria Mullova und Matthew Barley unter der Leitung von Ilan Volkov, für das Larcher 2012 den British Composer Award ‚International Category‘ gewann. Zurzeit arbeitet Larcher an einem Werk für Bariton und Orchester (Auftrag der ZaterdagMatinee Amsterdam, des NSO Washington und des Gewandhauses Leipzig, UA 11.04.2015 in Amsterdam), an einem Streichquartett zum 20-Jahr-Jubiläum des Belcea Quartet sowie an einem Konzert für Orchester für die Wiener Philharmoniker und Semyon Bychkov (UA 03.06.2016). 1994 gründete Thomas Larcher das Festival Klangspuren in Schwaz (Tirol), das er bis 2003 leitete. Seit 2004 ist er Künstlerischer Leiter des Kammermusikfestivals Musik im Riesen, das, von der Firma Swarovski veranstaltet, jedes Jahr im Mai in Wattens (Österreich) stattfindet.
Der Elise L. Stoeger Prize wurde 1987 durch den Nachlass von Milan Stoeger, einem langjährigen Abonnenten der Chamber Music Society, im Andenken an seine Frau Elise ins Leben gerufen. Führende Musiker, Komponisten, Lehrende, Manager und Veranstalter des Landes nominieren mögliche Kandidaten für den Preis. Die endgültige Wahl des Gewinners trifft eine wechselnde professionelle, anonyme Jury zusammen mit den Künstlerischen Leitern der Chamber Music Society, David Finckel und Wu Han.
Frühere Stoeger Prize Gewinner:
1987 Gunther Schuller
1990 Oliver Knussen
1992 Lee Hyla and Olly Wilson
1993 Aaron Jay Kernis und Nicholas Maw
1994 Oleg Felzer und Richard Wilson
1995 David Liptak und Steven Mackey
1996 Martin Bresnick und Osvaldo Golijov
1997 Stephen Hartke und Judith Weir
1998 Thomas Adès und Yehudi Wyner
1999 James Primosch und Scott Wheeler
2000 Michael Daugherty und Kaija Saariaho
2002 Chen Yi
2004 David Rakowski
2006–2007 Pierre Jalbert
2008–2009 Jörg Widmann
2010–2011 Brett Dean
2012–2013 Zhou Long
“His extraordinary, arresting, communicative music is one of this century’s wonders …”
The Times, London
Für weitere Informationen zur Chamber Music Society und zum Stoeger Prize: Marlisa Monroe, CMS:
Für weitere Informationen zu Thomas Larcher:
Ulrike Wilckens, Ophelias Culture PR:





